Indonesien
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| Amtssprache | Bahasa Indonesia | ||||
| Hauptstadt | Jakarta | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Präsident | Susilo Bambang Yudhoyono | ||||
| Fläche | 1.912.988 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 241.973.879 (Stand: Juli 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 111 Bürger pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | 954 US-$ (2004) | ||||
| Währung | Rupiah | ||||
| Zeitzone | +7 UTC bis +9 UTC | ||||
| Nationalhymne | Indonesia Raya | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RI | ||||
| Internet-TLD | .id | ||||
| Vorwahl | +62 | ||||
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Die Republik Indonesien (indon. Indonesia) wurde am 17. August 1945 proklamiert und am 27. Dezember 1949 unabhängig. Der Name Indonesien setzt sich aus dem lateinischen Wort indus für Indien und dem griechischen Wort nesos für Eiland zusammen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Die äquatoriale Inselkette ist bezüglich Fläche und Einwohnerzahl der größte Staat Südostasiens und der größte Inselstaat sowie mit etwa 240 Mio. Einwohnern die viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens auseinander getrieben sich auf rund 17.508 Inseln (von denen rund 6000 bewohnt sind). Indonesien erstreckt sich in nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6° nördlicher Umfang bis 11° südlicher Umfang über rund 1.875 km, in west-östlicher Ausdehnung von 95° bis 141° östlicher Länge über gut 5.000 km.
Nördlich von Indonesien liegen Malaysia, Singapur, die Philippinen und Palau, östlich Papua-Neuguinea, südlich Australien und der Indische Ozean, letzterer liegt auch abendländisch von Indonesien. Gegen die Malaiische Halbinsel mit dem westlichen Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die Straße von Malakka abgegrenzt und Trend philippinische Inseln durchläuft die Grenze die Celebes See.
Das indonesische Inselreich durchzieht eine große Anzahl von Meerengen, flachen Nebenmeeren und Seebecken. Im Norden führt eine der wichtigsten Wasserstrassen, die Straße von Malakka, von der Andamanensee in die Karimata-Straße, die nördlich in das Südchinesische Meer führt und südlich in die Javasee. Die Javasee ist zentral befindlich und ist im Süden über Meerengen, wie die Sunda- oder auchLombokstraße, mit dem indischen Weltmeer verbunden. Von der Celebes See zieht die Straße von Makassar in östliche Javasee und die Floressee, die an die Bandasee mit den Gewürzinseln angrenzt. Alternative kleine Meergebiete liegen südlich. Über dem indonesischen Teil der Eiland Neuguinea liegt im Norden der Pazifik und südlich die Tendenz Australien die Arafurasee und weiter östlich die Timorsee.
Zu Indonesien gehören die Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sunda-Inseln (außer Osttimor) sowie die Molukken, und damit der größte Teil des Indonesischen Archipels, außerdem gehört die Westhälfte Neuguineas (West-Papua, einmal Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in Asien, statt hat auch Anteil an Ozeanien.
Die Kapitale Jakarta hat etwa 11 Mio. Einwohner und liegt auf der Hauptinsel Java, auf der reichlich die Hälfte der Bevölkerung des Landes lebt. Flächenmäßig größer als Java sind Kalimantan (Borneo, im Norden liegen Ost-Malaysia und Brunei), Sumatra und Sulawesi. Sonstige bekannte Inseln sind das touristisch interessante Bali sowie Komodo, die Geburtsland des Komodowarans. Durch das umstrittene Streben Transmigrasi (siehe Literaturhinweis) wurde versucht, das Problem der Bevölkerungskonzentration auf der Eiland Java zu lösen, was in erster Linie auf Borneo und Sulawesi zu schwerwiegenden Zusammenstößen mit der heimischen Bevölkerung führte.
Das Land ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig. Ein Ausläufer des Pazifischen Feuerrings verläuft hinüber Indonesien und führt zu teils großer seismologischer Aktivität. Trotz der Bedrohungen durch Seebeben und die häufig noch aktiven Vulkane (zuletzt waren am 8. Juni 2004 der Mount Bromo sowie einen Tag später der Mount Awu ausgebrochen – zwei Tote, fünf Verletzte) sind einige Inseln, hauptsächlich Java, dicht besiedelt, da der Boden fortpflanzungsfähig ist und eine intensive landwirtschaftliche Benutzung ermöglicht.
Pflanzenwelt und Tierwelt Indonesiens sind tropisch. Hinüber das Land läuft die Wallace-Linie, die Tierwelt und Vegetation ökologisch zwischen Asien und Australien trennt.
Siehe auch: Liste der Städte in Indonesien
Entstehung des Archipels
Die Gegend des modernen Indonesiens entwickelt sich ab dem Pleistozän, wo die heutige Inselregion noch mit dem asiatischen Land verbunden war. Das Archipel entstand dann während der Tauperiode nach der ersten Eiszeit.
Klima
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Das Klima Indonesiens ist tropisch mit relativ gleichbleibenden Temperaturen um 27 °C in Meereshöhe. Geringfügige Abweichungen von diesem Wert werden vom Zenitdurchgang der Sonne verursacht. Die Niederschläge werden in erster Linie durch Monsunwinde hervorgerufen; dabei fallen im westlichen Teil des Archipels ganzjährig hohe Niederschläge, während im östlichen Teil der Südwest-Monsun relativ trocken ist, da die herangeführten Luftmassen aus dem trockenen Australien entspringen und dort nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen konnten.
