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Bulgarien

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Република България
Republik Bulgarien
Bild:Flag of Bulgaria.svg

(TID 604558)

Bild:Bulgaria coa.png
(Details) (Details)

Wahlspruch: Съединението прави силата
(Einigkeit macht stark)

Amtssprache Bulgarisch
Hauptstadt Sofia
Staatsform Republik
Präsident Georgi Parwanow
Ministerpräsident Sergei Stanischew
Fläche 110.994 km²
Einwohnerzahl 7.718.750 (31. Dezember 2005)
Bevölkerungsdichte 70 Bewohner je km²
BIP/Einwohner 2.550 US-$ (2004)
Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich am 3. März 1878 erklärt, renommiert am 22. September 1908
Währung Lew (BGN)
Zeitzone OEZ (UTC +2)
Nationalhymne Mila Rodino (Мила родино, "Liebe Heimat")
Kfz-Kennzeichen BG
Internet-TLD .bg
Vorwahl +359
Bild:Bulgarien-Pos.png
Bild:Bu-map.png
Bulgarien, bulg. България [bʌlg'arija

(TID 438491)

(TID 222876)

] ist eine Republik in Südosteuropa. Es grenzt an Griechenland, Mazedonien, Rumänien, Serbien und die Türkei und liegt am Schwarzen Meer.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bild:Satellite image of Bulgaria in December 2001.jpg
Satellitenaufnahme 2001

Bulgarien wird durch den Balkan (Стара Планина = Altes Gebirge) in die nördlich gelegene Donauebene und die Oberthrakische Tiefebene im Süden geteilt. Im Südwesten erheben sich die Rhodopen mit Pirin und Rila-Gebirge. In letzterem befindet sich das Rila-Kloster (Рилски Манастир).

Größte Städte

Größte Städte sind (Stand 31. Dez. 2004): Sofia 1.138.950 Einwohner, Plowdiw 341.464 Einwohner, Warna 312.026 Einwohner, Burgas 189.529 Einwohner, Russe 158.201 Einwohner, Stara Sagora 141.489 Bürger und Plewen 115.354 Einwohner.

Siehe auch: Liste der Städte in Bulgarien

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Bevölkerung

Bulgarien hat rund 7,72 Mio. Bevölkerung (Ende 2005). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 70 Einwohnern/km². Die Wachstumsrate der Bevölkerung nahm in den vergangenen Jahren immer stärker ab, 2001 betrug sie –1,14%. Die Lebenserwartung liegt laut Weltgesundheitsorganisation für Männer bei 69 und für Frauen bei 76 Jahren. Etwa 83,5% der Bevölkerung sind ethnische Bulgaren; außerdem leben im Land mehrere indifferente Minderheiten, u.a. Türken (9,5%) (→ Bulgarien-Türken), Roma (4,6%), Armenier, Juden, Griechen, Slawische Mazedonier, Walachen und bulgarisch sprechende Pomaken. In den Großstädten auch Araber und Afrikaner. Die städtische Bevölkerung beträgt 68% und 32% leben auf dem Land. 15% der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Die Fruchtbarkeitsrate liegt etwa bei 1,3 Geburten pro Frau.

Die Amtssprache ist Bulgarisch; zusätzliche Landessprachen sind Türkisch, Griechisch, Mazedonisch und Romani. Während Mazedonisch wegen der sehr engen geschichtlichen Verwandtschaft in weiten Kreisen eher als Regionale Sprachvariante wertgeschätzt wird und zwar gepflegt, aber kaum unterrichtet wird, gibt es in den Siedlungsbieten der türkischen Minorität oft Türkisch als Schulfach. Der Vollunterricht in Türkisch ist seit einer Slawisierungskampagne 1986 jedoch verboten. 84% der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, 12% Muslime und 4% sind anderen Glaubens.

Zuverlässige Daten über Minderheiten sind kaum vorhanden. Während die Ausländer- und Staatsbürgerschaftsgesetzgebung recht liberal sind und abstrahierend dargestellt ein Augenmerk auf gesetzestreues Verhalten und Unterhalt haben, konzentrieren sich die häufigen Zensusdatenerhebungen wegen des Bevölkerungsrückgangs auf die Staatsbürger und den internationalen Reiseverkehr. Weltweit wurde oft Rezension geübt, etwa seitens der OECD, dass die Statistikbögen teils sehr ausführlich ethnische und religiöse Spezialitäten abfragen und partiell sehr grob, so dass der Datenbestand verfälscht werde. Auch wird von offizieller Seite eingeräumt, dass speziell die Gruppen der Muslime und ethnischen Türken unter den Staatsbürgern und selbst der Ausländer aus der Türkei von der Bevölkerung mehrheitlich und überhaupt als „Türken“ bezeichnet und wahrgenommen werden, was auf ihr Selbstverständnis einwirke.

Trotz dieser eigentypischen Distanz etwas abbekommen gerade diese Gruppen in reger Weise am gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes. Sie finden in Minderheitenparteien eine politische Stimme. Zum Beispiel war die Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten (DPS), die überwiegend von türkischstämmigen Bürgern unterstützt wird, seit 2001 in alle Koalitionsregierung vertreten. Dadurch wird die Stellung solcher Minderheiten trotz des geschichtlichen Hintergrundes ein Unikum sui generis.

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Religion

Etwa 85% der Bulgaren gehören der bulgarischen orthodoxen Kirche an, 12% sind Muslime, der Rest teilt sich in anderen Kirchen auf, außerdem gibt es auch eine jüdische Bevölkerung. Die Religiosität und das Vertrauen in die Kirche ist in Bulgarien allerdings wesentlich weniger als z.B. im Nachbarland Rumänien, was oft mit der Anpassung der bulgarischen Kirche an das ehemalige kommunistische Regierungsform begründet wird. So bezeichnen sich nur 52% der Bulgaren als religiös, nur 22% gehen mindestens einmal im Monat in die Kirche (Quelle: European Values Study 1999).

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Geschichte

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Hauptartikel: Geschichte Bulgariens

Anfänge und Erstes Bulgarisches Reich

Bulgarien war zuerst von den indogermanischen Thrakern und Makedoniern bewohnt. Nach der Eroberung 29 v. Chr. durch die Römer begann die Romanisierung der Bewohner. Auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien wurden als Teile des römischen Reichs die Provinzen Macedonia, Thracia, Moesia und Dacia etabliert. Seit dem 6. Jahrhundert drangen Slawen ein, 679 zusätzlich die vermutlich turkstämmigen Protobulgaren unter Asparuch, die das Erste Großbulgarische Reich mit Stadt in Pliska (679/681 bis 802) und Preslaw (802 bis 1018) gründeten, das fast die ganze Balkanhalbinsel umfasste.

Nach dem Eindringen der Protobulgaren wurde ein mehrjähriger Bewaffnete Auseinandersetzung ausgelöst. Bemerkenswert ist, dass dieser damit endete, dass die sezessive Staatsgründung in einem völkerrechtlichen Vertrag neuerer Prägung renommiert wurde. Dies war für die damalige Praxis des Völkerrechts (ius gentium) ein einmaliger Vorgang. Dieser vom oströmischen Kaiser Konstantin IV. Pogonatos 681 geschlossene Vertrag regelte befriedete Staatsgrenzen, ein Flottenmoratorium und eine gewisse Tributpflichtigkeit Konstantinopels. Aus der Verschmelzung der rund 10.000 Migrant mit der örtlichen Bevölkerung entstand das Volk der Bulgaren, nach einer Übergangszeit der Völkertrennung, die darin bestand, dass die protobulgarische High-Society die Staatsmacht militärisch nach Innerhalb und Außen sicherte. Der neue Staat trug den Namen Bulgarien (vom Stammesnamen der Persönlichkeit von der Wolga; die Bezeichnung stammt vom alttürkischen „Türük-Bolqar/Turuk-Bulkha“ ab) und offizielle Sprache war das Altbulgarisch.

Zar Boris I. von Bulgarien wollte das Christentum als Staatsreligion für seinen Mehrvölkerstaat nutzbar machen und daneben einer Stärkung der zentralistischen Regierung nach römischem Vorbild auch eine Homogenisierung der Völker erleichtern, was ihm in der Folgezeit gelang. In der Folge gingen die Bulgaren und Thraker in der slawischen Bevölkerungsmasse auf, aus der protobulgarischen Sprache blieben erwiesenermaßen nur 7 Wörter erhalten, sie ging in der slawischen auf. Eines davon war der Name: Bulgaren (zum Vergleich: Bolgar, Name der ehemaligen Wohnsitz der Protobulgaren an der Wolga).

