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Kamerun

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Bild:Disambig-grau2.png Dieser Artikel erläutert den Staat Kamerun; für sonstige Bedeutungen siehe Kamerun (Begriffsklärung).

(TID 537469)

République du Cameroun (frz.)
Republic of Cameroon (engl.)
Republik Kamerun
Bild:Flag of Cameroon.svg
Bild:Cameroon coa.png
(Details) (Details)

Wahlspruch: Paix, Travail, Patrie / Peace, Work, Fatherland
(frz. respektive eng., „Frieden, Arbeit, Vaterland“)

Amtssprache Französisch, Englisch
Hauptstadt Yaoundé
Staatsform Präsidialrepublik
Präsident Paul Biya
Premierminister Ephraim Inoni
Fläche 475.442 km²
Einwohnerzahl ca. 16.6 Mio. (UN, 2005)
Bevölkerungsdichte 35,7 Bewohner pro km² (2005)
BIP/Einwohner 740 US-$ (2004)
Unabhängigkeit von Frankreich am 1. Jan. 1960
Währung CFA-Franc (XAF)
BIP US $640 pro Person (Weltbank, 2003)
Zeitzone UTC+1
Nationalhymne Chant de Ralliement [1]
Kfz-Kennzeichen CAM
Internet-TLD .cm
Vorwahl +237
Bild:Kamerun-Pos.png
Bild:Kamerun-karte-politisch.png
Kamerun [ˈkaməruːn, kaməˈruːn

(TID 438491)

(TID 222876)

] (frz.: Cameroun [kamˈʀun

(TID 438491)

(TID 222876)

]; engl.: Cameroon [ˈkæməɹuːn

(TID 438491)

(TID 222876)

]) liegt in Zentralafrika und grenzt an Nigeria, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Republik Kongo, Gabun und Äquatorialguinea.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Landesinnere besteht meist aus flachen Plateaus, die sich nach Norden zum Adamawa-Hochland erheben und dann allmählich abermals zur Au des Tschadsees im äußersten Norden abfallen. Der Okzident ist von vulkanischem Gebirgszug bestimmt, das in Küstennähe vom aktiven Vulkan und der höchsten Erhebung Westafrikas, dem Kamerunberg, überragt wird. Die südlichen Plateaus sind mit Regenwald bezogen und senken sich zu breiten Ebenen in der Küstengegend ab.

Das Klima ist tropisch mit niederschlagsreichen Regenperioden und hohen Temperaturen, die in den Höhenlagen abgemildert sind. Im Norden des Landes, beim Tschadsee, ist das Klima trocken. Das tropische Klima summa summarum lässt eine Segmentierung in drei regionale Klimazonen zu. Im Norden des Landes ist es wechselfeucht mit einer Trockenzeit von October bis Apr. und einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von ca. 700 mm im Jahr. Hier liegen Kameruns Anteile am Tschadbecken mit Sumpfgebieten. Die Zeit, in der der geringe Niederschlag fällt, erstreckt sich von Juli bis September. Die mittlere Wärme liegt bei 32,2° Celsius. Hinsichtlich der hohen Temperaturen und den dazu im Gegensatz stehenden geringen Niederschlägen liegt in diesem Raum eine mittlere Dürrewahrscheinlichkeit (alle zwei bis fünf Jahre) vor. Im sich nach Süden anschließenden inneren Hochland (1.000 bis 1.500 m über dem Meer) erreicht die Wärme durchschnittlich 22 °C im Jahr und es fallen Niederschläge von 1.500 bis 1.600 mm jährlich. Hier vollzieht sich der Wechsel von den Savannen des Nordens zum Regenwald des Südens. Das folgende Westkameruner Bergland weist konstante Niederschläge zwischen 2.000 und 11.000 mm auf. Die Gegend an den südlichen Ausläufen des Kamerunbergs hat durchschnittliche Niederschlagsmengen von 11.000 mm und gehört deswegen zu den regenreichsten Voraussetzen der Welt. In diesen beiden Regionen kommt es zu einer „Trockenzeit“ zwischen Dez. und Februar, wobei auch diese Zeit nicht vollständig ohne Niederschläge bleibt. Die Küstenebene im Süden hat äquatoriales Klima mit Niederschlägen zwischen 1.500 und 2.000 mm und einer Durchschnittstemperatur von 25° Celsius. Hier gibt es dichten tropischen Regenwald. Die trockeneren Monate sind Dez. und Januar. Um den Naturraum Kamerun im Großen und Ganzen zu kennzeichnen, lässt sich sagen, dass Kamerun ein Afrika im kleinen darstellt. Bei den in Kameruns Süden und Zentrum vorkommenden Böden handelt es sich um ferrallitische Böden, also um Böden der äquatoriale Braunlehme der immerfeuchten Tropen. Im Norden, dem Bereich der Trocken- und Dornensavanne liegen typische rotbraune und rote Böden der Trockensavanne vor.

