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Argentinien - Schlauweb
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Argentinien

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República Argentina
Argentinische Republik
Bild:Flag of Argentina.svg

(TID 604558)

Bild:Argentina coa.png
(Details) (Details)

Wahlspruch: En Unión y Libertad
(spa., „In Einigkeit und Freiheit“)

Amtssprache Spanisch
Hauptstadt Buenos Aires
Staatsform Präsidiale Bundesrepublik
Präsident Néstor Kirchner
Fläche 2.766.890 km²
Einwohnerzahl 38.592.150 (Schätzung 2005)
Bevölkerungsdichte 14 Bevölkerung pro km²
BIP/Einwohner $4.380 (72.) Stand: Mai 2005</small>
Unabhängigkeit 9. Juli 1816
Währung Argentinischer Peso
Zeitzone UTC -3
Nationalhymne Himno Nacional Argentino
Kfz-Kennzeichen RA
Internet-TLD .ar
Vorwahl +54
Bild:LocationArgentina.PNG
Bild:Argentina map.png
Argentinien (spanisch Bild:Loudspeaker.png Argentina ? / Verkaufskonzession

(TID 276742)

) ist ein Staat in Südamerika. Es grenzt im Morgenland an den Atlantischen Ozean, im Europa an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay. Der von spanischen Kolonisten stammende Landesname ist vom lateinischen Argentum (für Silber) logisch und kennzeichnet, welche Schätze diese dort älter zu finden glaubten und hofften.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Grenze mit Länge
Bolivien 742 km
Brasilien 1132 km
Chile 5308 km
Paraguay 1699 km
Uruguay 495 km
insgesamt* 25728 km
*: einbegriffen Küstenlinie

Siehe Hauptartikel: Geographie Argentiniens

Argentinien hat eine Fläche von rund 2,8 Mio. Quadratkilometern und ist damit der zweitgrößte Staat Südamerikas. Das Land erinnert in seiner Gestalt an ein lang gezogenes Dreieck. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt etwa 3.700 km, die von Europa nach Morgenland an der breitesten Stelle ca. 1.400 km.

Das gesamte westliche Randgebiet wird von den Anden eingenommen, der längsten kontinentalen Gebirge der Erde. Deren höchster Berg, der Aconcagua mit 6.959 m Höhe, liegt nahe der argentinisch-chilenischen Grenze in der Provinz Mendoza. In den argentinischen Anden liegt auch der höchste Feuer speiender Berg der Welt, der Monte Pissis (6.882 m).

Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heißen Trockensavanne eingenommen. Östlich davon schließt sich vorwärts des Río Paraná das Hügelland der Provinz Misiones an. Dort befinden sich am Dreiländereck Argentinien/Paraguay/Brasilien die Wasserfälle von Iguazú, die zu den größten der Erde zählen.

Südlich davon, zwischen den großen Strömen Río Paraná und Río Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am Río de la Plata, dem gemeinsamem Mündungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Gemarkung Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier intensiv sich auch der Großteil der Bevölkerung des Landes.

Europäisch und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der größte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich große Weizenfelder und Weideflächen für Rinder, deren Lebensmittel nach wie vor zu den Hauptexportgütern Argentiniens gehört.

Bild:Aconcagua.jpg
Der Aconcagua

Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentralen Argentinien die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas. Diese Mittelgebirge erreichen Höhen von 2.800 m in den Sierras de Córdoba und so weit wie 6.540 m in der Sierra de Famatina in La Rioja.

Das im Süden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprägt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fläche des Landes ausmacht, ist sehr dünn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del Carbón mit 105 m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San Julián und Comandante Luís Piedra Buena in der Provinz Santa Cruz.

Von Argentinien wird ein Bereich des antarktischen Kontinents beansprucht, siehe hierzu: Argentinisches Antarktisterritorium.