Nach simultanen Verhandlungen mit Rom und Konstantinopel trat Boris I. 864 zum byzantinischen Christentum über, warum die Plural der Bulgaren bis zum heutigen Tag dem orthodoxen Glauben angehört. Auch die bulgarische Kultur ist stark von der byzantinischen geprägt. Den massiven Widerstand gegen das Christentum in der Führungsschicht der Bojaren beseitigte er mit harter Hand, indem er sie absetzte und die entschiedensten Persönlichkeit auf einem Konvent in Preslaw terminieren ließ.

Boris' Familienmitglied Simeon I. (893-927), der bedeutendste Person Bulgariens, besiegte die Serben, errichtete das bulgarische Patriarchat und förderte die altbulgarische Literatur. Auf sein Ausüben hin wurde das kyrillische Alphabet entwickelt, um Bibelübersetzungen in die slawischen Sprachen und ausgedehnte christliche Missionierungskampagnen bis tief in das Gebiet des heutigen Russland zu ermöglichen. Aus diesem Grund gilt Bulgarien als prägender Ursprung der sprachlichen und politischen Kultur vieler slawischer Völker bis in die Neuzeit sowie der Orthodoxie.

Bulgarien war tief ein mächtiges Königreich, das sich militärisch mit dem Byzantinischen Reich messen konnte. In seiner wechselhaften Ausdehnung umfasste es die Gebiete des heutigen Griechenlands, Mazedonien, Serbien, Bosnien, Rumänien und kleine Teile der Ukraine. Bis zur osmanischen Eroberung erfolgte keine Angleichung der unterworfenen Völker, so dass sie unverändert ihre ethnische und kulturelle Identität pflegen konnten. Die bei der ersten Reichsgründung erwähnte Tributpflicht wechselte in den zahlreichen Entgegennehmen mit Byzanz die Seiten an Stelle des Siegers ohne Unterschied gebräuchlich wie die Gebiete des heutigen Griechenlands.

Zweites Bulgarisches Reich

Die Brüder Assen und Peter errichteten das 2. Bulgarische Reich mit Gemarkung in Weliko Tarnowo, welches von 1186 bis 1393 bestand. Dem zweiten Bulgarischen Reich gelangs es wiederum neue Höhepunkte zu erreichen. Das geschah bei dem jüngeren Bruder von Assen und Peter, bei dem Zaren Kalojan, dessen Truppen gegen die Kämpfer des Vierten Kreuzzuges siegreich kämpften und bei dem Zaren Ivan Assen II., dessen diplomatische Fähigkeiten dazu führten, dass Bulgarien an das Schwarze Meer im Osten, an das Adriatische und Ägäische Meer im Süden, an die Karpaten und den Fluss Dnestr im Norden und Nordosten grenzte. Mit dem Niedergang von Byzanz während der türkischen Eroberungen wurde auch Bulgarien ein Teil des erstarkenden türkischen Reichs der Osmanen.

Türkische Herrschaft und Unabhängigkeit

1393 vielmehr 1398 kam ganz Bulgarien unter türkische Herrschaft, die fast 500 Jahre andauerte. 1444 scheiterte die Befreiung Bulgariens durch ein polnisch-ungarisches Heer unter Wladyslaw I., König von Polen und Ungarn, in der Schlacht bei Varna. In dieser Zeit hielten die Bulgaren der Islamisierung erst einmal stand. Um 1800 erhob sich der geistig-nationale Widerstand, mit der Forderung nach Unabhängigkeit. In Bulgarien kam es zu einer Ära der nationalen Wiedergeburt (Възраждане). Ähnlich wie in Westeuropa knüpfte sie an antike und frühere byzantinische Traditionen.

Die blutige Niederschlagung des April-Aufstands durch die Türken 1876, der an einem Genozid grenzte und Empörung in ganz Okzident auslöste, führte zum russisch-türkischen Krieg 1877-78. Dieser wurde mit ungeahnter Härte und massiven Verlusten auf beiden Seiten geführt. Nach einer Hannibal-ähnlichen Überquerung der Donau und des Balkans mitten im Jahreszeit siegten die russischen Truppen und rückten bis kurz vor İstanbul vor, wo der Waffenstillstand von San Stefano geschlossen wurde.

Bild:Shipka.jpg
"Shipka" Monument des gefallenen Helden im Russisch-Türkischen Bewaffnete Auseinandersetzung vom Jahre 1877-1878. Mit dem Friedensvertrag vom 3. März 1878 wird Bulgarien zum Fürstentum erklärt, somit in den Besitz kommen die Bulgaren nach 500 Jahren ihren eigenen Staat wieder.

Der Berliner Kongress errichtete ein Fürstentum Bulgarien als konstitutionelle Monarchie, das aber dem Sultan tributpflichtig blieb. Fürst Alexander von Battenberg (1879-86) versuchte intern Reformen und besiegte die Serben im Serbisch-Bulgarischen Krieg 1885/86, wurde aber durch eine von den Russen veranlasste Verschwörung gestürzt. 1887 wurde Ferdinand von Coburg-Gotha bulgarischer Fürst, der 1908 die völlige Loslösung von der Türkei erklärte und den Titel als Zar annahm.

Die Republik und jüngere Vergangenheit

Die glänzenden Erfolge der bulgarischen Truppen im 1. Balkankrieg (Eroberung von Adrianopel) wiederholten sich im 2. Balkankrieg nicht. Während die bulgarische Streitmacht an der griechischen und serbischen Front unselbständig war, drangen die Rumänen bis nach Sofia vor, die Türken eroberten Adrianopel nochmal zurück.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite der Mittel- bzw. "Achsenmächte". Im Ersten Weltkrieg gab der türkische Sieg in der Schlacht von Gallipoli den Ausschlag zum Kriegsbeitritt auf Seiten der Mittelmächte.

Für Bulgarien war die Folge des Ersten Weltkriegs verheerend. Handel, Gewerbe und Ackerbau existierte fast nicht mehr. Die Ackerbau verfügte nicht wieder einmal über Saatgetreide. In der Gewerbe herrschte Mangel an Rohstoffen und Energie. Dem Geschäft fehlten die Transportmittel, die im Bewaffnete Auseinandersetzung eingesetzt und vernichtet waren. Die Preise stiegen enorm. Ein anderer Grund für die schwere Lage war der Frieden von Neuilly (Pariser Vorort). Durch ihn hat Bulgarien nicht nur alle im Weltkrieg errungenen Gewinne verloren, zugunsten auch die entwickelten und existenz-wichtigsten Provinzen Bulgariens.

Unter kamen Caribrod und Strumiza an das neugegründete „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“, den Zugang zur Ägäis zwischen Mesta und Mariza mit dem Port Dedegac (griech. Alexandroupolis) an die Alliierten, die es in San Remo im April 1920 an Griechenland gaben, Teile der südlichen Dobrudscha fielen an Rumänien. Alles in allem verlor Bulgarien 8% seiner Vorkriegsfläche oder rd. 10.750 km². Außerdem musste Bulgarien Belohnung in Höhe von 2,25 Mrd. Goldfrancs zahlen. Die Verwaltung und Verteilung der Kapital wurden von einer alliierten Kontrollkommission überwacht. Dies was auch immer führte zu einer Reihe ausgedehnter Streiks; allein für das Jahr 1919 sind 150 bekannt.

In der Zeit von 1918 bis Oktober 1919 gab es zwei Regierungen. Die erste hoffte durch Waffenstillstand am 29. September 1918 und Thronwechsel am 3. October (Der König Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha dankte stattdessen seines ältesten Sohnes Boris III. (1918-1943) ab) auf bessere Friedensbedingungen.

Die zweite wollte Bulgarien retten durch eine große Bund von November 1918 bis October 1919, die Regierung Stambolijski (1919-1923). Die seit Oktober 1919 im Amt befindliche Regierung des Bauernvolksbundes unter Alexandar Stambolijski wollte Bulgarien aus ihre Isolation herausführen, aber der einzige Fortuna in dieser Entwicklung war die Aufnahme Bulgariens in den Völkerbund (1920).

Stambolijski wollte eine Föderation von Staaten schaffen, die von Agrariern geführt wird. Da 80% der bulgarischen Bevölkerung Bauern waren, versuchte er zwischen 1920 und 1923, die bulgarischen Bauern und ihre politische Organisation zum entscheidenden Träger der politisch-demokratischen, wirtschaftlich-sozialen und geistig-kulturellen Entwicklung des Landes zu machen. Dummerweise war seine Innenpolitik zu radikal. Es gab Pressezensur und Verbot für Staatsbedienstete, an Demonstrationen teilzunehmen. Seine „Orange-Garde“, eine Art Bauernmiliz wurde als Zeichen seiner Despotismus angesehen.