Die größten Städte

  1. Yaoundé: 2.000.050
  2. Douala: 3.500.120
  3. Garoua: 287.586
  4. Bamenda: 229.109
  5. Maroua: 205.635
  6. Bafoussam: 185.635
  7. Kousséri: 176.241
  8. Ngaoundéré: 143.030
  9. Kumba: 143.014
  10. Loum: 131.319
  11. Nkongsamba: 114.986
  12. Limbe: 96.629
  13. Edéa: 91.917

siehe auch Liste der Städte in Kamerun

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Bevölkerung

Ethnisch gliedert sich Kamerun in 286 verschiedenen Volks- und Sprachgruppen. Im Süden leben Bantu (Luanda, Ewondo, Kpe/Bakwiri, Duala [2% der Gesamtbevölkerung], Basaa, Ngoumba, Beti/Mpongwe-Fang [15% der Gesamtbevölkerung], Boulou, Makaa, Njem, Ndzimou u.a.), zentral und im Norden Semibantu (Bamiléké [19% der Bevölkerung], Bamoun [1,3% der Bevölkerung], Chamba (Samba), Tikar, Vute und andere) sowie tschadische (Kanuri (Volk), Massa, Moundang u. a.) und sudanische Ethnien (Kirdi [11% der Bevölkerung], Kotoko, Fulbe [10% der Bevölkerung], Gbaya u. a.); der südliche Regenwald ist Lebensraum einiger Tausend Pygmäen. Die europäische Minorität besteht meist aus Franzosen. Am dichtesten besiedelt sind das Weideland der Bamileke, die Küstenprovinz um die Hafenstadt Douala und das Gebiet um die Stadt Yaoundé. Demgegenüber sind die Mittelpunkt und der Südosten des Landes menschenarm.

Bild:Cameroon-demography.png
Bevölkerungsentwicklung in 1000

Sprachen

Es werden ungefähr ebenso etliche Sprachen gesprochen, wie es Völker gibt. Als Amtssprachen werden Französisch (ca. 80 % der Bevölkerung) und Englisch (ca. 20 % der Bevölkerung) verwendet. Die Hauptsprache im Norden ist Ful, im Süden sind die Hauptsprachen Jaunde und Pangwe, die Sprachen der Ewondo und Fang. Etwa 40 % der Gesamtbevölkerung sprechen Bantusprachen, über 20 % sprechen Sudan- und Az-Sande-Sprachen, der Rest der Bevölkerung spricht die Sprachen der Semibantu.

Bildungswesen

Trotz der Unterrichtspflicht beträgt der Anteil der Analphabeten noch über 25 Prozent. Staatliche Universitäten gibt es in Yaounde, Douala, Buea, Dschang und in Ngaoundéré. Die katholische zentralafrikanische Universität in Yaounde und die Bamenda-Universität der Technologie und Wissenschaften sind private Hochschulen.

Geburts- und Sterberate

Die Geburtsrate je 1000 Volk beträgt 39,3 (Weltdurchschnitt 25,0), während die Todesrate je 1000 Leute bei 11,9 liegt (Weltdurchschnitt 9,3).

Religion

In Kamerun sind rund 40 Prozent der Bevölkerung Christen, über 22 Prozent Muslime und der Rest sind Animisten. Die meisten Muslime leben in den nördlichen Regionen des Landes. So sind auch die Städte in den nördlicheren stark durch den Islam geprägt, zahlenmäßig sind die Muslime jedoch nur im Norden in der Überzahl. Ein überwiegender Teil der christlichen Bevölkerung pflegt nach wie vor auch lokale animistische Bräuche und Überzeugungen. Die etwa 30.000 Zeugen Jehovas im Land lehnen eine derartige Religionsvermischung jedoch entschieden ab. Die Kameruner Baptisten unterhalten seit über 100 Jahren enge Beziehungen zum deutschen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

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Geschichte

Bis 1884 stand das ganze Gebiet von Kamerun unter dem Einfluss selbständiger Häuptlinge, von denen die Duala die Mächtigsten waren.

