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Mein Kampf

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Französischsprachige Ausgabe von 1934

Mein Kampf ist das politische Grundlagenwerk Adolf Hitlers, in dem er vor dem Fond seiner Autobiographie die Grundzüge seiner weltanschaulichen Überzeugung und seines Programms entwirft.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Hitler schrieb Mein Kampf 1924 während seiner Festungshaft in Landsberg am Lech zusammen mit Rudolf Heß, welcher aber nicht als Co-Autor aufgeführt wird. Sein Ziel war die Darstellung der Entwicklung und der Ziele des damaligen Nationalsozialismus. Hitler ging dabei von der Authentizität der obskuren Protokolle der Weisen von Zion aus, welche eine jüdische Weltverschwörung beschreiben.

Ursprünglich sollte das Schinken Viereinhalb Jahre [des Kampfes] gegen Lüge, Dummheit und Feigheit heißen. Während der erste Teil im Laufe Hitlers Haftzeit diktiert wurde, entstand der zweite Teil nach der im Dez. 1924 erfolgten, vorzeitigen Entlassung in einer Villa auf dem Obersalzberg. Im Jul. 1925 wurde der erste Band veröffentlicht, im Dez. 1926 der zweite. Bis 1930 erschien Mein Kampf in zwei großformatigen Bänden zum Preis von je 12 Mark. 1930 wurden die beiden Bände zu einer einbändigen "Volksausgabe" zusammengefasst im Größenordnung 12 auf 18,9 Cm – eine Angleichung an das übliche Bibelformat.

Der Originaltext erlebte in seiner zwanzigjährigen Editionsgeschichte von 1925 bis 1945 etliche Änderungen und Erweiterungen. Sprachlich und inhaltlich verworrene Passagen wurden womöglich von anonymen Lektoren aus Hitlers Umfeld bearbeitet.

Otto Strasser, dessen Bruder Gregor Strasser mit Hitler in Landsberg verhaftet war, schrieb in seinem Schmöker Hitler und ich zur Erstfassung von Mein Kampf, dass es sich um ein Häufung „schlecht verdauter politischer Lektüre“ handelte, insbesondere um Ansichten von Karl Lueger, Georg von Schönerer, Houston Stewart Chamberlain, Paul de Lagarde und Alfred Rosenberg zur Außenpolitik sowie „antisemitische Wutausbrüche von Streicher“, Zitat: „Alles zusammen war im Stil eines Sextaners geschrieben, von dem erst später klare Aufsätze zu erwarten sind. […] Pater Stempfle […] arbeitete monatelang daran, die Gedanken, die in Mein Kampf zum Ausdruck gebracht waren, zu ordnen und in einen Zusammenhang zu bringen.“ Weiter heißt es dort, dass Hitler „nie verzieh“, dass Stempfle bei der Berichtigung des Buches Hitlers Schwächen so deutlich erkannt habe – Stempfle wurde 1934 bei der Trennung von Ernst Röhm ermordet. Nach anderen Aufstellen soll Stempfle jedoch aus Versehen getötet worden und Hitler ob dieser Nachricht sehr aufgebracht gewesen sein.

Eine textkritische oder aberhistoriographische Betrachtung von "Mein Kampf" sollte daher berücksichtigen, dass der Text der späten Auflageziffern aus den vierziger Jahren nur bedingt in direkten Relation zu setzen ist mit Hitlers schriftstellerischer und politischer Positionierung Mittelpunkt der zwanziger Jahre.

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Widmungen

Die beiden Teile des Buches sind jedes Mal einer Reihe von Personen gewidmet, die Hitler entweder politisch oder persönlich nahe standen. Der 1. Teil den 14 „Märtyrern“ des gescheiterten Hitlerputsches von 1923 und unter ihnen im Besonderen Max Erwin von Scheubner-Richter. Der 2. Teil ist Hitlers „väterlichem Freund“ Dietrich Eckart dediziert.