Die begonnene Agrarreform stieß auf den Widerstand kapitalistischer Kreise, seine Pläne zur „Erziehung der bulgarischen bäuerlichen Bevölkerung und zur Umgestaltung des bulgarischen Dorfes“ erzeugten Misstrauen und Ablehnung. In der Bodenreform wurde aller Grundbesitz über 30ha. aufgeteilt, eine Einzelperson sollte 1ha, eine Familie 10ha bearbeiten nach dem Grundsatz, dass das Land dem gehören sollte, der es bearbeitet.

Mit dem Gesetz über die Arbeitspflicht vom 14. Juni 1920 wurde zum ersten Mal eine Art Arbeitsdienst eingerichtet. Männer über 20 und Frauen über 16 sollten zu Arbeiten in allen Zweigen der Ökonomie für 12 bzw. 6 Monate herangezogen werden. Abgesehen waren verheiratete und muslimische Frauen sowie jene Männer, die den freiwilligen 12Jahrigen Dienst am Vaterland ableisteten. Bei Naturkatastrophen und nationalem Notstand konnten Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren so weit wie vier Wochen dienstverpflichtet werden.

Das Regime der „Demokratischen Eintracht“ (1923-1926)

In verschiedenen Kreisen wuchs der Unmut über die Politik des „Bauernbundes“. Politische Kräfte aus alle Seiten haben sich zusammengeschlossen und anschließend in der Nacht vom 8. auf den 9 Juni 1923 putschte unter dem Kommando des Hauptmanns Ivan Valkov und der rechtsorientierte Subjekt Lehrstuhlinhaber Alexandar Cankov gegen Stambolijski. Nur die Kommunistische Politische Kraft blieb in Neutralität. Die „Orangengarde“ wurde bekämpft. Alexandar Stambolijski geriet am 14. Juni in Gefangenschaft und wurde schließlich von Mitgliedern der IMRO (Innere Mazedonische Revolutioniere Organisation) ermordet. Verschiedene Anhänger des Bauernbundes wurden mit ihm ohne Urteil beseitigt.

Die neue Regierung geführt von Aleksandar Cankov verfolgte auch die Kommunisten und ließ 2500 von ihnen am 12 Sept. 1923 ins Gefängnis werfen. Wiewohl Stambolijski auch gegen die Kommunistische Partei Deutschlands vorgegangen war, wurde seine Regierung doch von diesen als Vorreiter für den Marxismus-Leninismus angesehen. Aus diesem Grund und weil die „Bulgarische Kommunistische Partei“ unter dem Druck Moskaus, beziehungsweise der Kommunistischen Internationale geriet, versuchten mit der Unterstützung Stambolijskis Anhänger mit einem Aufstand am 23 September die Fehler von 9 Juni nochmals gut zu machen.

Führer dieses Aufstand waren Vasil Kolarov, Georgi Dimitrov und Valko Zervenkov. Diese verspätete Auflehnung wurde nur in wenigen Tagen blutig beendet mit über 20 000 Opfer und einem Sieg für die Armee. Die Regierung formierte einen Block „Demokratische Eintracht“ (Demokraticeski sgovor), indem sie versuchte, aus allen Parteien Person an sich zu binden. Es sollte eine „Vereinigung verwandter Parteien“ entstehen. Kaum war das passiert, begann eine Distinktion in die sogenannten Flügel- „Stämme“. Der eine gruppierte sich um Cankov, die anderen folgten den gemäßigten Andrei Ljapcev von den Demokraten und Atanas Burov von der Vereinigten Nationalprogressiven Partei.

Im März 1925 hatte die Regierung Cankov ein Gesetz zum Schutze des Staates herausgebracht, das sich eindeutig gegen die Kommunistische Partei Deutschlands richtete. Daraus folgte am 16. April 1925 ein Bombenanschlag auf die Kirche Heilige Nedelja bei dem reichlich 150 Leute ums Leben kamen. Dieser wurde von Außenseitern der Kommunistische Politische Kraft verübt. Zar Boris III, dem dieser Anschlag gegolten hatte, war zufällig nicht anwesend. Scharfe Maßnahmen waren die Folge dieses Anschlags. Es galt von Apr. bis Oktober 1925 Ausnahmezustand. Die bisherigen Sympathien für den Bolschewismus wurden dadurch erheblich vermindert. Auch der seit 1923 oppositionelle Bauernbund erklärte seine Ablehnung des Terrors und der Kommintern.

Außenpolitik der Regierung

Die Regierung Cankov konnte, genau wie vor Stambolijski, keinen entscheidenden Perforation erreichen. Das Verhältnis zu Rumänien war erträglich, mit Griechenland wurde eine Minderheitenvereinbarung unterschrieben (30 Dezember 1924), ein Freundschaftsvertrag mit der Türkei (18 Oktober 1925); die Aufbrechen nach Rom, London, Paris hatten dagegen nicht viel gebracht. Mit Jugoslawien wurden die Beziehungen wegen verstärkter mazedonischer Bandentätigkeit verhindert. Die Hoffnungen auf eine Grenzrevision in Trakien wurden auf der Tagung von Lausanne enttäuscht. In der Anfrage der Militärbeschränkungen erreichte Cankov alleinig die Erlaubnis zur zeitwilligen Einziehung von 3000 Reservisten und dann weiterer 10 000 Freiwilligen zur Bekämpfung kommunistischer Unruhen und IMRO - Bandentätigkeit.

Die Gewährung der zur wirtschaftlichen Gesundung des Landes dringend benötigten Kreditbeanspruchung machte man in London und Paris von einer innenpolitischen Stabilisierung in Bulgarien abhängig. Die Wirtschaft in diesen Jahren näherte sich allmählich erneut dem Vorkriegsniveau. Neue Felder und Weiden wurden erschlossen, Sümpfe trockengelegt, ertragreichere Pflanzen und neue Terrassen eingeführt. Tabak, Baumwolle, Zuckerrüben, Sonnenblumen waren die wichtigsten Ausfuhrgüter. In der Industriezweig taten sich neue Produktionszweige auf: Kautschuk, Glas und Porzellan. Ein weiteres Problem, das die intern Unruhe verstärkte, war die Flüchtlingswelle aus der Dobrudscha, Makedonien und Trakien mit über 250 000 Flüchtlingen zwischen den Jahren 1919 bis 1925. Den für den Geschäft sehr wichtigen Zugang zur Ägäis, den Bulgarien nach Art. 48 von Neuilly entgegennehmen musste, hat es nie bekommen. Das nächste Kapitel in der bulgarische Geschichte wurde als „Die Zeit der wirklichen Demokratie“ bezeichnet.

Die Regierung Ljapcev

Am 4. Jänner 1926 wurde der radikale Cankov durch die gemäßigten Andrej Ljpcev und Burov abgelöst (bis 1931). Sie versuchten zu den demokratischen Prinzipien zurückzufinden, indem sie die Bedeutung des Parlaments unterstrichen, Pressefreiheit und politische Diskussion forderten. Es fand eine große Straferlass politischer Häftlinge im Februar 1926 statt. Die Kommunistische Politische Kraft und deren Organisationen, Arbeiterjugendbund und Gewerkschaften wurden ein Jahr später zugelassen. Mit der Durchführung von Kommunal-, Distrikts- und Parlamentswahlen 1926/27 hat die Regierung die wesentlichen Liberalisierungserwartungen des In- und Auslands erfüllt. Dieser gemäßigte Kurs Ljapcevs wurde mit einer Flüchtlingsanleihe britischer und amerikanischer Banken in Höhe von 2.4 Mio. Pfund Sterling sowie 4.5 Mio. $ honoriert.

Am 31.05.27 verließ die Interalliierte Kontrollkommision Bulgarien. Es folgte am 9. Dezember 1927 eine bulgarisch-griechische Sitte über die Aussiedlung von Bulgaren aus Westtrakien. Dies brachte eine neue Flüchtlingswelle nach Bulgarien und führte zu neuen Versorgungsproblemen. In seiner Außenpolitik dokumentierte Ljapcev die friedlichen Absichten Bulgariens durch den Beitritt zum Kellogg-Pakt am 14. Nov. 1928. Am 20. Januar 1930 wurde angebracht der Haager Schlussakte die Reparationssumme von 2,25 Tausend Millionen Goldfranken auf den weiterhin zu großen Betrag von 171,6 Mio. Goldfranken reduziert.