Bild:Karte von Camerun.jpg
Historische Karte (um 1888)

Der europäische Einfluss begann im Anno 1472. Unter dem Kommando von Fernando do Poo landeten portugiesische Seeleute an der Küste Kameruns, im Delta des Wouri-Flusses. Auf Basis von der vielen Krabben, die sie in dem Fluss Wouri entdeckten, nannten sie ihn Rio de Camarões (Krabbenfluss), von dem sich der Name Kamerun ableitet. Mit dem Auftauchen der Portugiesen setzte um 1520 ein reger Deal besonders mit Sklaven, Elfenbein und Palmöl ein. Haupthandelspartner waren zu Beginn die Küstenstämme z. B. die Könige von Duala. Nicht nur an der Küste an Stelle vollkommen Bereich des heutigen Kamerun gab es bis zum 19. Jahrhundert aber und abermal bedeutende Reichsbildungen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Maoui-Reich, das weiter der Küstenregion vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Bestand hatte.

In den folgenden Jahren nach dem Erscheinen der Portugiesen wurden erste Zuckerrohrplantagen angelegt. Außerdem gewann der Sklavenhandel immer mehr an Bedeutung. Der Sklavenhandel endete erst am 10. Juni 1840, als die Duala-Könige Bell und Akwa den ersten offiziellen Vertrag zur Beendigung des Sklavenhandels mit der britischen Regierung unterzeichneten, obschon die Briten den Menschenhandel schon 1807 für illegal erklärt hatten. In diesem Intervall begann auch die Missionierung Kameruns sowie die Erforschung des Hinterlandes. Das geschah zu Beginn durch den deutschen Afrikaforscher Heinrich Barth, der 1851 i. A. der Königlichen Geographischen Gesellschaft London die Sahara durchreiste und dabei auch den Norden Kameruns erforschte, und dem deutschen Militärarzt Gustav Nachtigal, der als erster Europäer durch das Intern der Sahara reiste. Letzterer schloss Schutzverträge mit den Fürsten Dualas und anderen afrikanischen Herrschern ab und stellte somit die noch nicht von anderen Mächten beanspruchten Gebiete Kamerun und Togo 1884 unter deutsche Herrschaft. (Siehe auch Deutsche Kolonie)

Kamerun als deutsche Kolonie

Der Einfluss der Deutschen auf Kamerun war schon 1868 durch die Errichtung von Handelsniederlassungen an der Mündung des Wouri durch das Hamburger Handelshaus Woermann stärker geworden. Auf Druck dieses Handelshauses kam es am 14. Juli 1884 zu dem Auftrag Bismarcks an Gustav Nachtigal, die deutsche Fahne in Kamerun zu hochziehen und auf diese Weise Kamerun zu deutschem Reservat zu erklären, nachdem er die oben genannten Verträge ausgehandelt hatte. Der fünf Tage später kommende britische Konsul, der Kamerun für England in Vermögen annehmen wollte, konnte nur noch gegen diese Kolonisation protestieren.

Ein Aufstand der Bewohner von Joßdorf vom 20. Dezember bis 22. Dezember wurde durch Mannschaften der Korvetten Bismarck und Olga unter Konteradmiral Eduard Knorr niedergeworfen. Der Ort wurde zerstört und anschließend als Sitz des Gouvernements neu errichtet.

Die Grenzen des Schutzgebiets wurden jedoch schon ein Jahr später auf der Kongo-Konferenz (Kongo-Akte) in Spreeathen festgelegt. Die Befriedung des Schutzgebietes zog sich bis kurz vor den Ersten Weltkrieg hin. Erst 1901 bis 1903 wurden die islamischen Reiche Nordkameruns (Bornu, Adamawa, Mandara, Kotoko-Sultanate) durch die Schutztruppe in den deutschen Einflussbereich einbezogen. Die Deutschen begannen mit der Erforschung und Erschließung des Hinterlandes und leiteten die extensive landwirtschaftliche Anwendung ein. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden große Kakao- und Ölpalmen-Plantagen, erstmal am Kamerunberg, angelegt. Außerdem begann der Aufbau einer funktionierende Infrastruktur, um der aufblühenden Plantagenwirtschaft einen besseren Transport zu ermöglichen. Dem diente der Bau der Lok von Nkongsamba zum Port von Duala.

