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Kelten - Schlauweb
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Kelten

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Als Kelten (lat. celtae, galli, griech. keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen) bezeichnete man schon in der Antike ein Volk oder eine Gruppe von Völkern und Stämmen europäisch und Kleinasien, die sich durch kulturelle Gemeinsamkeiten und verwandte Sprachen auszeichneten. Je nach Metier oder Sichtweise werden mit dem Begriff Kelten entweder Stämme mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische Definition) oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft der Eisenzeit (sprachwissenschaftliche Definition) bezeichnet. In der Forschungspraxis werden die beiden Definitionen häufig nicht deutlich hinlänglich geschieden. Grundsätzlich ist es fraglich, ob die Kelten eine Ethnie, daraus ergibt sich ein geschlossenes Volk bildeten. (s. a. Volk, Ethnie, Ethnogenese).

Auch die heutige Lehre sieht in den keltischen Sprachen eine eigene indoeuropäische Sprachgruppe, während die Archäologie in den keltischen Stämmen in Mitteleuropa (vom Norden Spaniens bis nach Böhmen) kulturelle Gemeinsamkeiten während der jüngeren Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) sieht. Sie setzt alles in allem die Gruppe der antiken keltischen Stämme, sogenannte Zeit der „klassischen Kelten“, mit der La-Tène-Kultur gleich, die im 5.1. Jahrhundert v. Chr. weite Teile Mitteleuropas prägte. Der Name La Tène bezieht sich auf einen Fundort in der Nähe des Neuenburgersees (Westschweiz), wo in der Mittelpunkt des 19. Jahrhunderts reiche Funde gemacht wurden. Die La-Tène-zeitliche Kultur umfasst aber nicht das gesamte Ausbreitungsgebiet keltischer Gruppen und Sprachen nach der Überlieferung der Antike.

Bild:Celts 800-400BC.PNG
Die Kelten europäisch
Ocker: Kernbereich Nordwestalpine Hallstattkultur (ca. 750500/450 v. Chr.)
grün: Ausbreitung La-Tène-Kultur, bzw. orange: der keltischen Sprache (3. Jh. v. Chr.)

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

In ihrer weitesten Ausprägung reichte die keltische Kultur von Irland, Südostengland, Nordspanien und Frankreich im Europa bis Westungarn im Osten, von Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der Mittelgebirge. Außerdem gab es das Siedlungsgebiet der Galater in Anatolien (heutige Türkei). In Galatien möglich machen sich zwar einzelne Latène-Fibeln nachweisen, doch kann dort nicht von einer keltischen Kultur qua der Latène-Kultur die Rede sein; maßgeblich ist hier vielmehr ein spätantiker Beleg, worauf dort ein Regionale Sprachvariante ähnlich wie in der Gegend um Trier gesprochen wurde und die von der Antike bezeugte Immigration keltischer und thrakischer Stämme nach Anatolien. Es manifestierte sich auch in der Gleichstellung der Bezeichnung für die Gallier in Französische Republik und die Galater in Kleinasien. Irland erreichte nur sprachliche Einflüsse des Keltischen in der Spätantike bzw. in frühchristlicher Zeit.

Im Süden des keltisch geprägten Gebietes Mitteleuropas grenzte erst einmal noch der etruskische, später der griechisch-römische Kulturkreis an, nördlich des keltischen Einflussgebietes waren germanische Stämme ansässig.

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Geschichte

Bild:Keltenfürst Glauberg Gesicht.jpg
Der Keltenfürst vom Glauberg (ca. 500 v. Chr.)
Bild:Keltenfürst Glauberg.jpg
Der Keltenfürst vollständig

Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, die die Keltoi einerseits an den Quellen der Donau und zum anderen im Hinterland von Massilia (Marseille) identifizierten. Ihr Auftreten fällt mit der eisenzeitlichen Späthallstattkultur in Mitteleuropa zusammen. Diese Kultur hatte sich seit etwa 750 v. Chr. in einer Region zwischen Ostfrankreich und der Schweizerische Eidgenossenschaft über Süddeutschland und Österreich bis Slowenien aus den ansässigen spätbronzezeitlichen Kulturen entwickelt, wobei z. T. Kontakte zur südeuropäischen Antike begutachtet wurden. Sie ist berühmt für ihre reich ausgestatteten Fürstengräber aus Süddeutschland und der Bourgogne (z. B. in Hochdorf an der Enz und Vix). In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gerieten die Gesellschaften am nördlichen und westlichen Rand der Hallstattkultur kumulativ unter ihren Einfluss, übernahmen einen Teil ihrer Sitten und wurden ins hallstättische Beziehungsnetz eingebunden, wobei die Hunsrück-Eifel- und die Champagne-Marne-Region im Abendland sowie die Gegend um den Dürrnberg (Hallein) in Österreich bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle einnahmen.