Bild:Klima medan.png Klimadiagramm Medan (Sumatra). | Bild:Klima surabaya.png Klimadiagramm Surabaya (Java). |
Bild:Klima balikpapan.png Klimadiagramm Balikpapan (Kalimantan). | Bild:Klima ujungpandang.png Klimadiagramm Ujung Pandang (Celebes). |
Bevölkerung
Religion
88,2 % der Indonesier sind Muslime. Praktisch alle gehören der sunnitschen Neigung an. Es gibt in Indonesien in der Gesamtheit nur etwa 100.000 Schiiten. Viele Indonesier praktizeren eine synkretische Form des Islam. Anhänger dieser Form nennen sich selbst Abangan. Vorallem in zentral und Ostjava ist diese Form des Islams wo alte javanische und hindustische Traditonen noch eine große Rolle spielen dieser Tage noch verbreitet. Früher war sie in ganz Indonesien verbreitet. Heute bezeichnen sich nur noch 30 % als Abangan.
Mit über 213 Mio. Moslems ist Indonesien der größte islamische Staat (Anzumerken ist jedoch, dass manche Völker in Indonesien ob der Staatsideologie den Islam zwar als ihre offizielle Gottesglauben angeben, jedoch Animismus praktizieren.)
Etwa 8,9 % der Bevölkerung sind Christen (5,9 % evangelisch, 3 % röm.-kath).
Die christliche Kirche in Indonesien ist jung, da das Christentum erst im 17. Jahrhundert (durch niederländische und portugiesische Missionare) auf Indonesien Fuß fasste.
Besonders der Morgenland von Indonesien (Nusa Tenggara Timur) ist dieser Tage christlich geprägt.
Auch im Norden von Sumatra und Maluku sowie in Teilen von Sulawesi gibt es christliche Minderheiten.
1,8 % der Bevölkerung sind Hindus (Bali, Lombok) und 1 % Buddhisten (meist Angehörige der chinesischen Minderheit).
Islam in Indonesien
Der Islam erreichte Indonesien erstmalig im 10. Jahrhundert. Um 930 wurde in der Region Aceh das erste Sultanat gegründet. Stark blieb es dabei. Erst im 15. Jhd breitete sich der Islam durch Indische und Arabische Händler erst in Sumatra aus und erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts auch Java. Diverse damalige Fürsten - und mit ihnen die Bevölkerung - konvertierten danach zum sunnitischen Islam. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Islam auch die übrigen indonesischen Inseln (z.B Sulawesi).
Auf Java wurde der Islam durch die neun Gesandten Gottes, den Wali Songo (Wali= Oberhaupt, Songo= jav. Neun), verbreitet. Ungeachtet bewiesen ist, daß sie tatsächlich gelebt und auf Java gewirkt haben, dürfte das Meiste der über sie überlieferten Geschichten in das Reich der Sage fallen. Die Wali Songo gründeten überall auf Programmiersprache Moscheen und islamische Schulen, die Pesantren oder Pondok Pesantren. Diese Wirkungsstätten der Wali sind bis auf den heutigen Tag das Ziel von jährlichen Pilgerfahrten indonesischer Muslime.
Während die Wali Songo reinen Islam, getreu den Buchstaben des Korans, lehrten, haben sich mit ihrer Duldung auch Traditionen auf Java erhalten, die eigentlich der Lehre des Islam widersprechen. Bestes Beispiel hierfür ist das „Wayang“, das berühmte indonesische Schattenspiel.
Generell kann man sagen, daß es den Wali Songo zu schulden ist, dass der in Indonesien praktizierte Islam liberaler ist als der in vielen arabischen Ländern. Die Majorität der indonesischen Muslime akzeptiert die verschiedenen Religionen und Kulturen in ihrem Land. Anliegend den Wali Songo gab es noch einen zehnten Pastor des Islam, Sheikh Siti Jenar. Siti Jenar war ursprünglich ein Schüler der Wali Songo, begann aber, den Islam völlig neu auszulegen und begründete eine eigene Lehre. Nachdem die Wali vergeblich versucht hatten, Siti Jenar zu bekehren, wurde er zum Tode verurteilt und enthauptet. Dienstlich gehört Siti Jenar nicht zu den Wali, dennoch sind etwa 30 % der indonesischen Muslime Anhänger seiner Lehre. Diese bezeichnen sich als Abangan.
Die beiden größten moslemischen Organisationen Indonesiens sind die traditionalistische Nahdatul Ulama und die modernistische Muhammadiyah. Die Nadhlatul Ulama ist mit über 30 Mio. Mitgliedern die größte moslemische Organisation der Welt. Bekanntestes Persönlichkeit ist deren Mitbegründer, der frühere Präsident Indonesiens Abdurrahman Wahid (Gus Dur).