Der Grenzverlauf wurde in zahlreichen Verträgen aber und abermal neu festgestellt:

Zur Sicherung des Schutzgebiets rüstete Adliger von Gravenreuth im Jahreszeit 1891 eine größere Expedition aus, doch fiel er am 5. November 1891 bei Buea. Das Gebiet war mehrfach Herd von Aufständen, womit die Friedensverträge gebrochen wurden. Erst Rittmeister von Stetten konnte Buea nach mehreren Gefechten im März 1895 völlig unterwerfen. Siegreiche Feldzüge gegen die Bakoko am unteren Sanaga wurden im Mai 1895 abgeschlossen. Von Kamptz und Bartsch erzwangen im Feber 1896 gegen die Bogebatschi am Njong den ungehinderten Verkehr zwischen der Küste der Station in Jaunde.

Die Versklavung des Nordostens der Kolonie erzwang wiederum Hauptmann von Kamptz, indem er am 14. Januar 1899 Ngillastadt, 11. März Tibati erstürmte und im Mai die Station Joko gründete. Im Okt. 1901 ging eine Entdeckungsreise unter Dominik ab, um die deutsche Herrschaft im Gebiet der Schari (südlich des Tschadsees) zur Rang zu bringen. Sie traf im Jan. 1902 in Garua ein.

Eine bedeutende Vergrößerung des Schutzgebietes erfolgte 1911 im Marokko-Kongo-Abkommen zuungunsten der französischen Kolonien in Zentralafrika (Neukamerun)

Die Lokalverwaltung bestand aus Bezirksämtern, Regierungs- und Militärstationen und Residenturen mit indirekter Verwaltung im islamischen Norden der Kolonie. Vor der Angleichung Neukameruns bestanden die Bezirke Rio del Rey, Victoria, Duala, Jabassi, Johann-Albrechts-Höh, Bare, Ossidinge, Bamenda, Kribi, Edea, Ebolowa, Lomië, Molundu/Jukaduma, Dume, Yaoundé und Banjo, sowie die Residenturen Adamaua und Deutsche Tschadseeländer. Zwei andere Residenturbezirke wurden 1913 in Ngaundere durch die Aufsplittung Adamauas und 1914 in Bamoun durch die Auftrennung des gleichnamigen Kleinkönigreichs vom Bezirk Bamenda geschaffen.

Nach dem Eruption des Ersten Weltkrieges konnte sich die zahlenmäßig und physisch (vor allem durch großen Mangel an Munition) unterlegene Schutztruppe noch zwei Jahre in Kamerun halten. Das Gros der Streitkräfte überschritt Anfang Februar 1916 die Grenze zum benachbarten spanischen Muni-Gebiet und wurde auf Fernando Póo bzw. in Spanien interniert. Am 20. Febr. 1916 begab sich die letzte Garnison in Mora (Nordkamerun) nach der Zusage eines freien Abzugs in die Hände der britischen Kolonialarmee.

siehe auch Liste der Gouverneure der deutschen Kolonie Kamerun

Mandatszeit

Durch den Versailler Abkommen von 1919 ging Kamerun glaubwürdig in den Habseligkeiten des Völkerbundes über, der wiederum ein Anweisung zur Verwaltung an die Briten und Franzosen gab. Danach wurde Kamerun aufgeteilt. Dies erklärt die zwei Landessprachen Französisch und Englisch. Die Franzosen erhielten den größeren Teil (4/5) und errichteten eine vollkommen eigenständige Verwaltung, mit der sie versuchten, das Land möglichst stark an sich zu binden. Sie betrieben in ihrem Teil des Landes einen starken Entfaltung der Kakao- und Kaffeeanbauflächen. Allerdings wurde die Herstellung dieser begehrten cash crops (Kaffee/Kakao) nicht auf großen Plantagen erweitert, vielmehr förderte man den Ackerbau durch Kleinbauern, womit man sich eine stärkere Verwicklung der Bevölkerung an der Anfertigung für den Absatz erhoffte. Auf diese Weise und wegen der starken Nachfrage, entwickelte sich Kamerun zu einem wichtigen Exportland für diese beiden landwirtschaftlichen Produkte. Neben dem verstärkten Engagement im ersten Bereich wurde gleichzeitig die Industrialisierung des Landes vorangetrieben, wobei greifbar der Beginn der Erdölförderung und der Aluminiumproduktion sowie der Aufbau von Brauereien gemeint ist. Es kehrte selbst ein gewisser Wohlstand ein, große wirtschaftliche oder soziale Fortschritte blieben jedoch, sowie im britischen Teil, aus. Die Briten dagegen verfolgten ganz weitere Ziele. Sie hatten nur geringes Interesse an einer wirtschaftlichen Ausbeutung des Landes in eigener Regie. So konnten diverse der vorherigen deutschen Plantagenbesitzer ihren beschlagnahmten Grundbesitz auf einer Versteigerung in London erneut ersteigern. Es kam selbst zu der paradoxen Situation, dass im britischen Mandatsgebiet Kameruns selbst 1938 noch dreimal mehr Deutsche als Engländer lebten. Weiterhin gaben die Briten ihrem Teil Kameruns eine eigene Verwaltung und sehr viel mehr Rechte. Schließlich zogen sich die Briten selbst vollständig aus Kamerun zurück.