Wichtige Städte

Buenos Aires (auf Deutsch: Gute Lüfte), dessen Ballungsraum etwa 12 Mio. Bevölkerung umfasst, ist als politische Kapitale und wirtschaftliches Zentrum die wichtigste Ort Argentiniens. Es ist umgeben von einer Reihe von selbstständigen Vorstädten, die z. T. reine Schlafstädte sind, z. T. aber auch selbst über Produktionsstätten verfügen. Córdoba, mit 1,4 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Gemarkung des Landes, verfügt über größere Produktionsstätten und beherbergt die älteste Universität des Landes, welche gleichzeitig eine der wichtigsten ist. Rosario in der Provinz Santa Fe (1,2 Mio. Einwohner) ist der zweitbedeutendste Port des Landes und ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum. Mendoza (900.000 Ew.) ist an erster Stelle für seinen Wein- und Obstbau bekannt, dient aber auch als Brückenkopf für den Deal mit Santiago de Chile. San Miguel de Tucumán (750.000 Ew.) ist die Geburtsstätte der Unabhängigkeit und wurde durch die intensive Landwirtschaft, gerade den Zuckerrohranbau, wirtschaftlich und kulturell bedeutsam, hat aber in den letzten Jahrzehnten wegen der Notlage in diesem Wirtschaftssektor an Wichtigkeit verloren und ist dieser Tage eine der Städte mit der größten Armutsrate des Landes. Die Universitäten in dieser Gemeinde haben allerdings überregionale Bedeutung und werden z.B. von Studenten aus Bolivien besucht.

Bild:Argentinien topo.jpg

Siehe auch: Liste der Städte in Argentinien

Gebirge und bedeutende Berge

In den argentinischen Anden gibt es eine Pulk sehr hoher Berge über 6.000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit 6.962 m Höhe und die beiden höchsten Vulkane der Erde, der Ojos del Salado mit 6.880 m und der Monte Pissis mit 6.795 m. In den Südanden sind die Höhen der Berge geringer, nichtdestotrotz sind jede Menge wegen des feuchtkalten Klimas mit Schnee bedeckt.

Auch in den Sierras Pampeanas werden z. T. sehr hohe Höhen gemessen: Die Sierra de Famatina in der Provinz La Rioja erreicht gleichfalls über 6.000 m. Die Höhen dieses Gebirgskomplexes fallen jedoch nach Orient hin ab, in den Sierras de Córdoba werden nur noch maximal 2.800 M erreicht.

Die nördlichen Patagoniden (Mesetas Patagoniens) weisen im Südosten von Mendoza wenigstens noch 4.700 m Höhe auf, ihre Höhe wird nach Südosten hin immer geringer. In den anderen Bedingen Argentiniens erreichen die Berge nur in Ausnahmefällen über 1.000 m Höhe. Unter fallen die Sierras Australes Bonaerenses (Sierra de la Ventana und Sierra de Tandil) an der Atlantikküste und das Hügel- und Bergland von Misiones.

Hydrologie

Bild:Rio de la Plata BA 2.JPG
Der Río de la Plata mit dem Großraum Buenos Aires rechts unten

Argentiniens Hydrologie wird von den Zuflüssen des Río de la Plata dominiert. Sein Outback umfasst etwa 5.200.000 km². Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zuflüsse des Río de la Plata sind der Río Paraná und der Río Uruguay.

Das zweitwichtigste Umland hat der Río Colorado in Nordpatagonien, dessen wichtigster Zufluss, der Río Salado del Oeste, einen Großteil Westargentiniens entwässert, wobei jedoch ein Großteil seines Wasservolumens wegen des trockenen Klimas schon auf dem Weg verdunstet oder in Sumpfgebieten versickert.

Bild:Perito Moreno Glacier - Satelite - NASA - ISS004-E-9707.JPG
Lago Argentino und Gletscher Perito Moreno

Argentinien weist zwei größere Seengebiete auf. Das umfangreichste liegt am Fuß der Südanden, wo sich eine lange Kette von Schmelzwasserseen von der Provinz Neuquén bis nach Feuerland erstreckt. Benachbart finden sich in der westlichen zentralen Einöde und im südlichen Chaco viele Flachlandseen, die z. T. nur einige M tief und oft salzhaltig sind.

Besonders bedeutend ist der Flachlandsee Laguna Mar Chiquita mit 5770 km² in der Provinz Córdoba sowie die Andenseen Lago Argentino (1415 km²) und Lago Viedma (1088 km²), alle beide im Nationalpark Los Glaciares gelegen, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.