Durch religiöse und gesellschaftliche Konflikte kamen auf den Molukken gut 9000 Volk ums Leben; die meisten davon waren ambonesische Christen. In Zentral-Sulawesi fanden durch ähnliche Konflikte bisherig gut 1000 Volk den Tod. Teile von Zentral-Sulawesi (darunter der Poso Bezirk), einer Region in der die Zahl der Muslime und Christen etwa gleich hoch ist, sind geprägt von einem eher konservativen Islam. Obowohl der überwiegende Teil der indonesischen Muslime nach wie vor mäßig ist, gibt es in den letzten Jahren Anzeichen einer Radikalisierung. So wurde erst kürzlich in der indonesischen Gemeinde Tangerang bei Jakarta das Küssen in der Öffentlichkeit verboten, wenn es länger als fünf Minuten dauert. Zusätzlich wurde Frauen polizeilich veboten nach 19 Uhr alleine flanieren zu gehen. Allerdings erklärte ein dafür zuständiger Polizeibeamter, dass man bei einer Nichteinhaltung des Gesetzes nicht gleich mit einer Ergreifung zu rechnen braucht.
Zusätzliche Gesetze, die die Verbreitung pornografischer Medien (wie beispielsweise Playboy) und pornographisches Verhalten einschränken sollen, sind gleichermaßen in Planung. Anscheinend fallen auch traditionelle Kostüme und Trachten unter die Kategorie. Dagegen regte sich allerdings Widerstand von Intellektuellen, Künstlern und Frauenrechtsorganisationen die eine Stärkung des orthodoxen Islam befürchten.
Demografie von Indonesien
Ethnische Gruppen
Laut dem indonesischen Census von 2001 leben in Indonesien generell über 300 verschiedene Völker, von denen die meisten malaiischer Herkunft sind. Die größten Völker verteilen sich auf die Bevölkerung wie folgt:
Javaner (41,7 %), Sundanesen (15,4 %), Malaien (3,4 %), Maduresen (3,3 %), Batak (3,0 %), Minangkabau (2,7 %), Betawi (2,5 %), Bugis (2,5 %), Bantenesen (2,1 %), Banjaresen (1,7 %), Balinesen (1,5 %), Sasak (1,3 %), Makassarese (1,0 %), Cirebon (0,9 %), Chinesen (0,9 %)
Dazu kommen noch z.B. die Acehnesen, Toraja, Bajau, Wewewa, Bauzi, Lampung, Tengger, Osing, Badui, Gorontalo und etliche zusätzliche Gruppen, die aber meist weniger als 1 % an der Gesamtbevölkerung stellen und Mischformen, wie etwa die auf Sumba lebenden Wewewa, die zur Hälfte malaiischer und melanesischer Herkunft sind. Außerdem leben noch vereinzelt polynesische Völker in dem Inselstaat.
Als bevölkerungsreichste Gruppe sind die Javaner in Indonesien die politisch dominierende Gruppe.
Im indonesischen Teil von Neuguinea leben größtenteils Melanesier.
Chinesische Minderheit
In Indonesien leben alles in allem 1,739 Millionen Chinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java. Doch auch auf Sumatra und Kalimantan sind Chinesen heimisch. Die meisten Chinesen kamen in das Land, als Indonesien noch eine niederländische Kolonie war.
Sie sind besonders mächtig in der Wirtschaft, was besonders in den letzten Jahren häufig zu Pogromen führte.
Unruhen von 1998
Etliche Indonesier machten die chinesische Minorität verantwortlich für die Wirtschaftskrise im Jahre 1998. Es kam zu Studentenprotesten an verschiedenen Universitäten Indonesiens. Als die Regierung am 5. Mai des Jahres die Preise für Benzin, öffentliche Fahrzeug und Strom erhöhte, schlossen sich auch weitere Bevölkerungsgruppen den Protesten an. Mehr als 1000 Leute randalierten in der Ort Medan, setzten Fahrzeuge und Geschäfte von Chinesen in Brand, während die Läden von muslimischen Geschäftsleuten dagegen meist verschont blieben. Die Unruhen hielten drei Tage an. Gut 1000 Gebäude wurden zerstört.
Die Gewalt erreichte ihren Höhepunkt in den Tagen vom 12. bis zum 14. Mai 1998 in Jakarta. Abermals begannen die Ausschreitungen nach friedlichen Studentendemonstrationen. Das Militär duldete diese zunächst, alldieweil sie auf dem Gelände der jeweiligen Universitäten verblieben. Am 12. Mai jedoch wurden vier Studenten bei friedlichen Protesten auf dem Universitätsgelände der Universität Trisakti erschossen. Es wird vermutet, dass die Schützen Angehörige der Streitkräfte waren. Unmittelbar danach und bei der Trauerfeier am folgenden Tag kam es zu massiven Übergriffen. Innerhalb von drei Tagen wurden ganze Stadtteile Jakartas ausgeplündert. Geschäfte, Banken, Autos und Wohnhäuser fielen Brandanschlägen zum Opfer. Chinesische Stadtviertel waren besonders betroffen. Die staatliche indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM zog später folgende Bilanz: 1188 Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 Geschäfte und 1604 Häuser, die geplündert und niedergebrannt wurden. 1119 Autos, 1026 Wohnungen und 382 Büros wurden demoliert oder angezündet. Die Toten gehörten dabei nur zu einem kleinen Teil der chinesischen Minorität an. Diverse übrige waren Plünderer, die in den schon brennenden Häusern implizit wurden.