Während des Zweiten Weltkrieges schloss sich das französische Mandatsgebiet der französischen Exilregierung, den Freien Franzosen, unter General de Gaulle an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle beide Völkerbundmandate durch die Nachfolgeorganisation, die Vereinten Nationen, in Treuhandmandate umgewandelt. Ziel der Vereinten Nationen war eine allmähliche Selbständigkeit des Gebietes zu erreichen. In den folgenden Jahren bis 1957 kam es häufig zu Unruhen und zum Scharmützel um die Unabhängigkeit der französischen Kolonie.

1944 wurde in Duala der erste Gewerkschaftsverband, die Union des syndicats confédérés du Cameroun (U.S.C.C.) gegründet. Sie stand der französischen C.C.T. nahe. Sofort setzte eine heftige gewerkschaftsfeindliche Aktion seitens des konservativen katholischen Klerus ein. 1945 organisierte die U.S.C.C. den ersten größeren Streik. Provokateure plünderten einige Gebäude und lieferten so den Siedlern den Vorwand, sich mit Waffen aus dem nur schwach bewachten Waffenvorrat der Garnison in Duala zu versorgen und eine Kesseltreiben auf die Streikenden und schließlich auf Afrikaner in der Regel zu veranstalten. Nach einer offiziellen Schätzung wurden gut 80 Leute ermordet.

1947 wird Ruben Um Nyobé zum Generalsekretär der U.S.C.C. gewählt. 1948 wird die Union des populations du Cameroun (U.P.C.), die erste politische Massenpartei, gegründet. Ruben Um Nyobé wird ihr Generalsekretär. 1952 verlangt er als erster Kameruner, der Gelegenheit hat vor der UNO zu sprechen, ein Ende der Mandatszeit.

1953 gründet der französische Missionar Louis-Paul Aujoulat eine politische Politische Kraft mit dem Ziel, die linke U.P.C. zu bekämpfen. 1955 wird die U.P.C. verboten. 1957 finden Wahlen statt, aber ein Amnestiegesetz wird erst 12 Tage vor den Wahlen von der französischen Nationalversammlung in erster Lesung verabschiedet. Die U.P.C reagiert auf die aus ihrer Sicht gefälschten Wahlen mit der Aufnahme des bewaffneten Kampfes.

1957 kam die erste kamerunische Regierung unter André–Marie Mbida im französischen Mandatsgebiete an die Macht und die erste Verfassung für den französischen Teil Kameruns wurde erlassen. Mbida war zunächst ein Mitarbeiter Aujoulats, entzweite sich dann aber mit diesem. Auf Nahe legen des französischen Hochkommisars im Kamerun Jean Ramadier tritt Ahmadou Ahidjo, der spätere Diktator, aus der Regierung Mbida aus und provoziert eine Regierungskrise. Im September 1958 wird Ruben Um Nyobé umgebracht. Im Oktober 1958 verkündet Ramadiers Nachfolger den Willen General de Gaulles, Kamerun die Unabhängigkeit zu gewähren. 1959 unterschreiben Ahmadou Ahidjo und Michel Debré einen Vertrag über die "Zusammenarbeit" Frankreichs und Kameruns, der Französische Republik weiter den entscheidenden Einfluss sichert.