Inseln

Bild:Falklandinseln Islas Malvinas aus dem Weltall.jpg
Die Islas Malvinas aus dem Sphäre

Argentinien hat trotz seiner langgestreckten Küstenlinie nur manche Inseln. Die größte Eiland ist Feuerland (21.051 km²), die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego) und Chile teilen. Weiterhin bedeutend ist das Archipel der Malwinen (Falklandinseln), die zwar von Argentinien beansprucht werden, aber unter britischer Verwaltung stehen. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falkland-Krieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage Argentiniens endete. Ihre größten Inseln sind die Isla Soledad (6.353 km²) und die Gran Malvina (4.378 km²). Unter dem selben Status befindet gegenseitig Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln.

Das einzige andere Inselgebiet von Bedeutung ist der Süden der Provinz Buenos Aires, wo sich in den Buchten Bahía Blanca und Bahía Anegada zwei ausgedehnte Wattenmeere befinden. Die Inseln dort sind flach und mit Ausnahmefall der Isla Jabalí, auf der der Heilquelle San Blas liegt, unbewohnt. Größte Eiland ist Trinidad mit 207 km². Desweiteren gibt es vor der patagonischen Küste einige kleinere Felseninseln.

Bodenschätze

Wertvolle Mineralerze und Gesteine finden sich in Argentinien nur in kleineren Mengen, so etwa Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Zinn, Wolfram, Glimmer und Kalkstein. Wirtschaftlich bedeutender sind die Erdöl- und Erdgas-Vorkommen im Nordwesten, Neuquén, der Gegend rund um die Bucht Golfo San Jorge und vor der Küste.

Klima

Bild:Klima buenosaires.png
Klimadiagramm Buenos Aires
Bild:Klima salta.png
Klimadiagramm Salta
Bild:Klima mendoza.png
Klimadiagramm Mendoza
Bild:Klima ushuaia.png
Klimadiagramm Ushuaia
(Für allgemeine Erläuterungen siehe: Klimadiagramm)

Argentinien hat von tropischen Erfordern im äußersten Nordosten über subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gemäßigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im Süden und in den Anden kaum alle Klimazonen in einem Land vereint.

Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die Hochwüste Puna, deren Okzident zu den regenärmsten Erfordern der Welt zählt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am Fuß der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja. Eine Abweichung von dieser Regel sind die subtropischen Nebelwälder in den Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy, die im Saison extrem feucht, im Saison aber relativ trocken sind. Der Gran Chaco im zentralen Norden ist zwar etwas feuchter, seine Niederschläge konzentrieren sich jedoch auch auf den Sommer, das gleiche gilt für die Region der Sierras Pampeanas in Zentralargentinien. Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr über feucht, wobei die höchsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones zu finden sind.

Im Süden (Patagonien) ist es umgekehrt: der Westen, die Anden, sind ständig feucht und von der Kälte kühl gemäßigt, während der Osten, das patagonische Schichtstufenland, sehr trocken und halbwüstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelmäßig alle ein bis zwei Wochen vom Südwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Spezialfall ist das Klima in Feuerland, wo die Temperaturen in Jahreszeit und Winterzeit nur wenig entzwei liegen, es jedoch in der Gesamtheit sehr kühl ist und die Niederschlagsmengen relativ hoch sind.

Flora und Fauna

Entsprechend den sehr unterschiedlichen Klimazonen Argentiniens variieren auch die Flora und die Fauna sehr stark. Im Großen und Ganzen sind etwa zwölf Prozent der Landfläche bewaldet.

Flora

Bild:Amerikanische Platane.jpg
Eine Amerikanische Baum

In den warmfeuchten tropischen und subtropischen Regenwäldern im Norden entwickeln tropische Pflanzen, wie Rosenhölzer (Dalbergia), Guajakholzbäume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-Bäume (Schinopsis lorentzii), aus denen Gerbsäure gewonnen wird, aber auch Palmen.

Der auch im Norden befindliche Gran Chaco verfügt über eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-Bäumen (hauptsächlich Prosopis alba und Prosopis nigra) dominiert wird, Quebracho kommt auch vor. Der Süden und Orient des Chaco mit seinem milderen Klima wird intensiv ackerbautreibend genutzt, während der Norden noch weitgehend ursprünglich ist.