Diskriminierungen
Nach der Erwerbung der Unabhängigkeit Indonesiens 1946 wurden zig Chinesen außer Landes gedrängt. Die Regierung verbannte Chinesen ohne indonesische Staatsbürgerschaft aus kleinen Peilen und beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Präsident Sukarno wollte damit den "Pribumi" (den einheimischen Indonesiern) die Kontrolle über den Deal in den Dörfern verschaffen. Nach der Machtergreifung Suhartos und der Hetze und den Morden an mutmaßlichen Kommunisten (zu denen die Chinesen oft gezählt wurden) zwischen 1965 und 1967 verkündete Suharto einen Präsidialerlaß über "Die Politik zur Lösung des chinesischen Problems" und einen weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebräuchen.
Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen, Kulturvereinigungen wurden aufgelöst, der Absatz chinesischsprachiger Bücher und Zeitschriften, wenn schon die Verwendung chinesischer Letter in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an Geschäften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte chinesischsprachige Tagesblatt wurde erlaubt. Die Indonesierung chinesischer Namen wurde massiv vorangetrieben. Besonderheiten kultureller Identität wie beispielsweise die Feierlichkeit des chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten bzw. in private Haushalte verbannt. Die Ausweise vieler ethnischer Chinesen unterscheiden sich per eines speziellen Codes von denen der "Pribumi". Im Febr. 1998 räumte wenn schon ein Vertreter des indonesischen Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen sähen sich Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Militär Karriere machen wollten, und würden obendrein beim Zutritt zu staatlichen Universitäten benachteiligt.
Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16. Sept. 1998 von dem damaligen Präsidenten Habibie in einem Erlaß angeordnet.
Bevölkerungsdichte Indonesiens
Die Bevölkerungsdichte der vielen indonesischen Inseln unterscheidet sich stark voneinander, auch auf den einzelnen Inseln ist sie ungleich verteilt. Während in den Provinzen Papua, Maluku und Maluku Utara durchschnittlich maximal 30 Personen auf einem Km² leben, liegt sie etwa auf dem indonesischen Teil der Eiland Borneo bei 10-100 Einwohnern/Km² oder bei 30-600 Einwohnern/Km² auf Sumatra. Die Eiland mit der höchsten Spezifisches Gewicht ist Java - 600 bis über 1000 Einwohnern/Km² - mit den am dichtesten besiedelten Provinzen Jakarta (der Hauptstadtprovinz) und Yogyakarta.
Java ist dank des fruchtbaren Bodens und der Kapitale sehr dicht besiedelt, was zu einem starken Fortschrittsgefälle zwischen den Inselgruppen geführt hat. Die Regierung siedelt deshalb entsprechend des Transmigrasi-Projektes seit 1969 Familien aus Java auf dünner besiedelte Inseln um, was bisherig in erster Linie zu vielen Konflikten und Problemen geführt hat.
Geschichte
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bis zum 16. Jahrhundert
Den Grundstock der indonesischen Bevölkerung bilden mongolisch-kaukasische Völker, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land gekommen sind.
- 5. Jahrhundert: Früheste Einflüsse des Buddhismus auf Indonesien.
- ab 7. Jahrhundert: Buddhistisches Königreich von Srivijaya auf Sumatra.
- ab 8. Jahrhundert: Buddhistische Sailendra-Dynastie. Errichtung des Borobudur, des global größten buddhistischen Baudenkmals, auf Java.
- ab Ende des 13. Jahrhunderts: Das letzte große Hinduimperium Majapahit herrschte auf Java und später den umliegenden Inseln.
- ab 15. Jahrhundert: In Indonesien setzt sich der Islam durch. Die damaligen Stammesführer übernahmen diese Gottesglauben von arabischen Kaufleuten und konvertierten. Die Bevölkerung tat es ihnen gleich. Der Islam war eine Wende zum vorherigen System. Im Islam war alle Mensch gleich. Brahmanismus und Buddhismus überleben bis zum heutigen Tag nur auf den Inseln Bali (siehe beispielsweise: Besakih) und Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet hat.
1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeo Diaz zum ersten Mal das Kap der Guten Hoffnung und fand damit den Seeweg nach Indien. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bisher von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Übermacht setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch.
17. bis 19. Jahrhundert
Als Niederländisch-Ostindien war Indonesien eine der ersten holländischen Kolonien. Mithilfe ihres Rohstoffreichtums erlangte die Kolonialmacht einen großen Wohlstand. Nach der Auflösung der Vereinigten Handelskompanie im Jahre 1799 übernahm der Staat Niederlande die Kolonie. In der Zeit, in der Napoleon I. in den Niederlanden herrschte, waren die niederländischen Kolonien in Südostasien von den Briten ausverkauft worden. 1816 erhielten die Niederländer die Herrschaft über das indonesische Inselreich zurück, mussten allerdings im Vertrag von London auf Ceylon und das Kapland verzichten).
- 1825–1830: Volksaufstand auf Java gegen die niederländische Kolonialherrschaft. Den Kämpfen fallen über 200.000 Javaner und 8000 Europäer zum Opfer.
Nach 1816 zogen die Niederländer zunächst, wie vor ihnen die Engländer, eine Mietzins von den einheimischen Bauern ein: In jedem Dorf hatte der Prinzipal dafür zu sorgen, dass ein Geldbetrag abgeliefert wurde, der zwei Fünfteln des Wertes der örtlichen Reisernte entsprach. General-Gouverneur Johannes van den Bosch erwirkte, dass um 1830 ein neues System eingeführt wurde, das so genannte cultuurstelsel. Für Miete zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Beschäftigter 66 Tage im Jahr sondern der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Güter wurden nach Okzident verschifft und dort lukrativ verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Dichter und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Parallelbezeichnung Multatuli veröffentlichten Schmöker Max Havelaar.