Die Weltwirtschaftskrise äußerte sich in Bulgarien zunächst als Agrarkrise, die zu einer Preisreduktion landwirtschaftlicher Produkte führte, die tief unter dem Rentabilitätswert für die Landwirte lag. Eine gewisse Rolle spielte auch die Agrarreform von 1921 unter Stambolijski sowie die Versäumnisse bei den agrartechnischen Innovationen. Die Industrieproduktion ging um die Hälfte zurück. Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 200 000. Die Notlage verursachte allgemeine Unzufriedenheit, die sich gegen das konservative Regierungsform wendete. So gelangte durch die relativ freien Wahlen vom 21. Juni 1931 der oppositionelle „Volksblock“ an die Macht. Das war eine Koalitionsregierung seiend aus Demokraten, Liberalen und gemäßigten Agrariern, zunächst unter der Führung von Alexandar Malinov, und ab 12. Okt. 1931 von Nikola Muschanov. Die Regierung stellte nach Ablauf des Hoover Moratoriums (Juli 1931 bis Juli 1932) den Zinsendienst für Auslandszahlungen ein, konnte aber die Schlimmer Zustand nicht verringern.

Am 9. Februar 1934 schlossen die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien den Balkanpakt, der sich im Artikel 8 ausdrücklich gegen die bulgarischen Revisionsbestrebungen richtete und dadurch die Isolierung Bulgariens bekräftigte. Die Dysphorie wuchs. Am 19. Mai 1934 putschten Mitglieder der Militärliga und der Gruppe „Zveno“ (Kettenglied). Am 30. Mai 1934, also nach dem Putsch, löste sich das „Zveno“ selbst auf, um dadurch das Vorgehen der Regierung Kimon Georgiev gegen die anderen Parteien zu erleichtern.

Die Regierung Georgiev sorgte in kurzer Zeit für tiefgreifende Änderungen und setzte Teile der seit 1979 gültigen Verfassung von Tarnovo außer Kraft. Erst einmal wurden große Sparmaßnahmen in der Verwaltung durchgeführt. Die Zahl der Gemeinden wurde von 2500 auf 800 verringert und der Beamtenapparat verkleinert. Am 12. Juni 1934 wurde das Volksvertretung und die Parteien aufgelöst, und Pressenzensur eingeführt. Die lokale Selbstbestimmung wurde durch eine zentrale Bürokratie ersetzt. Die autonomen, parteilich orientierten Gewerkschaften gerieten unter staatliche Kontrolle.

Das neue Herrschaftsform fand Zustimmung in Deutschland und Italien und wurde von England, Französische Republik und der bulgarischen Bevölkerung kritisiert. Die ersten außenpolitischen Schritte waren in Tendenz Jugoslawien. Noch in den ersten Tagen nach dem Umwälzung ließ die Regierung die Mazedonier-Organisation auflösen, deren Vermögen beschlagnahmen und deren Mitglieder internieren. Die positive Wirkung auf Belgrad zeigte sich am 24. Mai 1934 durch einen Handelsvertrag (seit 30 Jahren war kein Vertrag mit Jugoslawien mehr geschlossen worden).

Ein anderer Punkt war die Schaffung diplomatischer Beziehungen zwischen der SU und Bulgarien. Es wurden eine gemeinsame Handelskammer und eine bulgarisch-sowjetische Gesellschaft gegründet. Trotz vielversprechender Ansätze in der Außen-, Innen- und Wirtschaftspolitik gelang es dem Regierungsform nicht, die bis dato bestimmenden politischen Kräfte zu integrieren. Am 22. Jänner 1935 musste Kimon Georgiev sein Amt aufgeben. In den folgenden Monaten wurde der Militärbund schrittweise entmachtet und am 3. März 1936 aufgelöst. Gestützt auf royalistische Offiziere erlangte Zar Boris III die volle Macht.

Die folgenden Jahre standen im Zeichen der Stabilisierung der Königsdiktatur, der Bekräftigung einer unabhängigen Außenpolitik und einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenwirken mit Deutschland. Im Unterschied zu anderen, im Abendland der dreißig Jahre entstandenen diktatorischen Regimes trug diese noch vergleichs- und zeitweise „demokratische“ Züge. Der König Boris III setzte die 1934 weitgehend aufgehobene Verfassung nochmals in Kraft. Organisationen und Parteien, die rechtsradikal waren, wurden aufgelöst.

An der Spitze der Regierung war bis Nov. 1935 Toschev und danach bis 15. Februar 1940 Georgi Kjoseivanov, der ein Mitwissender des Zaren war. In seiner Amtszeit bildete Kjoseivanov die Regierung acht mal um, ein Zeichen für das Fehlen einer leitenden Idee und einer die Regierung tragenden politischen Kraft. Der Herrschaftsform stützte sich nicht auf bestimmte Parteien für einigte einige Elemente der parlamentarischen Volksherrschaft mit der Königsdiktatur. Im März 1937 ließ Kjoseivanov Kommunalwahlen, ein Jahr später Parlamentswahlen durchführen, bei denen die Kandidaten bei fortbestehendem Parteienverbot nicht als Repräsentanten von Parteien, zugunsten ausschließlich als Einzelpersonen auftreten durften. Auch die Regierung organisierte ihre Anhänger nicht in einer festen Partei. Bei der Parlamentseröffnung im Mai 1938 erklärten sich von 170 Abgeordnete 106 für die Regierung und 64 gegen sie.

In ihrer Außenpolitik versuchte die Regierung eine Aufhebung der Neuillyer Militärklausen. Sie erreichte am 31. Juli 1938 ein Abkommen mit Griechenland über die Aufhebung der Rüstungsbeschränkungen und die Erlaubnis zur Wiederbesetzung der entmilitarisieren Zone an der trakischen Grenze. Ein Jahr zuvor, am 24. Januar 1937 wurde der bulgarisch-jugoslawische Freundschafts- und Nichtangriffspakt ratifiziert.

Auf handelspolitischem Gebiet war Bulgarien sehr von Deutschland abhängig. Der bulgarische Ausfuhr nach Deutschland betrug im Jahr 1937 47,1% und stieg auf 58,9% im Jahr 1938 und 1939 auf 67,8% der bulgarischen Gesamtausfuhr. Der Einfuhr von 58,2 % im Jahr 1937 und 52,0% im Jahr 1938 auf 65,5% der bulgarischen Gesamteinfuhr. Das Gesamtvolumen des bulgarischen Handels mit Deutschland war 1930 rund 2,5 Milliarde Lewa und stieg 1939 bis auf Dreifache, nämlich rd. 7,5 Milliarde Lewa, mit einer positiven Handelsbilanz für Bulgarien. In den Kriegsjahren 1941-1944 erreichte Deutschland wenn schon einen Anteil von 79% des Imports und 73% des Exports Bulgariens. Obwohl Bulgarien derart wirtschaftlich von Deutschland abhängig war, wurde eine engere politische Bindung an Deutschland von Boris III vermieden.

Die politische und staatliche, wirtschaftliche und soziale, rechtliche und kulturelle Entwicklung des Königreiches/Zartums Bulgarien zwischen dem Ende des Ersten und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges bewegte sich zwischen gescheiterten Versuchen eine demokratisch- parlamentarische Ordnung herzustellen und mehrfachen Katastrophen, Umbrüchen, Staatsstreichen, als deren Folge verschiedene Formen von Diktatur, schließlich die des Königs Boris III entstanden.

Außenpolitisch befand sich Bulgarien 1919-1934 in weitgehender Isolierung, weil es Revisionsforderungen gegenüber allen Nachbarländer mit Ausnahmefall der Türkei hatte. Bedauerlicherweise betrieben die bulgarischen Regierungen in diesem Intervall keine einheitliche revisionistische Außenpolitik. Die Regierung von Stambolijski wollte eine großsüdslawische Föderation von Vereinigte Staaten von Amerika schaffen. Die bulgarische Politik der 30er Jahre sah sich vor drei Aufgaben gestellt. Es galt, die außenpolitische Isolation zu überwinden, durch Verständigung mit den Nachbarn sowie mit Billigung der Großmächte den Vertrag von Neuilly zu revidieren, und die verlorenen Gebiete wiederzugewinnen.

Aber die Gebietsverluste hatten Spannungen und Probleme mit Griechenland, Jugoslawien und Rumänien gebracht, die sich nur sehr schwer nachlassen ließen. Die mazedonische Fragestellung bildete, durch die ständigen Attentate, ein kaum lösbares Dauerproblem. Von geringerem Gewicht war die Bulgarien von Rumänien trennende Dobrudschafrage. Innerpolitisch und wirtschaftlich hat sich die Lage in diesen Jahren nicht sehr viel verändert. Da es in Bulgarien keine große soziale Distinktion gab, weder einen grundbesitzenden Adel noch ein Besitzbürgertum größeren Umfangs, spielten wie in den Jahren der Staatsbildung Offizierskorps und Beamtenschaft eine entscheidende Rolle.

