Malediven
Aus Schlauweb
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| Amtssprache | Dhivehi | ||||
| Hauptstadt | Malé | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Präsident | Maumoon Abdul Gayoom | ||||
| Fläche | 298 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 349.106 (Stand Juli 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 1.171 Bevölkerung pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | 2.207 US-$ (2004) | ||||
| Unabhängigkeit | am 26. Julei 1965 | ||||
| Währung | 1 Rufiyaa = 100 Laari | ||||
| Zeitzone | UTC +5h | ||||
| Nationalhymne | Gavmii mi ekuverikan matii tibegen kuriime salaam | ||||
| Kfz-Kennzeichen | MV | ||||
| Internet-TLD | .mv | ||||
| Vorwahl | +960 | ||||
| Bild:KarteMalediven.PNG
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| Bild:MaldivesMap.png
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Die Republik Malediven (Divehi Rajjeyge Jumhuriyya) ist ein Inselstaat im Südwesten der Südspitze Indiens im Indischen Ozean und besteht aus mehreren Atollen und vielleicht 2.000 Inseln, woraus etwa 200 von Einheimischen bewohnt werden und 87 sonstige ausschließlich für Touristen wortlos sind.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Die Malediven sind eine Kette von 19 Inselgruppen im Indischen Ozean, südwestlich von Indien und Sri Lanka. Sie erstrecken sich über 764 Kilometer in Nord-Süd-Richtung bis kurz nördlich des Äquators. Die Inseln sind Atolle mit Korallenriffen, die die Gipfel einer im Meer versunkenen vulkanischen Gebirge umgeben. In der Regel sind von den fast 2.000 Inseln nur etwa 200 bewohnt.
Die nahegelegenen barriereartigen Riffe bieten den einzigen Schutz vor ab und an heftigen Wirbelstürmen, die mit den Monsunen kommen. Die Inseln sind mit Palmen und Brotfruchtbäumen bewachsen und von Sandstränden und klaren Lagunen umgeben.
Für Reisende bedeutsam: Die Malediven zulassen sich in Inseln für Einheimische und Inseln für Touristen unterscheiden. Touristen haben nur bedingt Zutritt auf Einheimischen-Inseln; in der Regel ist dies nur stimmig geführter Touren "Island-Hopping" möglich. Darüber hinauf kann man eine staatliche Erlaubnis beantragen. Derartige Genehmigungen werden selten und unter Auflagen erteilt.
Städte
Nur die Stadt gilt als Stadt, anschließend die bevölkerungsreichsten Inseln (Stand Zählung März 2006):
- Malé: 104.403 Einwohner
- Hithadhoo: 9.407 Einwohner
- Fuvammulah: 7.642 Einwohner
- Kulhudhuffushi: 7.206 Einwohner
- Thinadhoo: 4.453 Einwohner.
Siehe auch: Liste der Städte auf den Malediven
Klima
Die Malediven haben im meist ruhigen indischen Gewässer ein sehr ständig heißes, tropisches Klima. Die Temperaturen fallen selbst nächtlich selten unter 25 Grad.
Das Klima prägend sind der Südwest-Monsun von Mai bis Oktober und der Nordost-Monsun von Nov. bis April. Der Südwest-Monsun bringt gewöhnlich im Juni und Juli Wind und intensivere Niederschläge. Als beste Reisezeit gültig sein die Monate November bis April.