1870 wurde das cultuurstelsel schließlich nach einer Entscheidung im Hohes Haus des niederländischen Mutterlandes abgeschafft. Von jetzt an war es für niederländische Privatleute möglich, Land von den einheimischen Bauern zu pachten, um hierauf Plantagen anzulegen.
Anfang 20. Jahrhundert
- 1908: Die Holland dehnen, von Java ausgehend, ihren Einflussbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Allein die Provinz Aceh (Atjeh) im Norden Sumatras vermag zu widerstehen, wird aber nach einem über dreißigjährigen Bewaffnete Auseinandersetzung auch unterworfen.
- 1912: Mit der Gründung der Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“) erwächst der indonesische Nationalismus zu einer Massenbewegung.
- 1926: Die Kommunistische Politische Kraft (PKI) ruft zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheitert an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht.
- 1927: Nach der Zerschlagung der PKI übernimmt die von Achmed Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Schlacht gegen die Niederländer auf.
Japanische Besatzung
- Februar/März 1942: Im Zweiten Weltkrieg erobert Japan Niederländisch-Indien.
- März 1943: Unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien (erstmals) als von den Niederlanden unabhängig.
Ende 1941 begannen die Japaner, die indonesischen Inseln zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Von Stützpunkten auf den indonesischen Inseln wurden die australischen Städte Darwin und Broome bombardiert. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Indonesier begrüßten die Japaner als Erlöser vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatischen Nachbarn ein Schreckens- und Willkürregime aufbauten. Die Herrschaft der Japaner endete mit deren Kapitulation am 15. Aug. 1945.
Unabhängigkeit und Kampf um den Staatserhalt
Am 17. August 1945 rufen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Indonesia). Mit den Grundsätzen der Pancasila gibt sich der Staat eine eigentümliche Verfassung. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckt sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die übrigen Inseln werden von den Niederländern gehalten. Sieger Präsident der Republik Indonesien wird Achmed Sukarno. Von Juli 1947 bis Dezember 1948 besetzen die Niederländer weite Territorien der aufständischen Republik. Deren Gebietshoheit beschränkt sich nur noch auf Zentraljava und das Hochland von Sumatra.
Die aufständischen Indonesier antworten mit Guerillakrieg. Am 18. Dezember 1948 gelingt es den Niederländern, Sukarno und fast die ganze Regierung zu verhaften. Da die USA bei Ausweitung der Kämpfe eine kommunistische Machtübernahme befürchten, drängen sie die Königreich der Niederlande zum Nachgeben. Am 25. April 1949 wird die bis 1956 bestehende Niederländisch-Indonesische Union gebildet, am 27. Dezember wird die Unabhängigkeit der Republik Indonesien (neuer Staatsname: Republik Indonesia Serikat) von den Niederlanden anerkannt, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua bleibt jedoch unter niederländischer Verwaltung.
- 17. August 1950: Das seit der Unabhängigkeit föderal strukturierte Indonesien wird in einen Einheitsstaat umgewandelt (neuer Staatsname: Republik Indonesia). Der christliche Teil der Bevölkerung der Molukken proklamiert die unabhängige Republik Maluku Selatan. Der Sezessionsversuch wird von der indonesischen Truppe jedoch mit Waffengewalt unterdrückt. Indonesische Truppen besetzen im Nebelmonat November die Gemeinde Ambon und erobern bis 1955 die gesamte Republik Maluku Selatan.
- 15. Februar 1956: Indonesien kündigt die 1949 geschlossene Union mit den Niederlanden.
- 1. Mai 1963: West-Papua (Irian Barat) gerät natürlich vollständig unter indonesische Kontrolle.
- 16. September 1963: Die Gründung Malaysias und die Angleichung von Sabah und Sarawak in die malaysische Föderation führt zu ernsthaften Spannungen mit Indonesien. Bis 1966 kommt es oft zu Kämpfen auf Borneo. Malaysia wird dabei von Großbritannien und Australien mit Truppen unterstützt.
- 30. September 1965: Die zunehmende Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes provoziert einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Leute umgebracht werden, erstmal tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Chinesen. Dies gilt als einer der größten politisch motivierten Massenmorde der jüngeren Geschichte. Die Vorgänge sind bis zum heutigen Tag nur nicht ausreichend untersucht, daher sind genaue Unterlagen zur Zahl der Opfer nicht möglich. (Quellen: (1) J.L. Holzgrefe / Robert O. Keohane: Humanitarian Intervention: Ethical, Legal and Political Dilemmas, Cambridge University Press (2003) ISBN 0-521-52928-X, S. 47 (2) Mark Levene, Penny Roberts: The Massacre in History, Berghahn Books (1999), ISBN 1-571-81935-5, S. 247-251)
- 1. Januar 1966: Währungsreform: 1000 alte Rupiah = 1 neue Rupiah = 100 neue Sen.
- 11. März 1966: General Hadji Mohamed Suharto (* 1921) erzwingt von Sukarno die Prokura zur Regierungsbildung.