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Inhaltliche Kurzzusammenfassung

  • Es wird der Anschluss Österreichs (Deutsch-Österreich) an das Deutsche Reich gefordert;
  • neben dem ausführlichen Entwurf des oben erwähnten, für den Nationalsozialismus typischen Antisemitismus wird besonderes Augenmerk auf den angeblich jüdischen und daher zu vernichtenden Marxismus gelegt,
  • bei gleichzeitigem Gegenentwurf eines nationalen Sozialismus (unter der Vorstellung Rassenkampf statt Klassenkampf und zur Gewinnung der deutschen Arbeiterschaft);
  • speziell betont wird das als Bolschewismus bezeichnete System der Sowjetunion mit der Forderung nach deren Zerschlagung durch einen Eroberungskrieg (auch als Rassenkrieg tituliert),
  • bei gleichzeitiger Schaffung eines Lebensraums im Osten (für die "eingeengten" Deutschen),
  • unter der Vorstellung, dass sich ein Zweifrontenkrieg nicht reproduzieren dürfe und speziell, dagegen anderer deutschnationalistischer Positionen, ein Bündnis mit England anstrebend;
  • es wird polemische Kritik am Parlamentarismus geübt mit dem Gegenentwurf eines germanischen Führerstaats (Abschaffung der als den bewahren Interessen der Volksgemeinschaft angeblich entgegengesetzten Demokratie);
  • schließlich folgt die Vermengung all dessen zur Programmatik der NSDAP im zweiten Teil.
  • Weiterhin finden sich ausführliche autobiographische Abschnitte und eine Geschichte der NSDAP (beides nur bis 1924)

(Quelle: www.nationalsozialismus.de)

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Verbreitung

Von der einbändigen Volksausgabe wurden bis zum Machtantritt Hitlers im Jänner 1933 287.000 Exemplare zum Preis von je 12 Reichsmark verkauft. Hitler erhielt pro verkauftem Buch 10 Prozent Tantieme. Danach schnellte die Auflage gewaltig in die Höhe. Allein vom Febr. 1933 bis zum 31. Dezember 1933 wurden gut 1,5 Mio. Stück vertrieben. Bis 1939 stieg die Gesamtauflage auf 5,45 Millionen, bis 1943 auf 10,24 Millionen. Die größte Verbreitung erfolgte auf Staatskosten: die meisten Bände wurden im Dritten Reich von den Standesämtern an junge Paare ausgegeben. Um dieses einträgliche Geschäft nicht zu gefährden, erwirkte Hitler das besondere Gesetz, dass sein Buch nicht aus zweiter Hand verkauft werden durfte (beschenkte Paare hätten ungelesene Exemplare anderenfalls womöglich in Antiquariate gebracht, und Standesämter hätten das Buch billiger in Antiquariaten als über den Betrieb bezogen).

Nach Kriegsende 1945 dürften einige Mio. von Exemplaren in zahlreichen Haushalten, zusammen mit Hitlerbildern und anderen Erinnerungen an das NSDAP-Regime, beseitigt worden sein.

Kavgam, die türkische Übersetzung von Mein Kampf, wurde Ende 2004 fast gleichzeitig von 15 türkischen Verlagen auf den Markt gebracht, die sich gegenseitig in den Verkaufspreisen unterbieten. Man schätzt die Verkaufzahlen auf 50.000 bis 100.000 Exemplare. Anfang 2005 stand das Buch schon auf Rang vier der Hitparade der größten türkischen Buchhandelskette D&R. Im Anhang von Kavgam werden die Kurden als den Juden verwandtes Volk skizziert.

Rechtslage heute

Da Hitler so weit wie seinem Tod mit Wohnsitz am Prinzregentenplatz 16 in München gemeldet war, wurde sein Vermögen, das von den Alliierten beschlagnahmt worden war, nach Kriegsende vom Republik Bayern eingezogen. Zu diesen Vermögenswerten zählen nach Ansicht des Bundeslandes Bayern auch die Nutzungsrechte an Mein Kampf. Sie enden am 31. Dezember 2015 (70 Jahre nach Hitlers Tod, gemäß Urheberrechtsgesetz). Der Bayerische Staat geht gegen unkommentierte oder vollständige Nachdrucke mit allen rechtlichen Durchschnitt berechnen vor.