Kamerun seit der Unabhängigkeit

Am 1. Jänner 1960 erhält das französische Kamerun nach einer Volksbegehren und nach dem Auslaufen des UN-Mandats die Unabhängigkeit und nannte sich Ost-Kamerun. Der Norden des britischen Mandatsgebietes stimmte bei einer vorangegangenen Plebiszit für den Anschluss an Nigeria, der südliche Teil entschied sich für einen Anschluss an den Staat Kamerun; so kommt es zu den beiden Amtssprachen Französisch und Engl. und dem Problem zweier völlig getrennter Verwaltungssysteme. Am 11. November 1960 wurde Kamerun Angehöriger der UNESCO. Der vom Ministerpräsident zum kamerunischen Staatspräsidenten aufgestiegene Fulbe Ahmadou Ahidjo errichtet eine blutige Schreckensherrschaft und lässt jede unabhängige Meinungsäußerung unterdrücken. Dabei wird er von französischen Spezialisten aus dem Milieu der extremen Rechten beraten. Die "endgültige" Niederschlagung der U.P.C. wird aber und abermal verkündet, dennoch bleiben alle Gehen des Präsidenten in seinem eigenem Land aus Befürchtung vor Anschlägen geheim. Mit Hilfe seiner französischen Persönlichkeit und brutaler Unterdrückung gelingt es Ahidjo sein Regierungsform zu festigen. Die Einheitspartei Rassemblement Democratique du Peuple Camerounais (RDPC) wird gegründet.

Reformen werden erst 1972 durchgeführt. Die Deutschland Kamerun wurde in einen Einheitsstaat umgewandelt (Vereinigte Republik Kamerun). Nach dem Rücktritt des Staatspräsidenten Ahidjo am 6. November 1982 wurde sein Regierungschef Paul Biya zum Präsident und Vorsitzenden der Einheitspartei RDPC. Er gewann 1984 die Wahlen und konnte einen Putschversuch vereiteln. Biya versprach die Demokratisierung des Landes und mehr soziale Gerechtigkeit. Bei den Wahlen 1988 kandidierte Biya ohne Gegenkandidat und erhielt die Mehrheit. Belastet wurde seine Regierung durch die wirtschaftliche und soziale Notlage des Landes während der 1980er Jahre, die ihm und seinem korrupten Kabinett angelastet wurde. Die Forderungen nach Pressefreiheit und Beendigung des Einparteiensystem wurden immer lauter. Mit der Genehmigung der Pressefreiheit erschienen jede Menge kritische Zeitungen und die Gegenseite im Land wurde immer stärker. Anfang der 1990er Jahre kam es verstärkt zu Unruhen und Generalstreiks mit der Forderung nach dem Ende der Monopolstellung der RDPC. Biya gab dem Druck der Straße zögerlich nach und ließ die Bildung von Oppositionsparteien zu, so dass 1992 die ersten freien Wahlen stattfanden, bei denen Biya wiederholt gewann. Die Gegenseite vermutete Wahlbetrug, da ausländische Wahlbeobachter behindert wurden. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Oppositionsparteien zu sehr zersplittert waren (bei der Wahl traten 32 Parteien an) um ihre Stimmen zu bündeln. Gleichwohl hatte das Wahlausgang zur Folge, dass die RDPC (89 Sitze) mit der größten Oppositionspartei UNPD (65 Sitze) koalieren musste. Durch französische Unterstützung und geschicktes Ausspielen seiner politischen Typ konnte er bis 1997 seine Majorität im Hohes Haus halten und wurde bei den Wahlen im gleichen Jahr bestätigt.

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Politik

Das ehemalige französische Mandatsgebiet Ost-Kamerun ist seit dem Jänner 1960 unabhängig, das britische West-Kamerun folgte im Oktober 1961. Seit 1972 ist Kamerun eine Präsidialrepublik mit einer neuen Verfassung, deren Text zum letzten Mal 1996 geändert wurde. Das Parlament mit 180 Mitgliedern wird für sieben Jahre gewählt. Vorsitzender ist seither 1982 Paul Biya. Politiker des Landes ist Ephraim Inoni seit 2004.

Kamerun ist Mensch des Commonwealth of Nations. Es ist das erste Land, das dem Bund beigetreten ist, ohne im Voraus vollständig eine Kolonie Großbritanniens gewesen zu sein.

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Verwaltung

Bild:Cameroon Provinces numbered English 300px.png
die Provinzen Kameruns

Der Staat gliedert sich in zehn Provinzen:

Nr. Name (französisch/englisch) Hauptstadt
1 Adamaoua / Adamawa Ngaoundéré
2 Centre Yaoundé
3 Est / East Bertoua
4 Extrême-Nord / Extreme North Maroua
5 Littoral Douala
6 Nord / North Garoua
7 Nord-Ouest / Northwest Bamenda
8 Sud / South Ebolowa
9 Sud-Ouest / Southwest Buea
10 Ouest / West Bafoussam

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Wirtschaft

Basisdaten

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes betrug im Jahre 2004 rund 12,7 Mrd. Euro (2002: 7,5 Mrd. Euro). Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Bürger liegt bei etwa 780 Euro (2002: 500 Euro).