- 12. März 1967: Suharto wird „geschäftsführender Staatspräsident“; Sukarno bleibt nominelles Staatsoberhaupt.
- 27. März 1968: Suharto übernimmt auch formal das Amt des Staatspräsidenten.
- 1969: West-Papua (Irian Barat) wird indonesische Provinz und erhält den Namen „Irian Jaya“.
- 21. Juni 1970: Tod des Staatsgründers Achmad Sukarno.
- 5. August 1973: Anhaltende soziale Spannungen entladen sich in Rassenkonflikten, die sich gegen die chinesische Minorität richten.
- 28. November 1975: Portugal zieht sich aus seiner Kolonie Ost-Timor zurück. Die „Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste“ (FRETILIN) ruft die Unabhängigkeit aus (wirksam erst am 20. Mai 2002).
- 2. Dezember 1975 überfallen in den Niederlanden extremistische Mitglieder der 35.000 dort lebenden Ambonesen (Süd-Molukken) einen Zug und am 4. Dezember das indonesische Generalkonsulat in Amsterdam und annehmen Geiseln mit dem Ziel, dass sich die niederländische Regierung für die Ambonesen in Indonesien einsetzt. Vier Geiseln werden erschossen. Die niederländische Regierung bleibt hart, die Ambonesen geben am 19. Dezember auf.
- 7. Dezember 1975: Vorsitzender Suharto befiehlt die militärische Okkupation Osttimors. In den folgenden Wochen werden 60.000 Volk getötet, 10 % der Bevölkerung.
- 17. Juni 1976: Osttimor wird dem indonesischen Staatsverband eingegliedert. Auf Sumatra wurde die Wiederstandsbewegung ASNLF gegründet.
- 11. November 1981: Die UN-Generalversammlung fordert für Osttimor das Selbstbestimmungsrecht.
- 1998–1999: Nach der Entmachtung von General Suharto übernimmt Bacharuddin Jusuf Habibie (* 1936), bis nachher Vize-Präsident, das Amt des Staatspräsidenten.
- 19. April 1999 Bombenanschlag auf die mit 600 Gläubigen vollbesetzte Hauptmoschee in Jakarta (3 Verletzte); 20. Oktober: Abdurrahman Wahid (* 1940) wird erster frei gewählter Staatspräsident.
- 31. Oktober 1999: Die letzten indonesischen Soldaten verlassen Osttimor nachdem sie das Land in Trümmer und Asche gelegt haben und eine internationale Friedenstruppe im Sept. in Dili landete.
- 1. August 2000 Eine Bombe explodiert vor der Wohnsitz des philippinischen Botschafters in Jakarta (2 Tote, 23 Verletzte); (13. September) In der Tiefgarage der Börse von Jakarta detoniert eine Autobombe (15 Tote, 27 Verletzte); (24. Dezember) 15 Bombenanschläge auf christliche Kirchen (16 Tote, über 100 Verletzte).
- 1. Januar 2001: Irian Jaya erhält innerer Autonomie.
- Juli 2001: Megawati Sukarnoputri (*1944), Verwandter des Staatsgründers Sukarno, wird neue Staatspräsidentin; (23. September) In einem belebten Einkaufszentrum in Jakarta platzen zwei Bomben (mehrere Verletzte)
- 20. Mai 2002: Osttimor erhält die Unabhängigkeit (República Democrática de Timor-Leste).
- 12. Oktober 2002: Islamistischer Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali (202 Tote und reichlich 300 Verletzte).
- 18. Mai 2003: Verhängung des Kriegsrechts in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz Aceh (Atjeh) im äußersten Norden der Eiland Sumatra – Großoffensive mit 40.000 Soldaten. Gut 1000 Leute sterben, 20.000 sind auf der Flucht; (5. August) Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem Marriott-Hotel in Jakarta in die Luft (12 Tote, 150 Verletzte).
- 10. Januar 2004: In einem Café auf der Eiland Palopo explodiert eine Bombe (vier Tote); Auflösung der indirekten Wahl des Staatspräsidenten; (5. Juli) Erstmalig direkte Präsidentschaftswahlen, bei der kein Kandidat die erforderliche absolute Majorität erreicht; (9. September) ein Bombenanschlag auf die australische Botschaft in Ort Jakarta forderte 11 Tote und über 150 Verletzte; (20. September) Der Herausforderer und frühere General Susilo Bambang Yudhoyono siegt in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri.
- 26. Dezember 2004: Bei einem Seebeben westlich vor der Insel Sumatra werden (neben zehntausenden Leute in anderen Ländern) auch über 200.000 Bürger Indonesiens getötet (Stand: Mittelpunkt März 2005).
- 1. Oktober 2005: Wiederholt Terroranschlag auf Bali: Im Abstand weniger Minuten platzen gegen 19 Uhr Ortszeit 3 Bomben in Jimbaran und Kuta. Bei den Explosionen kommen 23 Leute ums Leben, einschließlich dreier Selbstmordattentäter.
Politik
Die ehemalige niederländische Kolonie ist dieser Tage eine Präsidialrepublik. Die Verfassung von 1945 sieht die Gewaltenteilung vor. Nach dem Sturz Suhartos 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten ernannte Militärs). Die beratende Volksversammlung, die früher den Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder.
Seit 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein Zweikammerparlament. Dieses hoechste Legislativorgan besteht aus den 550 DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) Abgeordneten und 128 Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist somit eine passend der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene 2. Kammer.