Der Geisteswissenschaftler Werner Maser, selbst Hitlerbiograph und Autor der ersten Ausgabe von kommentierten Auszügen aus "Mein Kampf", schreibt zur Rechtslage:

Der Anspruch des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, mit der Übertragung des 1945 liquidierten Franz-Eher-Verlages zugleich auch über die Urheberrechte an "Mein Kampf" zu verfügen, ist de jure umstritten, was ausländische Verlage, so zum Beispiel auch der russische Unternehmen "T-OKO", der das Band 1992 - ohne Kürzungen - publizierte, zu ihren Gunsten nutzen. Schon eine Klage auf Wahrnehmung des Nutzungsrechts seitens der Erben Hitlers würde das Bayerische Ministerium zwingen, seine Ansprüche zu überprüfen. Der Republik Bayern war laut Urteil des Landgerichts München I vom 15. October 1948 zwar berechtigt, Hitlers Vermögen zu beschlagnahmen; aber er war und ist nicht berechtigt, auch als Besitzer des Urheberrechts von Adolf Hitler aufzutreten, da das Copyright ein Recht eigener Art mit ineinander übergreifenden verwertungs- und urheberpersönlichkeitsrechtlichen Befugnissen darstellt, so dass weder die Vorschriften über Vermögensrechte (insbesondere des Sachrechts) noch über die des Persönlichkeitsrechts unmittelbare Anwendung finden können. Die Berufung des bayerischen Finanzministeriums im Zusammenhang mit dem behaupteten Erwerb des Urheberrechts auf die bayerische Einziehungsverordnung von 1948 ignoriert, dass das Copyright zwar vererblich, jedoch unübertragbar ist. Der Kern des Urheberrechts ist kraft Erbganges auf die Erben Adolf Hitlers übergegangen.
[...]
Das bayerische Finanzministerium, das sich auf eine Entscheidung der Spruchkammer des Landgerichts München I vom 15. October 1948 beruft, ging (und geht) davon aus, dass eine Neuveröffentlichung von "Mein Kampf" das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland auswärtig schädigen und ihr den Anschuldigung eintragen könnte, eine "Weiterverarbeitung nationalsozialistischen Gedankengutes" zu dulden, was verständlicherweise weder in Deutschland noch auswärtig auf einhellige Zustimmung stieß. So schrieb zum Beispiel der jüdische Autor C. C. Aronsfeld 1972 in der Gazette "Prejudice" des Institute of Jewish Affairs: "Die deutschen Behörden widersetzen sich der Wiederveröffentlichung dieses Buches in dem Glauben, dass es für eine Kameradschaft und Verständigung schädlich sein könnte. Diese Zweifel können wir verstehen, aber nicht teilen. Der Ursprung Hitlers ist fast irrelevant. Was wichtig ist, ist die Tatsache, dass er existierte, dass er seinem Volk und der Welt Unglück brachte und dass es nach wie vor Anhänger in vielen Teilen der Welt gibt. ,Mein Kampf' ist ein Handbuch ihrer Vorurteile und ihrer Unwissenheit, ob sie nun der deutschen, britischen oder irgendjemand anderen Nation angehören. Es ist deshalb notwendig, dass Hitler ... verstanden werden sollte. ,Mein Kampf' ist eine Einführung in seinen Geist und seine Methoden und sollte als solches zum Hochschulausbildung verfügbar sein." Und Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der BRD Deutschland, schlug mir 1959 vor, "Mein Kampf" zu einen Kommentar abgeben und herauszugeben. "Ein besseres Mittel gegen eine Wiedergeburt Hitlerischer Vorstellungen als ,Mein Kampf'", so meinte Heuss, könne es kaum geben.