Der Hallstattkultur folgt die als keltisch zu bezeichnende La-Tène-Kultur (ab ca. 480 v. Chr. bis 40/0 v. Chr., je nach Region), deren Kunststile durch mediterrane Vorbilder geprägt sind. Die La-Tène-Zeit stellt die Blüteperiode keltischer Kultur dar.

Erste Aufenthalte von Kelten im vormals v.a. etruskisch geprägten Oberitalien sind ab dem 6. Jahrhundert a. Chr. n. nachweisbar. Während der ab dem 5. Jahrhundert a. Chr. einsetzenden Wanderungswellen wird die keltische Kultur in Nordspanien und Portugal fassbar, wobei hier kein Verdrängen ortsansässiger Kulturen geprüft werden kann. Ein allmähliches Annehmen mitteleuropäischer Kulturelemente durch die ansässige Gesellschaft ist weit wahrscheinlicher. Die in Nordspanien und Portugal lebenden Volk der späten Eisenzeit werden deshalb auch als Keltiberer bezeichnet. Keltische Gruppen ließen sich in Oberitalien und der Poebene nieder, woher aus sie zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. unter anderem Rom angriffen. Die Belagerung Roms unter dem keltischen Heerführer Brennus (wahrscheinlich 387/386 v. Chr.) hinterließ bei der späteren Imperium ein lang anhaltendes Trauma.

Zusätzliche Stämme drangen über Südosteuropa und den Balkanstaaten nach Griechenland und Kleinasien vor, begegneten Alexander dem Großen und plünderten Delphi. Ein Stammesteil ließ sich schließlich in Zentralanatolien abwärts und wurde als Galater noch Jahrhunderte später im Neuen Testament erwähnt.

Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden vom Orient ausgehend Oppida, das heißt Städte gegründet. Die keltische Oppidakultur erlebt ab Ende des 2. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. ihre Blüte, wobei sie infolge ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Differenzierung, hochentwickelter Handwerks- und Kunstfertigkeit sowie Fernhandel die Stufe zur Hochkultur erreichte. Einzig das Fehlen einer allgemeinen Schriftlichkeit steht dieser Bezeichnung entgegen. Man darf aber von einer exakten Weitergabe mündlichen Wissens im Bereich der keltischen Stämme ausgehen.

Die größte Ausbreitung erreichten die Kelten um 200 v. Chr.. Im Orient ihrer Siedlungsgebiete, das bedeutet im weitesten Sinn „rechtsrheinisch“, verschwand die keltische Kultur in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. u. Z. weitgehend, was vielleicht mit dem Vorrücken germanischer Stämme nach Süden zusammenhängen könnte. Dagegen überlebte die keltische Lebensart in Gallien und südlich der Donau in Rätien – sowie unter anderem auch im heutigen Rheinland-Pfalz, Saarland und Bayern – nach Eroberung durch die Römer unter Caesar (in Gallien) bzw. unter Augustus (in Rätien) noch einige Jahrzehnte und ging mit zunehmender Romanisierung etwa seit der Zeitenwende in der relativ eigenständigen gallo-römischen Kultur bzw. der norisch-pannonischen Kultur auf.

Der Ursprung der Kelten auf den britischen Inseln ist umstritten. Spuren einer Immigration sind für den Großteil der Inseln fremd und bis auf den Südosten Englands auch wenig wahrscheinlich; wahrscheinlich waren die britischen Inseln jedoch darüber auf sprachlich mit dem keltischen Gegend verbunden. Man spricht deshalb auch von "secondary Celts" (im Gegensatz zu den antiken Kelten). Jedenfalls besteht auf den britischen Inseln eine keltisch geprägte Kultur, wobei die Zuordnung hier namentlich dank linguistischer Annahmen erfolgt. Nur in Südost-England sind für das 1. Jahrhundert a. Chr. auch archäologische Zeugnisse der „klassischen“ kontinentalen keltischen Kultur nachzuweisen. Mit Ausnahmefall von Irland und den nördlichen Teilen Schottlands gehörten die britischen Inseln vom 1. bis zum frühen 5. Jh n. Chr.zum römischen Reich. Nach Abzug der Römer kehrten die Briten aber nochmals zu latènezeitlicher Kultur zurück, mit dem Unterschied dass sie das Christentum beibehielten. Dieses Inselkeltentum blieb in den Randzonen Wales und Cornwall noch bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. eigenständig. Die frühe Christianisierung Irlands erfolgte durch britisch-keltische Mönche (z.B. Patrick). In weiterer Folge wurden große Teile Europas von Irischen Mönchen christianisiert.