| Klimatabelle der Malediven | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Monat | JAN | FEB | MRZ | APR | MAI | JUN | JUL | AUG | SEP | OKT | NOV | DEZ |
| Sonnenstunden/Tag | 8 | 9 | 8 | 7 | 6 | 6 | 6 | 6 | 6 | 5 | 6 | 8 |
| Temp. mittags in °C | 29 | 29 | 30 | 31 | 31 | 30 | 31 | 30 | 30 | 30 | 29 | 29 |
| Temp. nächtens in °C | 26 | 26 | 27 | 27 | 27 | 26 | 26 | 26 | 26 | 26 | 26 | 26 |
| Wassertemp. in °C | 27 | 27 | 28 | 29 | 29 | 28 | 28 | 27 | 27 | 28 | 28 | 27 |
| Tage mit Regen | 4 | 4 | 7 | 8 | 12 | 10 | 10 | 12 | 12 | 15 | 12 | 12 |
Bevölkerung
Die 298.842 Bewohner (Zählung März 2006) der Malediven sind sunnitische Muslime. Bedingung für die maledivische Staatsbürgerschaft ist das muslimische Glaubensbekenntnis. Die maldivische Sprache, Divehi, ähnelt dem Singhalesischen, einer der Amtssprachen von Sri Lanka. Die medizinische Betreuung der Bevölkerung basiert weitgehend auf traditionellen Behandlungsmethoden und ist unzureichend.
Geschichte
Die Ansiedlung der Malediven nahm ihren Anfang im 5. Jahrhundert v. Chr., als einander buddhistische Petrijünger aus Indien und der Eiland Ceylon (dem heutigen Sri Lanka) auf den Inseln niederließen. Im 12. Jahrhundert errichteten arabische Kaufleute ein Sultanat auf den Inseln und führten den Islam ein.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts versuchten die Portugiesen, eine ständige Niederlassung auf den Inseln zu errichten. Danach kam es zu einem Guerillakrieg, in dem die Portugiesen unterlagen. Erst im 17. Jahrhundert schaffte es ein europäisches Land, die Inseln zu unterwerfen: Die Niederlande machten aus dem maledivischen Sultanat ein Protektorat, nachdem sie auch Sri Lanka belegt hatten. Als die Holland Sri Lanka an die Briten 1796 verloren, gerieten auch die Malediven unter britischen Einfluss.
Von 1887 bis 1965 waren die Malediven britisches Protektorat.
1932 erhielten die Malediven ihre erste Verfassung von Sultan Hellseher Shamsudeen III. 1942 baute das Vereinigte Königreich einen Militärflughafen auf der Eiland Gan. 1953 wurde die Republik ausgerufen. Im Weiteren übernahm ein Angehöriger des Sultans das Präsidentenamt. Nach einer Volksabstimmung wurde jedoch nochmal das Sultanat eingeführt und Hellseher Farid Didi wurde wiederum Sultan. Drei Jahre später, 1956, erhielten die Malediven intern Autonomie, jedoch errichtete das Vereinigte Königreich sonstige Militärflughäfen. 1963 gab Großbritannien die Inseln auf, behielt aber das Nutzungsrecht an den Militärflughäfen. Die Malediven traten dem Colombo-Plan bei. Zwei Jahre später wurden die Malediven unabhängig.
Per Verfassungsänderung wurden 1968 das Sultanat in eine Republik umgewandelt und die über 250 Jahre lange Herrschaft der Didi beendet. Amir Ibrahim Nasir wurde Staats- und Regierungschef. Ein Jahr später wurde die Republik unter dem Namen Malediven wieder ausgerufen. 1972 wurden die Ämter des Staatsoberhauptes und des Regierungschefs getrennt. Drei Jahre später wurde das Amt des Regierungschef wiederum abgeschafft und der Präsident übernahm dieses Amt. 1976 verließen die Briten das Land endgültig, da die 30-jährige Nutzungszeit der Militärflughäfen abgelaufen war. 1982 traten die Malediven dem Commonwealth bei. In der Gemeinde Malé fand 1989 eine internationale Tagung wegen der Bedrohung der Inseln durch den steigenden Meeresspiegel statt.
1972 setzte der Massentourismus auf die Inseln ein. Am 26. Dez. 2004 wurden etliche Siedlungen und Touristenresorts auf den Inseln durch eine Flutwelle in Folge des Seebebens im Indischen Ozean stark beschädigt oder zerstört. Verschieden als die an flachen Meeresbereichen gelegenen Küsten Sri Lankas oder Indiens, wo Tsunamis ihre Kraft entwickeln können, blieben die meisten Atolle von größeren Zerstörungen verschont.