Das völlige Überwiegen der Landbevölkerung änderte sich bis Ende des Zweiten Weltkrieg nur gering. So betrug im Jahre 1900 der Anteil der Landbevölkerung 80,2% und im Jahre 1934 78,5% Im Zeichen des Zweiten Weltkriegs versuchte Bulgarien so lange wie möglich Neutralität zu wahren. Deswegen gab Bulgarien zwei Wochen nach Eruption des Zweiten Weltkrieges eine Neutralitätserklärung (15. Sept. 1939) ab. Mit der UdSSR wurden zwei Schifffahrtsverträge (11. Dezember 1939 und 5. Januar 1940) unterzeichnet. Einen von Moskau angebotenen Pakt über wechselseitige Unterstützung lehnte die rechtsgerichtete Regierung Bogdan Filov (Februar 1940 bis Sept. 1943) jedoch ab, da sie eine maßlos großen Einflussname auf die inneren Verhältnisse und eine „Sowjetisierung“ befürchtete.

Durch den 2. Wiener Schiedsspruch vom 30. August 1940 erhielt Bulgarien auf deutschen Druck den südlichen Teil der Dobrudscha wiederholt von Rumänien zurück. Am 18. Nov. 1940 kam Zar Boris III. von Bulgarien nach Berlin. In seinem Staat überschnitten sich deutsche und sowjetische Interessen schon wegen seiner geographischen Lage. Einen Beitritt zum Dreimächtepakt hatte der König einen knappen Monat bevor abgelehnt, doch gab er später eine verklausulierte Zusage (23. November 1940). Eine offene Teilnahme an militärischen Maßnahmen gegen Griechenland wurde nicht ungleich verweigert, doch von Bedingungen abhängig gemacht: Renovierung der bulgarischen Streitkräfte und Versäumnis eines Aufmarsches auf bulgarischem Boden "bis zum letzten Moment".

Die Zurückhaltung Bulgariens war für Hitler deshalb noch besonders unangenehm, weil sie sich unmittelbar auf Jugoslawien auswirken konnte, da nur noch Jugoslawien nicht dem Dreimächtepakt beigetreten war. Da man sich nicht in der Lage sah, das Land vor Angriffen von Russland, der Türkei und Griechenland zu schützen, mussten deutsche Truppen im Lande stillstehen und auch Luftverteidigungsaufgaben übernehmen. Erst wenn dies gewährleistet sei, sei Bulgarien bereit dem Dreimächtepakt beizutreten. Schließlich trat Bulgarien an der Seite der Achsenmächte gegen Jugoslawien und Griechenland in den 2. Weltkrieg ein.

Das Königshaus und die Bevölkerung widersetzten sich z. T. siegreich der Hatz und der Ausweisung der bulgarischen Juden (Holocaust) durch die Nazis und weigerten sich Truppen gegen die Russen an die Ostfront zu entsenden. Juden aus den von Bulgarien besetzten Erfordern in Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien und Griechenland wurden jedoch deportiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Bulgarien unter sowjetischen Einfluss und wurde Teil des Warschauer Paktes. 1946 wurde es zur Republik. 1986 zwangen die bulgarischen Behörden die türkische Minorität zur Annahme slawischer Namen und verboten den Schulunterricht in türkischer Sprache. Rund 380.000 ethnische Türken akzeptieren dies nicht und wanderten bis zum Anfang der 90er Jahre in die Türkei aus.

Das Ende der kommunistischen Ära wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Bulgarien rief eine Große Verfassungsgebende Volksversammlung als erstes Abgeordnetenhaus ein und gab sich eine reformierte demokratische Verfassung. Seit wurden übrige politische und wirtschaftliche Reformen vorangetrieben. Auf dem NATO-Gipfel in Prag wurden am 22. Nov. 2002 sieben osteuropäische Vereinigte Staaten von Amerika – unten auch Bulgarien – dienstlich zu Aufnahmegesprächen eingeladen. Am 26. März 2003 wurden die Beitrittsprotokolle unterzeichnet, und am 29. März 2004 wurden Bulgarien und die anderen sechs Kandidaten in die NATO aufgenommen.

Ein Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union wurde auch unterzeichnet und weitgehend implementiert. Die Beitrittsverhandlungen wurden 2004 siegreich abgeschlossen. Als weiterer Schritt billigte am 13. April 2005 das Europaparlament den Beitritt zur Europäischen Union mit 522 von 660 Stimmen, und am 25. Apr. 2005 wurde der Beitrittsvertrag in Luxemburg unterzeichnet. Danach wird Bulgarien planmäßig am 1. Jänner 2007 Person der EU.

Siehe auch: Liste der bulgarischen Zaren, Liste bulgarischer Präsidenten, Liste bulgarischer Ministerpräsidenten

Übergriffe bei Jesuiten - Auch in Hamburg Schüler missbraucht : Auch an einer Hamburger Jesuiten-Schule hat es offenbar Missbrauchsfälle gegeben. Nach den in Berlin bekannt gewordenen Fällen haben sich auch dort mehrere frühere Schüler gemeldet. ... Weiterlesen!

Selektive Vaterliebe: Die mit dem Seepferdchen verwandte Seenadel Syngnathus scovelli betreibt eine außergewöhnliche Auswahl ihrer Nachkommenschaft: Die für das Kinderbekommen zuständigen Männchen lassen während ihrer Schwangerschaft weniger Nachkommen überleben, wenn diese mit kleinen Partnerinnen gezeugt wurden. Das hat ein US-Forscherteam bei der Beobachtung des Brutverhaltens herausgefunden. Nachdem die Weibchen ihre Eier in die Bruttasche der Männchen gelegt haben, wachsen die Seenadel-Embryonen dort heran und werden durch umgebendes Gewebe mit Nährstoffen versorgt. Die Väter lassen dem Nachwuchs von kleinen Partnerinnen aber weniger Nährstoffe zukommen oder entziehen ihnen diese sogar aktiv. Bei großen Weibchen sind die Nachkommen fitter und haben in der Natur eine höhere Überlebenschance. Deshalb investieren die Väter bei ihnen mehr Energie in die kräftezehrende Versorgung, berichten Kimberly Paczolt und Adam Jones von der Texas A&M University in College Station. ...... Weiterlesen!

Politik

Von 1990 an war die demokratische Oppositionsbewegung Union Demokratischer Kräfte SDS (Съюз на демократичните сили, СДС), die den friedlichen Wandel des kommunistischen Bulgariens herbeiführte, fast immer stärkste Partei. Eingangs regierte jedoch in mehreren Legislaturperioden die Sozialistische Partei BSP (Българска социалистическа партия, БСП) in einer Koalitionsregierung. Die EU-Integration wurde jedoch erst von der traditionsverbunden geführten SDS Regierung beschleunigt, die auch wirksamere Reformen anpackte. Sie stellte umfängliche Zusammenwirken mit internationalen Institutionen her, senkte die Preissteigerung und stabilisierte die Wirtschaftslage. Der NATO und EU Beitritt wurden in dieser Zeit initiiert.

Im Jahr 1999 legten die bulgarische und die mazedonische Regierung ihren jahrelangen Sprachenstreit bei, der die bilateralen Beziehungen schwer belastete. Bulgarien erkannte die Eigenständigkeit der mazedonischen Sprache und Nation erstmalig amtlich an, Makedonien entsagte im Gegenzug ganz Einflußnahme auf die mazedonische Minorität in Bulgarien.

Die Parlamentswahlen am 17. Juni 2001 gewann überraschend mit 42,7% der Stimmen die erst kurz zu Beginn gegründete Nationale Bewegung Simeon II. (NDSV) um den ehemaligen König Simeon II. von Sachsen-Coburg-Gotha, der nach 55 Jahren aus dem spanischen Exil zurück gekehrt war. Wegen des stark betonten republikanischen Prinzips in der Verfassung slawisierte er seinen Namen zu Simeon Sakskoburggotski und legte monarchische Namenszusätze ab, nachdem die Wahlbehörden die Rechtsauffassung äußerten, er sei wahlinkompatibel. Wesentlichen Anteil an dem Gelingen hatte das Versprechen, innerhalb von 800 Tagen eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards herbeizuführen. Dazu schlug er eine Erhöhung des Lohnniveaus und Steuersenkungen vor.