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Wissenschaftliche Kontroverse

Je nach Metier oder Sichtweise werden mit dem Begriff Kelten entweder Stämme mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische Definition) oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft der Eisenzeit (sprachwissenschaftliche Definition) bezeichnet.

In der Forschungspraxis werden die beiden Definitionen häufig nicht deutlich reicht geschieden. Grundsätzlich ist es fraglich, ob die Kelten eine Ethnie, das heißt ein geschlossenes Volk bildeten. (s. a. Volk, Ethnie, Ethnogenese).

Iren, Schotten, Waliser und Bretonen definieren sich in neuerer Zeit zu Beginn aus einer Begrenzung gegen Engländer oder Franzosen als Kelten. Dabei diente die frühe sprachwissenschaftliche Bestimmung des 18. Jahrhunderts als Legitimation: Der Kelten-Begriff hat sich hier auf eine völlig zusätzliche Region und Bevölkerung verschoben, deren Gemeinsamkeit mit den Festlandkelten der vorrömischen Eisenzeit zu Beginn darin besteht, dass die Linguistik sie einer gemeinsamen Gruppe zugewiesen hat. Die Sache besteht darin, dass man nicht weiß, wie die keltischen Sprachen auf die britischen Inseln gekommen sind.

Dieser Artikel geht an erster Stelle von den Erkenntnissen der archäologischen Lehre aus, die auf die Ausbreitung und Ausprägung der La-Tène-Kultur fokussiert.

Ein besonderes Kapitel ist das nachantike und frühmittelalterliche keltische Selbstverständnis verschiedener Randgruppen und Nachbarn des zerfallenden Römischen Reiches. Die Erinnerung an gemeinsame Kämpfe gegen das Römische Reich sowie verbindende geschichtliche Ereignisse, überliefert in Mythen und Sagen, werden in der mittelalterlichen Literatur und Kunstgriff verzögert und romantisch verklärt.

Bild:KeltendorfDJHSteinbachamDonnersberg.jpg
Wiederaufbau eines Keltendorfes bei Steinbach am Donnersberg

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Allgemeines

Die Kelten vermieden es vermutlich bewusst, gesellschaftliche, religiöse oder ihre Überlieferung betreffende Inhalte schriftlich festzuhalten, wie zum Beispiel Caesar berichtet. Es gibt aber sowie eine Reihe Inschriften in griechischer Schrift wie auch archäologische Nachweise von Schreibgerät aus den spätkeltischen Oppida, die Literalität – besonders in wirtschaftlichen Ahnden – und eventuelle Fremdsprachenkenntnisse, mindestens der Oberschicht, nahe legen.

Die Kenntnisse über die Kelten fußen auf der Geschichtsschreibung ihrer mediterranen Nachbarn (antikes Griechenland, Römisches Reich) sowie auf archäologischen Funden. Die spätantike bzw. frühmittelalterliche Ogham-Schrift, die beispielsweise von irischen Grab- und Grenzsteinen des 4.-7. Jahrhunderts n. Chr. bekannt ist, scheint nur wenigen Eingeweihten bekannt gewesen zu sein und nur begrenzte Aussagemöglichkeiten gehabt zu haben.

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Wirtschaft

Die keltische Wirtschaft basierte auf Ackerbau und Viehzucht. Auf kleinen, umzäunten Äckern wurden Teil einer Pflanze (Emmer, Dinkel, Gerste, Hirse) und Leguminosen (Saubohnen, Erbsen, Linsen) angebaut. Bekannt waren unter anderem Löwenzahn, Brennnessel, Rübe, Rettich, Sellerie, Zwiebel und Kohl. Aus archäologischen Funden (Speiseresten) in Hallstatt lässt sich etwa ablesen, dass die Kelten ein noch dieser Tage in Österreich übliches Gericht gegessen haben, „Ritschert“, einen Eintopf aus Rollgerste und Bohnen.