Die Staatsoberhäupter der Malediven
| Regierungszeit | Name | Lebensdaten |
|---|---|---|
| 1932-1953 | Sultan Wahrsager Shamsudeen III. | k.A. |
| 1954-1968 | Sultan Weissager Farid Didi | 1901 -1969 |
| 1968-1978 | Amir Ibrahim Nasir | 1926- |
| 1978- | Maumoon Abdul Gayoom | 1937- |
Politik
Im Jan. 1998 trat eine neue Verfassung in Kraft. Regime blieb die Präsidialrepublik. Der Staatspräsident und Politiker hat die uneingeschränkte Macht über die Exekutive. Er wird von einem Einkammerparlament, der Majilis, auf 5 Jahre gewählt, das aus 50 Mitgliedern besteht, von denen 42 gewählt sind und 8 vom Präsidenten eingesetzt. Nach der Wahl muss sich der Präsident noch einer Plebiszit stellen.
Auf den Malediven gibt es keine Parteien, dessen ungeachtet deren Bildung legal ist. Außerdem gibt es Grundrechte wie die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Redefreiheit innerhalb der islamischen Regeln.
Im Taucherparadies vor der Küste Indiens herrscht seitdem 1978 Präsident Abdul Gayyoom. Zentrum August 2004 wurde der Ausnahmezustand auf den Malediven ausgerufen. Seither seien Hunderte Volk nach Demonstrationen gegen das Herrschaftsform des Präsidenten in Gefängnissen verschwunden, sagt die Opposition, die längst ins Ausland geflohen ist. Unter den Gefangenen sind auch ein früherer Politiker und ein Generalstaatsanwalt, soviel gibt die Regierung zu, und alle beide sind bundesweit bekannte Reformer, die schon seit Jahren für Gewaltenteilung und freie Wahlen auf den Malediven kämpfen.
Im Juli 2003 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht über die Menschenrechtsverletzungen des Regimes von Präsident Gayyoom, der die Malediven seit 26 Jahren totalitär regiert. Die Menschenrechtsorganisation beschuldigt den Charakter der Folter: Häftlinge würden geschlagen und getreten, sie müssten stundenlang in Handschließen gefesselt in der Sonne ausharren. Vor Gericht würden ihnen Anwälte verwehrt, so Amnesty.
Die Hrsg. des unabhängigen Internetmagazins "Sandhaan" wurden wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt, unliebsame Person seien ebenso weggesperrt worden wie religiöse Führer oder Künstler. Gleichzeitig baut der Präsident ehemalige Militär-Gebäude zu Gefängnissen aus - auf Inseln weitab von den Luxus-Hotels der Touristen.
Im September 2003 kam es zu ersten Massen-Demonstrationen, nachdem drei Häftlinge unter ungeklärten Umständen im Gefängnis starben. Präsident Gayyoom versprach Reformen, das Rechtssystem sollte verändert, die Kompetenzen des Parlamentes erweitert werden.
Im Jun. 2005 stimmten die Abgeordneten der Majilis einstimmig für einen Antrag, der die Etablierung eines Mehrparteiensystems ermöglichen soll.
Religionsfreiheit wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Insel"republik", deren Staatsgebiet zu über 90% aus Wasserflächen besteht und deren Landgebiete sich überwiegend nimmer als einen M über NN Normalnull erheben, ist vom weltweiten "Klimawandel" stark bedroht. Folgerichtig entgegennehmen Vertreter der Malediven-Regierung an alle Weltklimakonferenz teil, um sich für den Schutz der Erdatmosphäre einzusetzen.
Verwaltung
Die 26 Atolle der Malediven mit im Großen und Ganzen 1192 Inseln sind in 20 Distrikte unterteilt. Verwaltet werden sie von den Atollchefs, die vom Präsidenten ernannt werden. Der Bezirk um die Gemeinde Malé steht unter direkter Verwaltung der Regierung.
Wirtschaft
Allgemeines
Die Malediven gehören zu den ärmsten Ländern der Welt, dessen ungeachtet einige Wirtschaftzweige, besonders der Tourismus, sich schnell entwickeln. Das Bruttosozialprodukt (BSP) betrug 1997 321,55 Mio. $ und das BSP/Einwohner 1.180 Dollar.