Grundsätzlich jedoch behielt die amtierende Regierung den konservativen Kurs ihrer Vorgängerin bei, speziell die Politik der EU-Integration. 2003/2004 amtierte Bulgarien als Typ des UNO-Sicherheitsrates und schloss sich mit Chile und Spanien ostentativ der von den USA geführten Anti-Irak-Fraktion an, die einen gewaltsamen Regierungswechsel im Irak unterstützte. Die eher US-freundliche Außenpolitik Bulgariens und der Nichtübereinstimmung mit der reservierten deutsch-französischen Seite führten u. a. dazu, dass auf Ausüben des Außenministers Solomon Pasi die deutschen Anti-ABC-Einheiten gleich von bulgarischen und polnischen Truppen ersetzt wurden. Geschichtlich schmackhaft ist dieser Umstand wegen der Beziehungen zum Irak schon vor dem Zweiten Golfkrieg, als Bulgarien in dieser Zeit umfangreiche konventionelle Waffenlieferungen vorgenommen hatte, ähnlich der USA.

In der Wirtschaft kam es infolge von Simeons Reformen zu weiter fortschreitendem Aufschwung, von dem allerdings eher in- und ausländische Investoren und die städtische Creme de la Creme als der Durchschnittsbürger profitierten. In ländlichen Bedingen herrschen oft hohe Arbeitslosigkeit (im Landesdurchschnitt etwa 14%) und Korruption und die sehr traditionelle Landwirtschaft, die bei 26% der Beschäftigten 13% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt.

Parlamentswahlen 2005

Bild:Parlamentswahlen Bulgarien 2005.png

Die Parlamentswahlen für die 40. Nationalversammlung fanden am 25. Juni 2005 statt. Die Regierung erlitt eine Niederlage, nachdem die BSP wiederholt stärkste Kraft wurde. Die SDS verlor auch empfindlich nach einer Zerrüttung in verschiedene kleinere Parteien, die jedoch alle im Hohes Haus vertreten sein werden. Die Mehrheitsverhältnisse deuten auf eine schwierige Regierungsbildung, nachdem selbst eine Bündnis mit der Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten DPS (Движение за права и свободи, ДПС) die absolute Majorität verfehlt. Diese stützte vor ... sowohl .... als auch linke sowohl .... als auch konservative und auch die amtierende Regierung.

Negativ und großenteils schockiert zeigte sich die Öffentlichkeit durch den spontanen Gelingen der Wählerinitiative Attacke (Aтaкa), die einen rassistischen und EU-feindlichen Wahlkampf führte. Die Wahlbehörde musste diese zur Teilnahme an der Wahl zulassen, führt jedoch wegen der Art des Wahlkampfs mit der Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zig Mitglieder der Wahlinitiative wegen des Verdachts der Förderung ethnischer Feindseligkeiten, was nach bulgarischer Legislative strafbar ist.

siehe auch: Seite zur Wahl (Bulgarische Nachrichtenagentur BTA)

Navibot SR-8855 - Samsungs Staubsaugerroboter kommt: Samsung will iRobot nun auch auf dem deutschen Markt Konkurrenz machen und einen eigenen Roboter als Haushaltshilfe anbieten. Der Staubsaugerroboter Navibot SR-8855 nutzt eine Kamera und verschiedene Sensoren, um automatisch die Wohnung zu reinigen. (iRobot, Samsung)... Weiterlesen!

Drohender Staatsbankrott - EU stellt Griechenland unter Aufsicht : Die Europäische Union stellt Griechenland bei seiner Haushaltssanierung unter Aufsicht. Die Regierung in Athen plant massive Sparschritte. Im ganzen Land wächst deshalb der Unmut. Streiks drohen. ... Weiterlesen!

Bezirke

Hauptartikel: Bezirke in Bulgarien

Bulgarien ist ein Zentralstaat, welcher in 28 Verwaltungsbezirke (oбласт) deutlich ist.

Astra: Satellit überholt Kabel-TV in Europa: Der Satellitenbetreiber Astra ist zuversichtlich, bis Ende 2010 mehr als 20 HD-Fernsehsender in Deutschland ausstrahlen zu können. Gegen Kabelnetzbetreiber, DVB-T und IPTV sieht sich Astra gut gewappnet. (Heimkino, 3D-TV)... Weiterlesen!

Thunderbird 2.0.0.24 beseitigt Sicherheitslücken (Update): Für die Thunderbird-2-Familie wurde ein Update auf die Version 2.0.0.24 veröffentlicht. Die aktuelle Version des E-Mail-Clients beseitigt Sicherheitslücken, neue Funktionen gibt es nicht. Seit Dezember 2009 gibt es bereits Thunderbird 3. (Browser, E-Mail)... Weiterlesen!

Infrastruktur

Bulgarien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten. Das Land besitzt ein dichtes Eisenbahn- und Straßennetz. Internationale Flughäfen befinden sich in Sofia, Plovdiv, Varna und Burgas, Seehäfen in den letztgenannten beiden Städten.

Nikon aktualisiert seine Bild-Authentifizierungssoftware: Bei Fotos mit Nachrichtenwert ist es schwer, angesichts moderner Bildbearbeitungsmethoden sicherzustellen, dass keine Manipulation vorgenommen wurde. Mit der Software Image Authentication kann überprüft werden, ob Bilder aus Nikon-Spiegelreflexkameras nach der Aufnahme nachträglich bearbeitet wurden. (Nikon, Grafik-Software)... Weiterlesen!

Canon EOS 5D Mark II mit verbesserter Videoaufnahmefunktion: Canon hat sein lang angekündigtes Firmwareupdate für die Spiegelreflexkamera EOS 5D Mark II veröffentlicht. Damit können HD-Videoaufnahmen mit einer Bildrate von 24 und 25 Bildern pro Sekunde gefilmt werden. Außerdem wurde die Blenden- und Zeitautomatik für den Videomodus aktiviert. (Wikipedia, Firmware)... Weiterlesen!

Wirtschaft

Wirtschaftsgeschichte

Bulgarien gehört zu den Ländern, die als Agrarstaat in den RGW ("COMECON") eingetreten sind und die ihre Industrialisierung diesem erst einmal zu schulden haben. Das bedeutete die Steigerung der energie- und rohstoffintensiven Schwerindustrie, von denen einige Bereiche (Pharmazeutika, Maschinenbau, Elektronik) doch siegreich in den ehemaligen Märkten agierten.

Nach dem Wegfall des Marktes der Sowjetunion, zu dem am meisten Beziehungen bestanden, geriet die Wirtschaft in eine schwere Krise, aus der sie sich bis auf den heutigen Tag nicht erholt hat. In den Jahren 1989 bis 1995 gingen die Realeinkommen um fast 70 Prozent zurück, der Lebensstandard fiel um 40 %.

Das Sozialsystem, gerade das System der Kranken- und Rentenversicherungen, brach weitgehend zusammen. Die sozialistische Regierung unter Schan Widenow schaffte hier keine Abhilfe, stattdessen bediente eher die Interessen der ehemaligen Nomenklatura: Die ehemaligen Direktoren der staatseigenen Betriebe wurden schnell zu Millionären.

Im Frühling 1996 kam es wegen der hohen Staatsverschuldung zu einer schweren Wirtschaftskrise. Banken brachen praktisch über Nacht zusammen, der Staat geriet in Zahlungsschwierigkeiten gegenüber seinen ausländischen Kreditgebern. In der Hoffnung auf Unterstützung von Weltbank und IWF verabschiedete die sozialistische Regierung ein Strukturprogramm.

134 abgewirtschaftet Staatsbetriebe sollten geschlossen werden, durch Steuervergünstigungen versuchte man - an erster Stelle ausländische - Investoren anzulocken. Doch die Deregulierung ging dem IWF zu langsam und er forderte als Bedingung für zusätzliche Kredite die Einführung eines currency boards (Währungsrates) mit der Bindung des bulgarischen Lew an die D-Mark im Verhältnis 1:1.

Mit Wirkung vom 7. Juli 1997 wurden diese Bedingungen von der neuen konservativen Regierung erfüllt. So konnte das Land die notwendigen Kredite in den Besitz kommen und ein Haushalt für das kommende Jahr verabschieden, hatte aber die Hoheit über die Staatsfinanzen an die internationalen Finanzinstitutionen abgegeben.

Denn die Einführung des currency boards bedeutet, dass die Regierung kein Etat ohne die Einwilligung des IWF verabschieden darf. Durch diese Maßnahmen konnte Bulgarien im internationalen Vergleich seine Wirtschaftsdaten bis 2000 verbessern.