Da das lateinische Wort für Bier (cervisia) ein keltisches Lehnwort ist, wird vermutet, dass die Kelten das Brennen beherrschten. Römische Autoren beschreiben das Getränk allerdings mit deutlichem Abscheu. In Hochdorf und dem Glauberg ist Met archäologisch geprüft (Pollenfunde).

Wichtigstes Haustier war das Rind, welches anliegend der Anlieferung von Fleisch, Milch (Käse) und Leder auch unveränderlich bei der Ackerbestellung war. Neben wurden Schafe (Wolle) und Schweine gehalten; Hunde kannte man gleichermaßen als Nutztiere (Hütehunde und Jagdhunde). Pferde waren ein Statussymbol und bei Kriegszügen wichtig und wurden wahrscheinlich von verständigen auf Stämmen intensiver gezüchtet.

Von Bedeutung für die keltische Wirtschaft war auch der Bergbau. Bergbau auf Salz ist eindeutig nachgewiesen. Eisengewinnung und -verhüttung ist zu vermuten. Es fehlen hier aber aus den Mittelgebirgen meist die letzten Beweise eines eisenzeitlichen Eisenerzabbaus.

Vermöge der reich ausgestatteten Hügelgräber der späten Hallstattzeit („Fürstengräber“) kann vermutet werden, dass die Gesellschaft auf lokaler Ebene einem „Fürsten“ unterstand. In der späten La-Tène-Zeit hatten sich weiträumige politische Strukturen entwickelt.

Die keltischen Stämme auf dem Erdteil übernahmen das Geldwesen von Griechen und Römern, prägten aber eigene Münzen. Sie dienten zunächst wahrscheinlich allein zum Informationsaustausch. Spätestens zu Beginn des 1. Jh. vor unserer Zeitrechnung war mindestens die westliche (gallische) Oppidakultur zur 3-Metall-Währung übergegangen. Das heißt es wurden anliegend Gold- auch Silber- und Potinmünzen geprägt. Silbermünzen scheinen dabei für den überregionalen Austausch genutzt worden zu sein, während Potinmünzen als "Kleingeld" dem örtlichen und regionalen Deal dienten. Nach der römischen Eroberung wurden in Gallien die Potinmünzen durch Bronzeprägungen ersetzt.

Grabfunde machen noch in diesen Tagen von dem ausgedehnten Deal der Kelten mit allen Völkern des antiken Europa. Exportiert wurden unter anderem Eisen, Zinn, Salz, Holz, Flachs, Wolle, Waffen, Werkzeuge, Prunkwagen, Textilien, Schuhe. Importiert wurden erstmal Glas, Wein und zusätzliche Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum.

Vorwärts der wichtigsten Handelsstraßen entstanden ab Zentrum des 2. Jh. ante Christum keltische Oppida; das sind befestigte städtische Siedlungen. Durch jahrzehntelange Ausgrabungen in mehreren Ländern sind einige Oppida in diesen Tagen besser bekannt. Einige guterforschte Oppida von Ost nach West:

In sich verständigen auf dieser Oppida andauern die Ausgrabungen weiterhin an. Aus zahlreichen weiteren Oppida liegen Ergebnisse aus kleineren Grabungskampagnen vor. Das populäre Bild eines keltischen Oppidums wird jedoch abstrahierend dargestellt durch die Ergebnisse in Tschechien, Manching und Bibracte geprägt.

Einsamkeit belastet den Kreislauf: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Einsamkeit und einem langfristigen Anstieg des Blutdrucks zumindest bei älteren Menschen. Das hat eine fünfjährige Studie von US-Forschern ergeben. Sie befragten zu Beginn der Untersuchung 229 Menschen im Alter von 50 bis 68 Jahren zu ihrer Selbstwahrnehmung bezüglich Einsamkeit. Bei denjenigen, die sich selbst bei diversen Fragen als einsam eingestuft hatten, beobachteten sie in den folgenden Jahren einen signifikanten Anstieg des Blutdrucks. Weitere mögliche Einflussfaktoren wie Alter, Gewicht, Alkoholkonsum oder Stress konnten dabei ausgeschlossen werden, betonen die Wissenschaftler um Louise Hawkley von der Universität von Chicago. ...... Weiterlesen!

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Gesellschaft

Die Einblicke historischer Schreiber in den Aufbau der keltischen Gesellschaft sind gering.