Das BIP des Landes setzt sich zusammen aus 42 Prozent Landwirtschaft, 20 Prozent Industrie und 38 Prozent Dienstleistungen. So sind auch rund 60 Prozent der Erwerbstätigen in der Landbau tätig. Jedoch ist diese Zahl leicht rückläufig in den letzten Jahren.

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit lag im Jahre 1992 durchschnittlich bei 25 Prozent der Bevölkerung. Die staatliche Arbeitsverwaltung, der "Fonds National de l'Emploi" oder "National Employment Fund" mit Hauptbüro in Yaoundé und sieben Arbeitsämtern landesweit, versucht mit aktiven Mittel die Beschäftigungslosigkeit zu bekämpfen.

Innerhalb von elf Jahren (1990-2001) verzeichnete man eine jährliche Inflationsrate von 4,9 Prozent.

Außenhandel

Das Land importiert Güter im Wert von 1,205 Billionen CFA-Francs. Importwaren sind überwiegend mineralische und weitere Rohstoffe, Halbfertigwaren, industrielle Verbrauchsgüter, Nahrungsmittel, Getränke, Tabak und Transportausrüstungen. Etwas mehr wird in alternative Länder exportiert: 1,363 Billionen CFA-Francs. Unten zunächst Erdöl, Holzprodukte, Kakao und Kaffee. Kamerun hat den höchsten Holzeinschlag aller USA Afrikas. Da die Korruption im Lande blüht, sind die entsprechenden Genehmigungen relativ einfach zu bekommen.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

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Kultur

Der Staatsfeiertag wird am 20. Mai gefeiert.

Literatur

Zu den bekannten kamerunischen Schriftstellern zählen Francis Bebey, Mongo Beti, Calixthe Beyala, Bole Butake, Papé Mongo, Ferdinad Oyono und René Philombe. Mongo Beti hatte schon in den 1950er Jahren mit seiner kritischen Darstellung der Missionare in seinem 1956 erschienen Roman Le pauvre Christ de Bomba (Der arme Christ von Bomba) für Aufsehen gesorgt.

Film

Bekannt wurden besonders die Regisseure Jean-Marie Teno und Jean-Pierre Bekolo.

Musik

Einer der berümtesten Künstler des Landes ist der Dichter, Sänger, Musikschaffender und Balladesänger Francis Bebey. Sein musikethnologisches Werk Musique de L'Afrique (1969) gilt als grundlegend. Ebenfalls Manu Dibango, der mit seinem Album "Soul Makossa" berühmt wurde ist zu erwähnen. Makossa ist die Musikrichtung bzw. der Rhythmus, die/der in der Nordwestprovinz rund um Bamenda daheim ist. Bikutsi ist aus der Gegend um Yaoundé. Modernere PopsängerInnen sind Dora Decca aus Douala, Petit Pays und Sérgo Polo. Im Bereich Jazz/Weltmusik ist der aus Kamerun stammende Multiinstrumentalist Richard Bona hervorzuheben.

Sport

Bild:BRD - Kamerun.jpg
Kamerunische Fußballnationalmannschaft im Spiel gegen Deutschland

Die beliebteste Sport in Kamerun ist der Fußball. Erstmalig wurde die Fußballnationalmannschaft "Les Lions Indomptables - die unbezähmbaren Löwen" durch Erfolge bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien bekannt, wo sie nur knapp am späteren Weltmeister Italien in der Vorrunde scheiterte. Acht Jahre später folgte der große Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien, wo man als erstes afrikanisches Team ins Viertelfinale einberufen konnte (unglückliche Niederlage gegen England - 2:3 n.V.). Star der Mannschaft war Roger Milla, der zweimal zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt wurde. In der Folge konnte sich Kamerun jeweilig für die WM qualifizieren. Für 2006 allerdings sind "die unbezähmbaren Löwen" schon in der Qualifikationsrunde ausgeschieden.

Übrige Erfolge bei den Olympischen Spielen 2000 sowie bei den gewonnenen Afrikameisterschaften 2000, 2002 folgten. In Deutschland richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Berufstätiger Winfried Schäfer, der am 17. November 2004 jedoch nach einer 0:3-Niederlage gegen Deutschland entlassen worden ist.

Im öffentlichen Interesse war auch der Tod des kamerunischen Mittelfeldspielers Marc-Vivien Foé, der am 26. Juni 2003 im Halbfinale des Konföderationen-Pokals zwischen seinem Land und Kolumbien zusammenbrach und kurz darauf noch auf dem Weg vom Feld zum Spital verstarb.