Das Fehlbetrag konnte auf 1 % des BIP komprimiert werden, das Bruttoinlandsprodukt stieg um 5 %, die Inflationsrate hielt sich bei etwa 11 % und die Beschäftigungslosigkeit stagnierte auf 18 %.

Doch die Annäherung an den Weltmarkt wird bislang nicht durch eine Ankurbelung der Wirtschaft, stattdessen durch eiserne Sparmaßnahmen erreicht. Für die nationale Wirtschaft und für die Bevölkerung haben Einsparungen und Verteuerungen in erster Linie negative Folgen.

Die ausländischen Investoren sind bis dato ausgeblieben, ein eigener unternehmerischer Mittelklasse hat sich - nicht zuletzt auf Grund der hohen Zinspolitik - bis dato kaum entwickelt. Seit 1997 hat Bulgarien eine negative Handelsbilanz.

Von der Bevölkerung kämpfen etwa 80 % ums tägliche Überleben. Ein Durchschnittslohn hinlänglich kaum für die Ernährung, die Haushaltseinkommen sinken bei steigenden Preisen für so essentielle Sachen wie Heizung, Wasser und Müllabfuhr. Die vom IWF geforderte Erhöhung der Energiepreise führte dazu, dass sich mehrere Haushalte von der Stromnetz abmeldeten.

1999 waren 45 % der Bevölkerung auf selbst hergestellte Lebensmittel angewiesen. Die Bewegung vom Land in die Kleinstadt und daher in die Großstadt kehrt sich deshalb in diesen Tagen um. Die Schlimmer Zustand der Wirtschaft zwingt zu einer neuen Subsistenzwirtschaft, oft mit einfachsten Geräten wie Sichel und Pflug, da nur einige Dorfgemeinschaften ausreichend Geld haben, um kollektiv einen Gefährt anzuschaffen.

Der IWF sieht diese Umstand als notwendige Übergangsphase und glaubt, dass Investitionen in das - infolge von Beschäftigungslosigkeit und Schattenwirtschaft - chronisch unterfinanzierte Sozialsystem die Überwindung der Schlimmer Zustand unmöglich machen würden. Er setzte Mindestlöhne fest, die unter dem Existenzminimum liegen und verbietet Investitionen ins Verwaltungssystem. Im öffentlichen Tätigkeit wurden ein Achtel der Stellen gestrichen.

Die Einschränkungen des Handlungsspielraums der Mensch durch den IWF steht im Widerspruch zu den Erwartungen der EU, die von ihren Beitrittsländern erwartet, dass sie eigenverantwortlich rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Systeme aufbauen. Sollten die Stabilisierungsmaßnahmen nicht bald greifen, fürchten Experten eine wirtschaftliche Abwärtsspirale mit ähnlichen Folgen wie in Argentinien.

Ein solcher wirtschaftlicher Zusammenbruch wäre eine Bedrohung für die Stabilität der gesamten Balkan-Region. Selbst der IWF, der zugeben musste, dass der Lew trotz der Befestigung an den Euro zwischen 22,1 und 28,7 % seines Wertes eingebüßt hat, denkt schon über Ausstiegsstrategien aus dem currency board nach.

Er schlägt - gleichartig zur Einführung des Dollar in manchen lateinamerikanischen Ländern - eine Euro-Einführung noch vor dem EU-Beitritt vor. Dies wird allerdings von der Europäischen Zentralbank abgelehnt, die um die Stabilität des Euro fürchtet. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz plädierte für einen vorgezogenen EU-Beitritt Bulgariens.

Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

US-Strafverfolger tummeln sich in sozialen Netzen: Die US-Bürgerrechtsorganisation EFF hat zwei Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie US-Strafverfolger in sozialen Netzen ermitteln. Das Justizministerium etwa ermutigt Beamte, in Angeboten wie Facebook nach Verdächtigen zu suchen, ihre Kontakte zu überprüfen und ihren Aufenthaltsort herauszufinden. (EFF, Datenschutz)... Weiterlesen!

Datenschützer: Elena soll auf den Prüfstand: Die Datenschutzbeauftragten von Bund und Länder fordern, den elektronischen Einkommensnachweis Elena auf den Prüfstand zu stellen. Das Verbot der Totalerfassung gehöre zur verfassungsrechtlichen Identität Deutschlands, so ihre Position. (Vorratsdatenspeicherung)... Weiterlesen!

Kultur

Bulgarische Musik

Bulgarien verfügt über eine große Gepflogenheit des Chorgesangs. Der staatliche Chor wurde durch einen eigenen Stil sehr erfolgreich, zahllose bulgarische Frauenchöre wie wie Angelite sind dieser Tage weltumspannend bekannt.

Umgang bulgarische Sänger sind u.a. Ari Leschnikoff, der von 1928 bis zur Auflösung in den 30er Jahren den Comedian Harmonists als Tenor angehörte und der Opernsänger Boris Christow, der als einer der weltbesten Bassisten galt. Die gebürtige Bulgarin Wesselina Kassarowa gehört in diesen Tagen zu den gefragtesten Mezzo-Sopranistinnen der Welt.

Bulgarische Malerei

Bulgarien ist schon seit dem 13. und 14. Jahrhundert bekannt für seine Ikonenmalerei. Die Vertreter der Malschule von Weliko Tarnowo überschritten die überlieferten Regeln der traditionellen Ikonenmalerei und schufen damit die bedeutendste eigenständige Schule der ostkirchlichen Kunst.

Mit der bulgarischen Wiedergeburt nach dem Ende der türkischen Besatzung entstanden überall im Land neue Kunstschulen. Die bekannteste ist die Kunstschule von Samokow. Aus ihr gingen zahlreiche der Maler hervor, die die Ton der Kirche im Kloster Rila ausführten, unter ihnen Sachari Sograf.

Bekanntschaften Künstler der neueren Zeit sind Jules Pascin der 1885 in Vidin geboren wurde. Eigentlich hieß er Julius Pinkas. Da er tief in Frankreich verbrachte, wo er auch 1930 starb, wird er als bulgarisch-französischer Maler und Grafiker bezeichnet.

Der bekannteste lebende bulgarische Künstler ist wohl Christo Jawaschew, der unter seinem Vornamen und zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude bekannt wurde. Er verhüllte u.a. das Reichstagsgebäude in Berlin und den Pont Neuf in Paris.

Bulgarische Literatur

Siehe auch: Liste bulgarischer Schriftsteller

Theater

In Bulgarien hat auch das Puppentheater (nicht nur für Kinder) eine lange Tradition.

Bulgarisches Brauchtum

Ein beliebter Brauch ist das Verschenken eines Marteniza, kleinen rot-weißen Stoffanhängern oder Armbändern, zum Frühlingsanfang am 1. März. Die Armbänder sollen, damit sie Glück und Gesundheit bringen, aus zweiter Hand werden, bis man den ersten Adebar sieht.

In der bulgarischen Küche sind das Bohnenkraut Tschubriza und das ketchupähnliche Püree Ljuteniza sehr beliebt.

Bibliothekswesen

siehe Hauptartikel Bibliothekswesen Bulgariens

Sport

Vor der Wende war Sportart Staatspolitik und mehrere Bulgarische Subjekt sorgten global für Aufmerksamkeit. Die größten Erfolge wurden jedoch in den Individualsportarten erzielt. Nach dem Zerfall des Systems und mit dem Wegfall staatlicher Unterstützung konnten sich nur Typ beweisen, die äußerst große Talente waren und nicht selten aus Sportlerfamilien kamen.

In Bulgarien gibt es eine große Überlieferung im Schach, Kraftsport (Ringen, Gewichtheben, Boxen) aber auch in Leichtathletik oder auch rhythmischer Sportgymnastik. Die Wurzeln liegen auch in der Folklore, wo der "starke, kluge Mann" und die "graziöse Frau" ein hohes Ansehen haben .

Umgang Schachspieler aus Bulgarien: Wesselin Topalow, Antoaneta Stefanowa, Liuben Spassow, Kiril Georgiew und Wesselin Georgiew.

Es gibt selbst einige bekannten türkische Gewichtheber, wie z. B. Naim Suleymanoglu, die während des damaligen Systems sich als solche entwickeln konnten und in beiden Länder hohes Ansehen genießen.

Siehe auch: Fußball in Bulgarien.