Gaius Iulius Caesar gibt im „Gallischen Krieg(De bello Gallico) einen Einsicht in die Gesellschaft der Kelten. Demnach gab es die Oberklasse der Fürsten, mit einer politischen und militärischen Führungsrolle. Aus den oberen Gesellschaftsschichten stammten wahrscheinlich auch die Druiden, mit Verantwortung des Kultus, der keltischen Religion. Den Druiden oblag zusätzlich die Rolle des Lehrers, Mediziners, Richters und Naturforschers. Sie bildeten sozusagen die intellektuelle Schicht des keltischen Gesellschaftssytems. Von den antiken Quellen und überlieferten Mythen keltischen Ursprungs wissen wir über deren Vormachtstellung auch gegenüber der Oberklasse der Fürsten. Viele wichtige Ämter wurden z. B. bei den Aeduern (Haeduern) über Wahlen vergeben, wie kommt es, dass... man sagen kann, dass es in der keltischen Brauch Züge von Volksherrschaft genauer Republik gibt.

Trotz Frauen in hohem Ansehen standen und alle hohen Ränge einnehmen konnten, war die keltische Gesellschaft in der Gesamtheit patriarchal organisiert. Die bekannteste keltische Kriegerin war Boudicca, Anführerin der Icener (Britannien), die im Aufstand gegen die römische Besatzung im Jahre 61 n. Chr., sowie Cartismandua, Königin der Briganten, die 77 n. Chr. von Agricola besiegt wurden.

So genannte Fürstengräber zeigen in den Grabstätten männlicher Toter meist reichere Grabbeigaben, wobei allerdings in den letzten bekannten – ausgesprochen reichen – Fürstengräbern des 4. Jahrhundert ausschließlich Frauen bestattet wurden. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in einfacheren Gräbern geringer; die Annahme ist, dass Frauen zusammenfassend keine Waffen mit ins Grab bekamen.

Siehe auch:

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Religion

Bild:Gundestrupkarret2.jpg
Darstellung des Cernunnos auf dem Kessel von Gundestrup

Über die Religion der Kelten ist wenig bekannt. Hauptgründe dafür sind wiederum die geringe Verbreitung bzw. Benutzung von Schrift sowie die Tradition der mündlichen Überlieferung des Druidentums, welches bei den Kelten einen hohen Stellenwert einnahm.

Zentral in der keltischen Theismus und Mythologie waren – nach Caesar – die Druiden, der keltische Priesterstand. Um das Druidentum ohne moderne (verstellende) Esoterik zu beschreiben, soll hier der Originaltext verwendet werden. Caesar schreibt u. a.: „Den Druiden obliegen die Angelegenheiten des Kultus, sie richten die öffentlichen und privaten Opfer aus und auslegen die religiösen Vorschriften. Eine große Zahl von jungen Männern sammelt sich bei ihnen zum Unterricht, und sie stillstehen bei den Galliern in großen Ehren.“ (Caesar: De bello gallico, VI, 13). Überhaupt bescheinigte Caesar den Kelten eine tiefe Religiosität (Caesar, De bello gallico, VI, 16)).

Nach der üblichen Interpretatio Romana glichen die Römer die keltischen Götter und Kulte den eigenen an. Das heißt, dass den keltischen Göttern, je nach ihrer „Zuständigkeit“ römische Interpretationen und Götternamen gleichgeordnet wurden. Teutates (u. a.) wurde beispielsweise Merkur, Cernunnos Iupiter, Grannus dem Apollo und Lenus dem Mars gleich geordnet, usw. Durch die unterschiedlichen religiösen Vorstellungen konnten diese Interpretationen hin und wieder von den römischen Patengöttern abweichen, womit dieselben römischen Götter in unterschiedlichen Regionen mit verschiedenen keltischen Beinamen erscheinen.

Die Ausbildung zum Druiden dauerte lange, nach Caesar gelegentlich so weit wie zwanzig Jahre: „Die Druiden annehmen in der Regel nicht am Bewaffnete Auseinandersetzung teil und entrichten auch nicht wie die Übrigen Steuern. [...] Diese großen Vergünstigungen veranlassen viele, sich aus freien Stücken in ihre Lehre unterweisen zu lassen, oder ihre Erziehungsberechtigte und Verwandte senden sie zu den Druiden. Wie es heißt, studieren sie dort eine große Zahl von Versen auswendig. Daher bleiben einige 20 Jahre lang im Unterricht.“ (Caesar, De bello gallico, VI, 14)

Daneben ihren priesterlichen Funktionen hatten die Druiden aber auch sehr wohl weltliche Pflichten und Privilegien. Die Druiden legten auch die Strafen fest, laut Caesar (VII 33,3) war die Exkommunikation (d. h. der Ausschluss von den Opferbräuchen) die schwerste der denkbaren Strafen. Die Druiden wären für ihre Gerechtigkeit bekannt, rühmte Strabon (IV, 4,4).