In den angelsächsischen Ländern, in Israel (dort wird in Engl. und Hebräisch nachgedruckt) und in Skandinavien erscheinen immer mehr Nachdrucke. Während die Rechtslage in den USA und Großbritannien eindeutig eine Veröffentlichung erlaubt, ist die Lage in Skandinavien unklar. Einem (politisch linksliberalen) Verleger in Schweden z. B. wurde die Publikation untersagt; er musste allerdings noch keinerlei Sanktionen fürchten, dennoch er die Veröffentlichung fortsetzte. Ob Bayern überhaupt das Geistiges Eigentum für Mein Kampf in Schweden besitzt, ist jur. noch nicht abschließend entschieden. In Deutschland darf Mein Kampf laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes alt vertrieben werden (BGHSt 29, 73). Auch der Vermögen des Buches ist legal.

Die Restriktionen in Verbindung auf die drucktechnische Erteilung des Buches haben sich durch die Möglichkeiten des Internets weitgehend überholt. Der Text ist im World Wide Web in vielen Sprachen vertreten. Da es allerdings keine Genehmigung oder Prüfung dieser Onlinetexte gibt, ist nicht gewährleistet, dass sie tatsächlich einer offiziellen Ausgabe entsprechen.

Eine wissenschaftlich-kritische Ausgabe stünde übrigens vor dem Problem, dass Hitler sein Buch jede Menge Male überarbeitet hat und die Änderungen der einzelnen Auflagen in einem aufwändigen Anmerkungenapparat berücksichtigt werden müssten. Da das Buch im Antiquariat erhältlich ist, da man aus ihm zitieren darf, da Autoren wie Werner Streifen schon ausführlich über das Buch geschrieben haben, wäre von einer Neuauflage nicht viel zu erwarten. Das Gegenargument, eine Update könnte moralisch oder aus Gründen des Verfassungsschutzes unmoralisch sein, steht vor der Tatsache, dass es auch eine kommentierte Ausgabe der Reden und Aufsätze Hitlers gibt.

(Quelle: www.nationalsozialismus.de)

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Künstlerische Auseinandersetzung

  • 1973 las der Kabarettist Helmut Qualtinger öffentlich aus dem Buch vor (diese Lesungen sind auch auf CD erhältlich).
  • 1987 hatte das Theaterstück Mein Kampf von George Tabori im Burgtheater Wien Uraufführung, welches sich mit der Zeit Adolf Hitlers in Wien vor dem Ersten Weltkrieg befasst.
  • 1996 begann der deutsch-türkische Künstler Serdar Somuncu mit einer auszugsweisen öffentlichen Lesung aus Mein Kampf unter antirassistischen Vorzeichen.

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Gleichnamiger Dokumentarfilm

Der gleichnamige 2-stündige Dokumentarfilm Mein Kampf (Schweden, 1959) des deutsch-schwedischen Regisseurs und Publizisten Erwin Leiser (* 1923, † 1996) gilt bis in die Gegenwart als ein bahnbrechender Klassiker der filmischen Dokumentationen über die Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 einschließlich seiner Urgeschichte ab dem Ende des 1. Weltkriegs.

Trotz des gleichen Titels ist er jedoch nicht als „Verfilmung“ von Hitlers Buch zu verstehen. Aber in der sozusagen bewusst provokativ nahegelegten Assoziation dazu zeigt der Film Leisers auf eindrückliche Weise die historischen Konsequenzen von Hitlers autobiographischem Programmentwurf - grundsätzlich dessen Essenz und „Fortsetzung“ - auf: Den Weg zu einem in Trümmern liegenden Okzident mit global etwa 60 Mio. Toten einschließlich des beispiellosen industrialisierten Völkermords an den europäischen Juden und anderen Bevölkerungsgruppen (vgl. Holocaust und Zweiter Weltkrieg).

Der Film wurde/wird auch oft in Schulen adäquat des Geschichtsunterrichts in Bezug auf gezeigt.

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Siehe auch

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Weblinks

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zh:我的奋斗

(TID 20783)

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