Präsident
Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählter Präsident wurde der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister erhielt bei der Stichwahl am 20. Sept. 2004 fast 61 Prozent der Stimmen. Er löst damit die bisherige Staatschefin Megawati Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon beim ersten Wahlgang am 5. Juli 2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die absolute Majorität aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati nötig geworden. Die Tochter von Republikgründer Sukarno war im Jahreszeit 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid aus dem Amt gedrängt worden war.
Parteien
Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von Parteien. Vorherrschende Politische Kraft unter Suharto war Golkar. Ihr Einfluss ist weiterhin groß, aber nimmer dominant. Der derzeitige Präsident Yudhoyono kandidierte bei der Präsidentschaftswahl 2004 für die neu gegründete Demokratische Partei, seine Vorgängerin und Kontrahentin Megawati für die PDI-P.
Militär
Hauptartikel: Streitkräfte Indonesiens
Die Streikräfte Indonesiens heißen Tentara Nasional Indonesia (TNI) und bestehen aus etwa 250.000 Soldaten. Sie sind grob in Armee, die Marine, den Marinestreitkräften und die Luftwaffe untergliedert. Die Truppe hat mit etwa 196.000 Soldaten die ungleich größten Kapazitäten. Stark gehörte auch die indonesische Landespolizei zu den Streitkräften. Im Apr. 1999 begann man mit der Spin-Off der Landespolizei, dieser Prozeß wurde im Juli 2000 formell abgeschlossen. Mit 150.000 Angestellten hat die Freund und Helfer eine weit kleinere Mannschaftsstärke, als in den meisten anderen Staaten. Hinzu kommen noch etwa 120.000 Mitglieder der örtlichen Polizei, so daß die Gesamtstärke auf etwa 270.000 Personen beziffern lässt.
Der Verteidungshaushalt Indonesiens beträgt nur 3% des Bruttosozialprodukts, doch führt das Militär eine Reihe von Unternehmen und Stiftungen, die weiteres Geld einbringen.
Armut
Über 27 % der im Allgemeinen 241 Mio Indonesier leben in Armut, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Während in Java, der Hauptinsel des Landes, etwa 23 % in Armut leben, gibt es manche Provinzen, besonders im Osten, in denen der Anteil der armen Bevölkerung bei 44 % liegt.
Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Millionen Straßenkinder. Die Slums, in denen jede Menge Leute unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind Zentren von radikalen Islamisten, die einen Teil der dortigen Bevölkerung für ihre Ideen gewinnen konnten, was sich hin und erneut in antiamerikanischen Demonstrationen äußert. Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden manchmal von radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und einschweben in illegalen islamischen Schulen.
Administrative Gliederung
Hauptartikel: Administrative Gliederung Indonesiens
Indonesien ist administrativ zur Zeit in 33 Teile gegliedert, unten 30 Provinzen, 2 Sonderregionen und der Hauptstadtdistrikt (daerah khusus ibukota) Jakarta. In jüngster Zeit wurden einige neue Provinzen von schon bestehenden geteilt (2003 Irian Jaya Barat und 2004 Sulawesi Barat). Die indonesische Regierung plant die Errichtung weiterer neuer Provinzen.
Eine Ebene unter den Provinzen gibt es 357 Verwaltungsbezirke, die seit der Verwaltungsreform 2001 eine große administrative Bedeutung besitzen.
Wirtschaft
Allgemeines
Indonesiens Wirtschaft basiert auf dem Prinzip der Marktwirtschaft, wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige große Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998 erschütterte eine Starker Konjunkturrückgang verschiedene Vereinigte Staaten in Ost- und Südostasien, worüber auch Indonesien stark betroffen war (Asienkrise). Die Währung verlor 75% ihres Wertes und etliche Betriebe gingen bankrott. Aktuell ist die indonesische Wirtschaft aber einigermaßen stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Die Währung ist die Indonesische Rupiah.
Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Schädel [1], jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist in der Landbau tätig. Viele multinationale Unternehmen nutzen den Reichtum an natürlichen Bodenschätzen im Land und haben Niederlassungen. Der Kupferproduzent PT Freeport Indonesia ist größter Persönlichkeit des Staates.
Export
Einige Exportprodukte sind Holzprodukte, Agrarprodukte (Reis, Erdnüsse, Kakao, Kaffee, Palmöl, Fleisch), Textilien und Mineralien. Außerdem gibt es einige attraktive Ziele für den Tourismus, etwa auf Bali oder Flores.
Mitgliedschaft internationaler Organisationen
Indonesien ist Mensch in der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), ist aber mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden, da die eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Alternative Mitgliedschaften: Internationaler Währungsfond, Welthandelsorganisation, ASEAN.
Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das Gesundheitswesen bei 2%
- das Bildungswesen bei 7%
- das Militär bei 3%
Kultur
Die Nationalhymne Indonesia Raya wurde von Wage Rudolf Soepratman komponiert. Typische indonesische Musikinstrumente sind das Gamelan und Angklung. Ein traditioneller Vergnügen ist das indonesische Schattenspiel Wayang. Die indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jhd kumulativ vom Brahmanismus geprägt. Eine sonstige hochentwickelte Kunstgriff ist die Batik, die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Ingenieurwissenschaften werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller Struktur entwickelt. Dieser Tage ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens. Reis ist ein Grundnahrungsmittel, das so weit wie dreimal am Tag gegessen wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Diverse Mythen erzählen, daß der Reis ein Mitbringsel des Himmels ist.
