Fußballkrieg
Aus Schlauweb
Der Fußballkrieg war ein militärischer Konflikt zwischen Honduras und El Salvador.
Er brach am 14. Juli 1969 aus, nachdem es bei Ausschreitungen bei den WM-Qualifikationsspielen beider Länder zu Todesopfern gekommen war. Mit vier Tagen des militärischen Kampfes gilt der Fußballkrieg auch als "kürzester Bewaffnete Auseinandersetzung der Welt".
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Ursache
Der eigentliche Grund waren Spannungen um so genannte Wirtschaftsflüchtlinge aus El Salvador, die seit längerem von der Bevölkerung Honduras für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht und angefeindet wurden. Etwa 300.000 Salvadorianer waren über die offene Grenze nach Honduras gekommen und hatten dort brachliegendes Land in Hab und Gut genommen, ohne jedoch das Land rechtmäßig erworben zu haben. Honduras hatte etwa 1,9 Mio Bürger bei einer Größe von 112.000 und El Salvador etwa 2,5 Mio Bürger bei einer Größe von 21.400 Quadratkilometern zu der Zeit.
Auslöser
Schon beim zweiten Spiel im Halbfinale der Nord- und Zentralamerika-Gruppe in der WM-Qualifikation für Mexiko kam es in El Salvador am 15. Juni zu Straßenunruhen (3:0 für El Salvador, nachdem eine Woche überwiegend Honduras 1:0 gewonnen hatte). Während dieser Ausschreitungen griffen dann Militär und Herren in Grün ein. Beim Spiel selbst verbrannten einige Salvadorianer die honduranische Banner und bewarfen die Person mit Gegenständen.
Das dritte und entscheidende Spiel in Mexico-City am 26. Juni war schließlich der Auslöser des Krieges. Auch hier gab es ähnliche Unruhen. Der Fußballspieler Pipo Rodriguez schoss in der Nachspielzeit das 3:2 für El Salvador, damit war Honduras ausgeschieden. Kurz darauf kam es zu unkontrollierten Ausschreitungen, welche auch Opfer mit sich brachten. El Salvador qualifizierte sich im September im Finale der Qualifikationsgruppe gegen Haiti für die Fußballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko. Dort verlor man alle drei Spiele in der Gruppe A gegen Belgien, Mexiko und die Sowjetunion, ohne selbst ein Tor geschossen zu haben.
Verlauf
Als die honduranischen Behörden im Zuge einer Agrarreform am 30. April 1969 die so genannten illegalen Einwanderer aufforderten, innerhalb von 30 Tagen nach El Salvador zurückzukehren, eskalierte der Konflikt. Die salvadorianische Regierung entschloss sich zur militärischen Intervention. Kriegsziel war allerdings nicht die dauerhafte Besetzung des honduranischen Territoriums, an Stelle die Durchsetzung eines Bleiberechts für die Emigranten aus El Salvador. Die sich abzeichnende Niederlage der honduranischen Streitkräfte veranlasste die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) dazu, in den Konflikt einzugreifen. Mit Sanktionsdrohungen erzwang sie schon nach wenigen Tagen am 18. Juli 1969 das Ende der Kämpfe. Die bewaffnete Auseinandersetzung dauerte nur rund 100 Stunden.
Am 29. Juli musste die salvadorianische Regierung dem Rückzug ihrer Truppen zustimmen, ohne dass ihre wesentlichste Forderung – die Ausstoßung der Emigranten einzustellen – erfüllt wurde. Am 4. August verließen die letzten Soldaten Honduras. Der Bewaffnete Auseinandersetzung kostete 3.000 Leute das Leben, 6.000 wurden verletzt.
Der Fußballkrieg bedeutete zugleich das Ende des 1960 gegründeten Mercado Común Centroamericano (MCCA, "Gemeinsamer Zentralamerikanischer Markt").
Im Laufe des Fußballkrieges kam es zu den letzten Luftkämpfen zwischen Propellerflugzeugen. Alle beide Seiten hatten alte Maschinenpark der USA gekauft, erst einmal handelte es sich in diesem Zusammenhang um P-51 Mustangs und F-4 Corsairs.
Literatur
- Ryszard Kapuściński: Der Fußballkrieg. Berichte aus der Dritten Welt. Petrijünger (Tb.), Frankfurt Juli 2001, ISBN 3596110637
Weblinks
- Fußballkrieg im Kriege-Archiv der Universität Hamburg (Fachbereich Sozialwissenschaften)ca:Guerra del Futbol
da:Fodboldkrigen en:Football War es:Guerra del Fútbol fr:Guerre de cent heures it:Guerra del calcio ja:サッカー戦ä nl:Voetbaloorlog pl:Wojna futbolowa ru:Футбольная война
sv:Fotbollskriget(TID 162779)
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