Feiertage

Datum Name Bürger Name Anmerkungen
1. Januar (julianisch) Нова година Neujahr
3. März Ден на Освобождението на България от османско иго "Tag der Befreiung Bulgariens vom osmanischen Joch" 1878, Frieden von San Stefano
gregorianisch Великден Ostern
1. Mai Ден на труда Internationaler Tag der Arbeit
6. Mai Гергьовден, Ден на храбростта и Българската армия Georgstag, Tag der Courage und der bulg. Armee
24. Mai Ден на българската просвета и култура и на славянската писменост Tag der bulgarischen Aufklärung und Kultur und der slawischen Literatur (der Feiertag ist eng verknüpft mit der Kreation des Kyrillischen Alphabets)
6. September Ден на Съединението Tag der Ende der deutschen Teilung 1885 mit Ostrumelien
22. September Ден на Независимостта на България Tag der Unabhängigkeit Bulgariens 1908
1. November Ден на народните будители - неприсъствен за всички учебни заведения Tag der nationalen Wiederbelebung schulfrei
8. November St. Michaelis
24. Dezember (julianisch) Бъдни вечер Heiligabend
25./26. Dez. (julianisch) Коледа, Рождество Христово Weihnachten, Geburt Christi

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Der Stoßdämpfer wird zum Generator: Der Stoßdämpfer soll nach den Vorstellungen eines Teams von US-Wissenschaftlern künftig zum Generator werden: Sie haben einen Stoßdämpfer konstruiert, der gleichzeitig ein elektrischer Generator ist. (Technologie)... Weiterlesen!

Wissenschaft und Technologie

Das hohe Stufe des Bildungssystems, sowie die technologisch orientierte Politik vor der Wende haben gute Voraussetzungen für die Entwicklung der Forschung und Technologie geschaffen. Nach dem Zerfall des Systems suchten zahlreiche gut ausgebildete, überwiegend junge Volk nach einer besseren Futur und immigrierten erstmal nach den USA oder alternativ nach Westeuropa.

Weil es keine ausgeprägte staatliche Orientierung gibt, entwickeln sich fast aus eigener Kraft Wissenschaftszweige erstmal aus Informatik, Mathematik, Maschinenbau, Biotechnologien und Landwirtschaft.

Berühmte Wissenschaftler/Erfinder

- Der berühmteste ist wahrscheinlich John Vincent Atanasoff. Er ist der Erfinder des elektronischen digitalen Rechners und lehrte mathematische Physik.

Spaniens Strategie für das digitale Europa: Die sogenannte Granada-Strategie der spanischen EU-Ratspräsidentschaft sieht unter anderem vor, den Schutz geistigen Eigentums zu stärken. Maßnahmen zur Durchsetzung von Schutzrechten sollen sich auf Websites konzentrieren, die "eine massenhafte Verletzung von Rechten an geistigem Eigentum ermöglichen". (Netzneutralität, Urheberrecht)... Weiterlesen!

Kein Ende des Schnees - "Miriam" bringt weiteren Nachschlag : Der Winter bleibt Deutschland treu. In weiten Teilen des Landes haben Schnee und Eis bereits zu reichlich Chaos geführt. Jetzt bringt Tief "Miriam" weiteren Schnee-Nachschub. ... Weiterlesen!

Weiterführende Literatur

  • Bell, John D., Peasants in Power. Alexander Stamboliski and the Bulgarian Agrarian National Union, 1899 - 1932, Princeton 1977.
  • Chary, Frederick B., The Bulgarian Jews and the Final Solution 1940 - 1944, Pittsburgh 1972.
  • Crampton, R. J., A Short History of Modern Blgaria, Cambridge / New York / Port Chester / Melbourne / Sydney 1987.
  • Fauk, S., Das Deutsch-Bulgarische Verhältnis 1939 - 1944 und seine Rückwirkung auf die bulgarische Judenpolitik, in: Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, Bd. III, Stuttgart 1966.
  • Hoppe, Hans-Joachim, Bulgarien - Hitlers eigenwilliger Verbündeter. Eine Fallstudie zur nationalsozialistischen Südosteuropapolitik, Stuttgart 1979.
  • Hoppe, Hans-Joachim, Bulgarien, in: Benz, Wolfgang (Hrsg.), Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, München 1991, S. 275 - 310.
  • Jireček, Konstantin: Das Fürstentum Bulgarien, seine Bodengestaltung, Natur, Bevölkerung, wirtschaftliche Zustande, geistige Cultur, Staatverfassung, Staatsverwaltung und neueste Geschichte (1891)
  • Jocov, J., Charakteristische Züge, Etappen und Unterschidungsmerkmale der faschistischen Diktatur in Bulgarien 1923 - 31, in: Etudes Historiques, Bd. II, Sofia 1965, S. 395 - 412.
  • Karlsreiter, Ana, König Boris III. von Bulgarien und die bulgarische Außenpolitik 1938 - 43, München 2001.
  • Markov, Georgi, Die Kulturexpansion des Dritten Reiches in Bulgarien: Wissenschaft, Hochschulbildung und Verbreitung der deutschen Sprache (1934 - 1939), in: Etudes Historiques, Bd. II, Sofia 1965, S. 329 - 347.
  • Markov, Georgi, Die nationalsozialistische ideologische Propaganda in Bulgarien (1933 - 1940), in: Etudes Historiqes, Bd. X, Sofia 1980, S. 273 - 292.
  • Matkovski, Alexander, The Destruction of Macedonian Jewery in 1943, in: Esh, Shaul (Hrsg.), Yad Washem Studies on the European Jewish Catastrophe and Resistance, Vol. III, Jersalem 1959.
  • Miller, Marshall Lee, Bulgaria during the Second World War, Stanford 1975.
  • Nissim, Gabriele, Der Mann der Hitler stoppte. Dimitar Peshev und die Rettung der bulgarischen Jden, Kapitale 2000.
  • Oren, Nissan, Revolution Administered. Agrarianism and Communism in Bulgaria, Baltimore / London 1973.
  • Oschlies, Wolf, Der "Volksbund Zveno" - Nahtstelle der bulgarischen Parteiengeschichte, Köln 1971.
  • Oschlies, Wolf, Bulgariens Juden in Vergangenheit und Gegenwart, in: Bulgarische Jahrbücher, Bd. 2, München / Wien 1974, S. 129 – 176
  • Oschlies, Wolf, Bulgarien – Land ohne Antisemitismus, Erlangen 1976.
  • Sinke-Lostermann, Anette, Die Judenverfolgung in Rumänien und Bulgarien während des II. Weltkrieges (1940 – 1943) unter Berücksichtigung deutscher Einflüsse, Bochum 1976.
  • Tamir, Vicki, Bulgaria and Her Jews, The History of a Dubious Symbiosis, New York 1979.
  • Topalov, V., L’opinion publique Bulgare contre les Persécutions des Juifs (Octobre 1940 – le 9 Septembre 1944), in: Etudes Historiques, Bd. 2, Sofia 1965, S. 477 – 492.
  • Vasileva, Nadeijda Slavi, On the catastrophe of Tracian Jews, in: Esh, Shaul (Hrsg.), Yad Washem Studies on European Jewish Catastrophe and Resistance Vol. III, Jerusalem 1959, S. 295 – 302.
  • Sabine Riedel: Bulgarien zwischen Subsistenzwirtschaft und Weltmarkt. Überlegungen zum Gestaltungsspielraum der Wirtschafts- und Sozialpolitik. In: Osteuropa. 2003, 1, 58-76.
  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. BoD, Seuzach 2004. ISBN 3-8334-0977-0

Ex-Autohändler legt Autos ferngesteuert lahm: Autos, die nicht mehr starten oder mitten in der Nacht loshupen - ein entlassener Angestellter eines texanischen Autohauses hat rund 100 Autobesitzer auf Trab gehalten. Er war in das Nutzerkonto eines ehemaligen Kollegen eingedrungen und hatte die Autos ferngesteuert lahmgelegt.... Weiterlesen!

Der Stoßdämpfer wird zum Generator: Der Stoßdämpfer soll nach den Vorstellungen eines Teams von US-Wissenschaftlern künftig zum Generator werden: Sie haben einen Stoßdämpfer konstruiert, der gleichzeitig ein elektrischer Generator ist. (Technologie)... Weiterlesen!

Weblinks

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Wiktionary: Bulgarien – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

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Wikiquote: Bulgarische Sprichwörter – Zitate

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Koordinaten: 42° 39' N, 25° 24' O

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Opera: Browserwahl hat die Downloadzahlen erhöht: Seit Anfang März 2010 verteilt Microsoft die Browserwahl für die Windows-Systeme, auch in Deutschland gibt es den Auswahldialog seit Kurzem. Laut Opera haben sich die Downloadzahlen dadurch erhöht, über 50 Prozent aller Opera-Downloads innerhalb der EU stammen von der Browserwahl. (Studie, Opera)... Weiterlesen!


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