In Wales, welches jedoch nur eingeschränkt als keltisch bezeichnet werden kann, soll es auch weibliche Druiden feststehend haben. Diese Unterlagen herkommen aber aus wesentlich jüngeren Quellen. (Solin)

Anmerkung: Bei Fragen der „keltischen Religion“ ist bei modernen Veröffentlichungen (wenn sie nicht archäologisch in Linie gebracht sind) große Vorsicht geboten, da moderne esoterische Bewegungen sich allzu gern mit dem Prädikat „keltisch“ schmücken, ohne dass irgendwelche tatsächlichen „keltischen“ Bezüge bestehen. Eine Gottesglauben ohne schriftliche Überlieferung ist gut „auszunutzen“. Man kann eigentlich „alles“ rein interpretieren, was idiotischerweise auch übermäßig oft getan wird.

Siehe auch Keltische Kirche, Keltische Götter, Keltischer Kalender

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Kunst und Kultur

Sprache

Die keltischen Sprachen werden von der Geisteswissenschaft der westlichen Gruppe der indogermanischen Sprachen zugerechnet. Keltische Sprachen werden dieser Tage noch in Wales (Walisisch oder Kymrisch) sowie in Resten in Irland (Irisch; dort ist es seit 1922 amtlich erste Amtssprache, angrenzend dem Englischen), in Schottland (Schottisch-Gälisch in den Highlands) und in der Bretagne (Bretonisch; wurde von Auswanderern von den britischen Inseln im 5. Jahrhundert auf den Erdteil gebracht) gesprochen. Das Manx auf der Isle of Man starb in den 70er Jahren aus, das Kornische in Cornwall schon im 18. Jahrhundert. Es gibt aber in jüngster Zeit Bestrebungen, Manx und das Kornische nochmal zu einer lebendigen Umgangssprache zu machen. Auf der Iberischen Halbinsel wurde Keltiberisch gesprochen, welches im Zuge der Romanisierung unterging.

Bildende Kunst

Als uneingeschränkt keltisch, das bedeutet auf die geschichtlich belegten Kelten zurückzuführen, sind die Kunststile der La-Tène-Zeit, deren Erforschung besonders mit den Namen der beiden Archäologen Paul Jacobsthal und Otto-Herman Frey verbunden ist. Sie entwickelten sich ab Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. aus mediterranen Vorbildern, die von den keltischen Kunstschaffenden relativ frei interpretiert, zerlegt und zu einem ganz eigenen Form- und Kunstausdruck synthetisiert wurden. Ein gewisser Einfluss der Kimmerer und Skythen könnte bestanden haben, wobei die deutlichsten Vorbilder aber in der orientalisierenden Kunstfertigkeit der Griechen und Etrusker zu finden sind, die ihrerseits Vorbilder im Orient, zum Beispiel dem Iran gehabt verkäuflich scheinen.

Siehe auch Keltische Kunst, Keltische Muster

Literatur

Die Literatur und Mythologie der eisenzeitlichen Kelten ist unbekannt. Es wird gelegentlich – nur selten von archäologischer Seite – die These vertreten, dass Ausschuss festlandkeltischer Überlieferungen in die britischen Erzählungen des frühen und hohen Mittelalters reduziert sein könnten, unten vielleicht auch Teile der Artussage, die aber vermutlich ihren Kern erst in spätkeltischer, frühchristlicher Zeit hat, als die Randzonen des Römischen Reiches in Bewegung gerieten.

Von den Inselkelten sind Mythen in verschieden Zyklen überliefert, dem Fionn-Zyklus (handelt von dem irischen Helden Finn), dem Ulster-Zyklus (in erster Linie von der Geschichte zwei kämpfender Stiere), den vier Zweigen des Mabinogi (von Pwylls Lebensgeschichte) und der mythologische Zyklus.