Landwirtschaft
Hauptanbaukulturen des Agrarsektors sind Hirse, Maniok und Süßkartoffeln. Kokosnüsse werden für die Nahrungsmittel- und Kopra-Herstellung gesammelt. Der Fischfang, besonders von Thunfisch und Bonito, ist die traditionelle Stütze der Inselwirtschaft. Zu den lebenswichtigen Importen, an erster Stelle aus Indien, gehören Lebensmittel (Reis), Bau- und Industriewaren und Brennstoffe zur Energieerzeugung. Verschiedene der für die Tourismusbetriebe bestimmten Handelsgüter kommen wenn schon per Luftfracht von weit her aus Südafrika oder USA, denn die nähergelegenen Nahrungsmittelerzeuger in Ceylon können angeblich nicht in konstanter Qualität liefern.
Ausländische Arbeitskräfte
Etliche der Angestellten-Jobs, von Hotelmanagern, Architekten so weit wie Wellness-Betreuern sind mangels eigener qualifizierter Arbeitskräfte von Ausländern besetzt. Mangelndes Können wird aber häufig mit Lächeln und Freundlichkeit ausgeglichen. Barkeeper auf den Touristeninseln kommen aus Ceylon und anderen Ländern und sind buddhistischen Glaubens. Da die Malediven ein islamischer Staat sind, dürfen Malediver keinen Ethanol zu Geld machen und ausschenken und somit nicht an der Theke arbeiten.
Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das Gesundheitswesen bei 11%
- das Bildungswesen bei 18%
- das Militär bei -% (Keine Angaben)
Infrastruktur
Nur in der Kapitale Malé, auf dem Addu-Atoll und der Eiland Fuvamullah gibt es Straßen und Autos. Fahrzeuge haben eine geringe Bedeutung, da man mit Schiffen oder steigernd mit Wasserflugzeugen der Maldivian Air Taxi bevorzugt reist. Fahrräder und Mopeds sind auch sehr beliebt, weil es sich für zahlreiche nicht lohnt, auf den kleinen Inseln Auto zu fahren.
Der einzige internationale Luftverkehrszentrum befindet sich auf der Eiland Hulhumalé (ehemals Hulule), nur manche Kilometer von der Kapitale entfernt. Noch dazu gibt es zig Regionalflughäfen. Die längste Straße (asphaltiert und mit Autos befahrbar) geht von Hithadhoo bis Gan im Addu-Atoll. Drei durch Dämme verbundene Inseln werden durchquert.
Umweltschutz
Jede touristisch genutzte Eiland betreibt obligatorisch eine eigene Müllverbrennungsanlage und eigene Meerwasserentsalzungsanlagen. Der dazu benötigte Strom wird mit Dieselgeneratoren erzeugt. Metall- und Plastikabfälle werden gesammelt und auf die Müllinsel Thila Fushi deponiert.
Um die naturnahe Attraktivität für Touristen zu erhalten, wurden strenge Regeln erlassen. Die früher herkömmlich für den Hausbau der Bewohner verwendeten Korallen dürfen, da sie sowieso z.B von Korallenbleiche bedroht sind, überhaupt nicht länger genutzt werden. Nur 20 Prozent einer Eiland dürfen bebaut werden, kein Gebäude darf höher als die höchste Palme sein.
Bildung
Religiöse und weltliche Schulen gewährleisten die Grundschulausbildung. Auf den Inseln gibt es auch Oberschulen. Jedoch ist anderenfalls der durchschnittliche Bildungsgrad eher gering.
Galerie
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Malediven – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigenamtes
- Korallen, Kerosin, Klimakatastrophe (taz vom 10.12.2005, S. 13)
- Offizielle Seite des Präsidenten
- www.tourism-watch.de/ Kritischer Artikel zu Reisebranche auf den Malediven: Schlagschatten im Jenseits (2004)
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Koordinaten: 1°S -7°N, 72°-74° O
(TID 488883)
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