Internetzensur: Türkei und Russland auf der Liste: Reporter ohne Grenzen (ROG) hat anlässlich des Tages gegen Internetzensur den Bericht "Feinde des Internets" veröffentlicht. Erstmals wurden Russland und die Türkei wegen Verletzung der Meinungsfreiheit unter Beobachtung gestellt. Deutschland ist nicht auf der Liste. (Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren)... Weiterlesen!

Arctic Cooling will Radeon HD 5970/5870 besser kühlen: Zwei neue Grafikkartenlüfter von Artic Cooling sollen High-End-Grafikkarten vom Typ Radeon HD 5970 und 5870 deutlich stärker kühlen, als es mit dem Standardkühler der Fall ist. Im Vergleich sollen es bis zu 40 Grad weniger sein, die mit dem Accelero Xtreme 5970 und Accelero XTREME 5870 erzielt werden können. (Grafik-Hardware)... Weiterlesen!

Militär

Kamerun verfügt über eine Territorialarmee, eine Marine und Luftstreitkräfte und hat zur Zeit rund 23.100 Soldaten im Dienst. Eine Kriegsdienst besteht nicht.

Siehe dazu Hauptartikel: Kamerunische Streitkräfte

Freund von Strauß - Schreiber "enttarnt" toten Kanadier : Karlheinz Schreiber hat vor Gericht einen toten kanadischen Politiker als Verantwortlichen für eine Tarnfirma genannt. Der Waffenlobbyist selbst will nur eine Nebenrolle gespielt haben. ... Weiterlesen!

Microsoft-Beschäftigte müssen iPhones verstecken: IPhone-Nutzer, die für Microsoft arbeiten, haben es nicht leicht. Sie lassen das Konkurrenzprodukt lieber in der Tasche, wenn sie mit dem Chef reden. Telefongebühren erstattet der Konzern nur noch den Beschäftigen, die Windows-Mobile-Endgeräte nutzen. (Microsoft, WindowsMobile)... Weiterlesen!

Literatur

  • Mongo Beti, Main basse sur le Cameroun. Autopsie d'une décolonisation (1972), Neuauflage bei La Découverte, Paris 2003. (Thema Neokolonialismus, das der damalige französische Minister Raymond Marcellin verbot)
  • Andreas Eckert, Die Duala und die Kolonialmächte. Eine Untersuchung zu Widerstand, Protest und Protonationalismus in Kamerun vor dem Zweiten Weltkrieg, LIT Betrieb 1997.
  • Regina Fuchs/Stefanie Michels, Kamerun, Reise Know-How Verlag Därr, Juni 2004, S. 504.
  • Joachim Zeller / Stefanie Michels: Kamerunischer Nationalheld – treuer deutscher Diener und Soldat. Mebenga m’Ebono alias Martin Paul Samba. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2

Online-Kopierschutz: Ubisoft plant Entschädigungen: Publisher Ubisoft will sich für die Probleme bei seinem Online-Kopierschutz bei Spielern entschuldigen: Das Unternehmen teilte mit, dass Betroffene in naher Zukunft mit kostenlosen Spielinhalten entschädigt werden sollen. (Assassin's Creed, Die Siedler)... Weiterlesen!

Nvidias GTX 480 soll kurz vor der Auslieferung stehen: Keine Woche ohne eine gezielte Indiskretion zu Nvidias kommendem Grafikflaggschiff Geforce GTX 480: Diesmal gibt es Fotos. Aber nicht von der Karte selbst, die Nvidia mehrfach zeigte, sondern von ihrer Verpackung. Der Nvidia-Partner Inno3D hat sie kommentarlos in sein Facebook-Album gestellt. (Grafik-Hardware, Twitter)... Weiterlesen!

Weblinks

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Wiktionary: Kamerun – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

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Commons: Kamerun – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

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Kein Ende des Schnees - "Miriam" bringt weiteren Nachschlag : Der Winter bleibt Deutschland treu. In weiten Teilen des Landes haben Schnee und Eis bereits zu reichlich Chaos geführt. Jetzt bringt Tief "Miriam" weiteren Schnee-Nachschub. ... Weiterlesen!

Simon Phipps in den OSI-Verwaltungsrat gewählt: Simon Phipps übernimmt ab dem 1. April 2010 als Direktor einen Platz im Verwaltungsrat der Open Source Initiative. In der OSI will für sich freie Software in der Bildung einsetzen und die Entwicklung von Strategien in Open-Source-Projekten fördern. (Oracle, Sun)... Weiterlesen!


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