Musik

Keltische Töne ist zwar durch Texte griechischer Autor belegt, ihre Art, Harmonie und Schall usw. ist jedoch verloren gegangen. Von archäologischen Funden und von Darstellungen auf römischen Reliefs kennt man das Aussehen der Carnyx, einer Art Trompete. Verschiedene keltische Münzen bilden Saiteninstrumenten ab, die den antiken griechischen Instrumenten Lyra und Kythara ähneln. Die Statue eines Mannes mit einem derartigen Saiteninstrument in den Händen wurde 1988 bei Ausgrabungen in der keltischen Festung von Paule-Saint-Symphorien in der Bretagne gefunden. Die dieser Tage als keltisch bezeichnete Tonkunst wurde erst ab dem 17. Jahrhundert niedergeschrieben und bezeichnete die traditionelle Tonkunst Irlands, Schottlands und der Bretagne.

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Keltische Stämme

Die gallischen Stämme, alles in allem unter Gallier geführt, besiedelten das heutige Frankreich, Teile der Schweiz, Luxemburg, das südöstliche Belgien, das Saarland und Teile des linksrheinischen Rheinland-Pfalz sowie Teile Hessens. Dabei werden die nördlichen Stämme bei Caesar als Belger bezeichnet, wobei besonders Gebiete im heutigen Belgien sowie in der Eifel hier in Fragestellung kommen (z.B. die Leuker).

Im heutigen Französische Republik und in den angrenzenden Erfordern Belgiens und Deutschlands waren es speziell die Allobroger (Savoyen und Dauphiné), die Ambianer (bei Amiens), die Arverner (Auvergne), die Bituriger (bei Bourges), die Cenomanen (Seine-Loire-Gebiet, sowie z. T. in Norditalien), die Eburonen (Eifel, Ardennen), die Häduer (Bourgogne, um Autun und Mont Beuvray (Bibracte)), die Mediomatriker (Region um Metz, Teile des Saarlandes), die Menapier, die Moriner, die Parisier (Zentralbritannien und Gallien/Paris?), die Senonen (bei Sens, sowie in Norditalien), die Sequaner, die Remer, die Treverer (im Moselraum, ab der Maas über Trier bis zum Rhein), die Veneter (an der Loire-Mündung), die Viromanduer (bei Vermandois) und eine Reihe anderer Stämme, die bei Caesar genannt wurden.

In Bayern, Baden, Württemberg und der heutigen Helvetien fand sich die Gruppe der Helvetier, unter anderem mit den Gauen der Tiguriner und Toygener, außerdem der Stamm der Vindeliker im heutigen Oberbayern und Bajuwarisch Schwaben (Augsburg = Augusta Vindelicorum als römische Stadt: Hauptort der Vindeliker) und um Manching sowie die Boier in Ober- und Niederbayern. Die Noriker in Oberbayern, südlich des Inns, und in Österreich, die Likater um den Lech in Oberbayern und Schwaben.

Im Süden des gallischen Gebietes, in Norditalien, saßen die Insubrer; im Norden die Nervier und Belger, die partiell auch in Britannien vorzufinden waren.

In Nordspanien die Gallicier und die Asturen, im heutigen Portugal die Lusitaner.

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Rezeptionsgeschichte

Politik

Die Berufung auf die Kelten in Frankreich, aber auch in Irland, Wales, Schottland und der Bretagne zeigt, wie in der Neuzeit versucht wird, die Vergangenheit als traditionsstiftend für moderne Nationen zu nutzen. Dabei wird die historische Realität des Öfteren verfälscht.

Briefmarken

Bild:Keltenbriefmarke Diller Hartig.jpg
Diller überreicht ein „rotes Album“

Das deutsche Sonderpostwertzeichen „Keltenfürst vom Glauberg“ (144 Ct., Auflage: 17 Millionen, Grafiker: Werner Schmidt, Frankfurt am Main) aus der Folge „Archäologie in Deutschland“ wurde am 7. Januar 2005 durch den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Geldmittel Karl Diller (MdB) in Büdingen vorgestellt.

Comics

  • Die Asterix-Geschichten handeln ausschließlich von dem Konflikt der Kelte mit den Römern.