Durch die Schwarm der Völker Indonesiens bestehen jedoch große Unterschiede zwischen den Kulturen der einzelnen Regionen.
Umwelt
Der Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden die Regenwälder Indonesiens so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Etwa 88 % des Holzes abstammen aus illegalem Einschlag. Dieser dramatische Neigung spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wieder: Indonesien hat augenblicklich die längste Aufzählung an vom Untergehen bedrohten Arten.
Die Holzwirtschaft ist nur für einen Teil der Urwaldzerstörung verantwortlich. Große Flächen werden gerodet und/oder abgebrannt, um Bodenschätze zu gewinnen oder um Agrarwirtschaft zu betreiben, erst einmal Papier- oder Ölpalmen-Plantagen. Beim Niederbrennen der Wälder, speziell in Bedingen mit viel Torf, entsteht starker Dunst der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Brunei erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang langwierig war der Dunst in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005.
Die Humusschicht der gerodeten Flächen ist jedoch zu dünn, als dass sie auf lange Sicht agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre angebaut, im Vorhinein er nutzlos und angeschlagen brachliegt. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras an, das das Areal in eine ökologische Wüste verwandelt. Den Bauern bleibt keine weitere Möglichkeit, als Regenwald für neue Anbauflächen zu roden.
Tourismus
Der Reisebranche ist für das Land eine wichtige Einnahmequelle. Besonders Bali wird pro Jahr von ca. 4 Mio. Touristen besucht, die größtenteils aus Australien, den USA und Okzident stammen. Tourismus gibt es auch auf Komodo, wo der Komodowaran heimisch ist. Nordsulawesi, besonders das Gebiet um Manado (v.a. Bunaken und die Lembeh Straße) und die Togian-Inseln sind bekannt als Taucherparadies, das Toraja-Gebiet im Süden Sulawesis berühmt für seinen Totenkult. Allerdings hat der Fremdenverkehr in Indonesien durch Anschläge auf Bali in den letzten Jahren deutliche Einschnitte erlebt, von denen sich der Fremdenverkehr jedoch langsam erneut erholt.
Siehe auch
Literatur
- Mochtar Lubis: Dämmerung in Jakarta. Der Autor verbrachte die Jahre 1956 bis 1965 im Gefängnis oder unter Hausarrest. Nach seiner Rehabilitation gewährt er einen Blick dahinter die politischen und gesellschaftlichen Kulissen und Randbedingungen der verschiedenen Gesellschaftsschichten. ISBN 3-293-20098-2
- Gernot Voltz: Sumatra ist überall. Humorvolles Reisetagebuch. ISBN 3-89573-091-2
- Nigel Barley: Hello Mister Puttymann. Auch in Realität Geisteswissenschaftler des British Museum in London, schreibt er im Slapstick-Charakter seine Erlebnisse im Toraja-Gebiet Sulawesis. ISBN 3-423-12580-2
- Inge Schubart: Ärztin im Dschungel von Sumatra. Ereignisreiche Leben der Ärztin im Urwald 1950-60. ISBN 3-7987-0327-2
- Ida Pfeiffer: Abenteuer Inselwelt. Vierjährige Reise der österreichischen Reiseliteratin 1851 durch Borneo, Sumatra und Java. ISBN 3-900478-70-8
- Max Dauthendey: Zu Anfang des 20. Jh. bekannter, deutscher Reiseschriftsteller. Seine vielfältigen Veröffentlichungen finden sich unter: http://www.gutenberg.aol.de/autoren/dauthend.htm
- GEO Magazin, 6/86: Der Millionen-Umzug im Wettlauf mit der Zeit. Zzum Transmigrasi-Problem; immer noch akutelles Problem.
- Steven Drakeley: The history of Indonesia, Westport, Connecticut : Greenwood, 2005, 201 S., ISBN 0-313-33114-6
- Martin Jankowski: Indonesisches Sekundenbuch Gedichte, bilingual (indonesisch-deutsch), übersetzt von Katrin Bandel, indonesische Nachdichtungen von Dorothea Rosa Herliany, Begleitwort von Goenawan Mohamad, Magelang (Java): Indonesiatera, 2006, ISBN 929-775-001-x
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Indonesien – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Panorama - Deutschsprachiges Indonesien Magazin in Deutschland
- Indonesische Botschaft in Berlin – Linke Seite zu indonesischen Regierungsstellen (englisch)
- Indonesisches Konsulat in Frankfurt a.M.
- Asean News Network (englisch, indonesisch)
- Deutsche Botschaft in Jakarta
- Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung
- Watch Indonesia!
- Website by Peter Loud (Kartenmaterial) (englisch)
- Haus der Niederlande – Die niederländische Kolonialzeit
- Klaus Polak: umfangreiche Reiseberichte aus dem Inselstaat, Biodiversität, Kultur
- Indonesien-Fotos (Bali, Java, Flores, Sulawesi, etc.)
- Umfangreiches Indonesien-Lexikon und Reiseinformationen von sunda-islands.com
- The Jakarta Post - Englischsprachige Zeitung in Jakarta
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