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Literatur

Quellentexte

Allgemeine Literatur

  • Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Wien 1997 (2. Aufl.) ISBN 3-7001-2609-3.
  • Barry Cunliffe: Die Kelten und ihre Geschichte. München 2004, ISBN 3-7857-0506-9
  • Alexader Demandt: Die Kelten, 4. Aufl. München 2002, ISBN 3-406-44798-8
  • M. Dillon, N.K. Chadwick: Die Kelten. Von der Vorgeschichte bis zum Normanneneinfall. Zürich 1966.
  • Janine Fries-Knoblach: Die Kelten. 3000 Jahre europäischer Kultur und Geschichte. Stuttgart 2002, ISBN 3-17-015921-6.
  • John Haywood: Die Zeit der Kelten – Ein Atlas. Zweitausendeins, Frankfurt 2003, ISBN 3-86150-431-6.
  • P. Barford: Celts in Central Europe and beyond. Arch. Polona. 29.1991, 79-98
  • Raimund Karl: Einführung in die kulturwissenschaftliche Keltologie. PDF-File (7 MB, 239 Seiten)
  • Martin Kuckenburg: Die Kelten in Mitteleuropa. Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1593-6.
  • Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5
  • Stefan Zimmer (Hrsg.): Die Kelten. Mythos und Wirklichkeit. Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1908-7.
  • Sabine Rieckhoff und Jörg Biel: Die Kelten in Deutschland. Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1367-4.
  • Anne Ross: Pagan Celtic Britain. London 1974, ISBN 0-351-18051-6
  • Angus Konstam: Die Kelten – Von der Hallstatt-Kultur bis zur Gegenwart. Wien 2001, ISBN 3-85492-244-
  • Bernhard Maier: Die Kelten.Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. München 2000,ISBN 3-406-46094-1
  • Bernhard Maier: Die Religion der Kelten. Götter Mythen Weltbild. München 2001. ISBN 3-406-48234-1

Test: Alienware M11x - kleiner Kraftprotz für Spieler: Zwei Kilo leicht, für fast alle Spiele gerüstet und über sieben Stunden Laufzeit? Ein solches Notebook gibt es jetzt. Das M11x der Dell-Tochter Alienware überzeugte Golem.de im Test in fast allen Punkten. Da es keine Konkurrenz für dieses Gerät gibt, ist sogar der Preis vertretbar. (EDGE, Steam)... Weiterlesen!

Darpa will eine intelligente Kamera entwickeln: Bisher liefern Überwachungskameras einfach Bilder von einem beobachteten Ort. Allenfalls können sie noch einzelne Objekte erkennen. Die Darpa will Kamerasysteme entwickeln lassen, die nicht nur sehen, sondern auch verstehen, was in der beobachteten Szene vorgeht. (DARPA, Technologie)... Weiterlesen!

Siehe auch

Unser Star für Oslo - Die Suche beginnt : Pleiten, Pech und Pannen - so lässt sich das deutsche Auftreten beim Eurovision Song Contest in den vergangenen Jahren beschreiben. Jetzt soll alles besser werden - mit Stefan Raabs Hilfe. ... Weiterlesen!

Navibot SR-8855 - Samsungs Staubsaugerroboter kommt: Samsung will iRobot nun auch auf dem deutschen Markt Konkurrenz machen und einen eigenen Roboter als Haushaltshilfe anbieten. Der Staubsaugerroboter Navibot SR-8855 nutzt eine Kamera und verschiedene Sensoren, um automatisch die Wohnung zu reinigen. (iRobot, Samsung)... Weiterlesen!

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Kein Ende des Schnees - "Miriam" bringt weiteren Nachschlag : Der Winter bleibt Deutschland treu. In weiten Teilen des Landes haben Schnee und Eis bereits zu reichlich Chaos geführt. Jetzt bringt Tief "Miriam" weiteren Schnee-Nachschub. ... Weiterlesen!

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Aldi und Lidl wegen MPEG2-Patentverletzung verklagt: Einige Inhaber von MPEG2-Lizenzen haben die deutschen Discounter Aldi-Nord und -Süd sowie Lidl verklagt. Die Unternehmen sollen Patente verletzen, die für die Nutzung der MPEG2-Kompression notwendig sind. (Rechtsstreitigkeiten)... Weiterlesen!

Firefox 3.7: Dritte Alphaversion mit Hardwarebeschleunigung: Von Firefox 3.7 steht eine weitere Alphaversion als Download bereit. Die Alpha 3 bringt auf Windows-Systemen eine experimentelle Direct2D-Unterstützung, um das Rendering von Webseiten zu beschleunigen. Ansonsten wurde die Javascript-Engine überarbeitet und es gab eine Reihe von Fehlerkorrekturen. (Browser, Firefox)... Weiterlesen!


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