Die Pampa ist geprägt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedensten Gräsern. Von Eukalyptus (Eucalptus), amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) und Akazien (Acacia) abgesehen, finden sich hier keine Bäume; die ersteren beiden Gattungen sind nicht heimisch. Vermöge des sehr feinen steinfreien Bodens ist eine landwirtschaftliche Bebauung gut möglich, so dass sich nur noch wenig ursprüngliche Pflanzenwelt erhalten hat.

Patagonien liegt schon im Schlagschatten der Anden und ist eine karge und weitestgehend baumlose Landschaft. Hier herrschen wie in der Öde auch die Gräser vor, die Flora ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepasst. Benachbart findet man verschiedenste krautige Gewächse und Sträucher. Wegen des steinigen Boden ist Getreideanbau nicht möglich, für werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt.

In den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte Nadelwälder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzhölzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Die Baumgrenze liegt bei etwa 3.500 m. In den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden Halbwüsten mehrere Kakteen (Cactaceae) und Dornsträucher.

Die Blüte des Ceibos (dt.: Hahnenkammbaum oder Korallenbaum) ist als so genannte "nationale Blume" eines der Nationalsymbole.

Fauna

Bild:Guanako.jpg
Guanakos - eine Wildform des Lamas

Im tropischen Norden ist die Fauna äußerst vielfältig. Hier kann man hauptsächlich verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, Waschbären, Nasenbären, Ameisenbären, aber auch Tapire, Nabelschweine und Reptilien wie Schlangen und Alligatoren antreffen. Die Vogelwelt beherbergt im tropischen Norden Kolibris, Flamingos und Papageien. In den Flüssen sind anliegend vielen anderen Angeln auch Piranhas zu finden.

In der Pampa findet man Gürteltiere, Mähnenwölfe, Pampasfüchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifvögel wie Falken sowie Reiher.

In den kargen Erfordern der Anden trifft man auf die wilden Lamas, Guanakos und Vikunjas, sowie auf den Andenkondor. Raubtiere sind die Bergkatze, der Puma und der Andenschakal. An Salzseen finden sich häufig Zugvögel wie Flamingos.

In Patagonien und Feuerland ist das Tierleben artenärmer. Auch hier leben Pumas, Nandus und Guanakos; der Pudú ist ein geringer Hirsch der südlichen Anden. Auf Feuerland nisten zumal Kormorane. Die patagonischen Küsten einquartieren Magellanpinguine und Kolonien von Südamerikanischen Seebären und Mähnenrobben.

Die Küstengewässer Argentiniens unterbringen u. a. Südkaper, Orcas und Commerson-Delfine, anliegend Seehechte, Sardinen, Makrelen und Dorados.

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Bevölkerung

Bild:Population of Argentina 1869 to 2015.png
Bevölkerungsentwicklung 1869 bis 2015 (grün: Projektion)

Argentinien hat eine Bevölkerung von etwa 38,6 Mio. Einwohnern (Schätzung basierend auf der Volkszählung von 2001, Quelle: [1]). Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern/km2.

Etwa 87 % der Bevölkerung leben in Städten von reichlich 2 000 Einwohnern, worüber allein 11,5 Mio. auf die Agglomeration Gran Buenos Aires entfallen. Diese hat eine Bevölkerungsdichte von 2 989 Einwohnern/km2.

Die Stadt und die gesamte Provinz Buenos Aires zusammen haben 16,6 Millionen, die Provinzen Córdoba und Santa Fe jedes Mal ca. 3 Millionen, so dass in diesen drei im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen zusammen über 60 % der Bevölkerung leben.

Weite Teile des übrigen Landes sind dagegen sehr dünn besiedelt, zunächst im trockenen Süden, wo nur etwa ein bis drei Einwohner/km2 leben.

Nachfahren der Europäer und Mestizen

Gut 90 % der Bevölkerung führen zu nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, um 29 % von Spaniern und etwa 3-4 % von Deutschen. Im Raum Buenos Aires sowie in den Provinzen Chaco und Misiones spielt auch die polnische Kultur eine wichtige Rolle, es handelt sich dabei um Nachkommen polnischer Emigranten aus den 1920er Jahren. In Buenos Aires gibt es darüber hinauf verschiedene kroatischstämmige Einwanderer.

Bis Anfang der 1990er Jahren ging man von einem Anteil der Mestizen - Nachfahren wie auch von Europäern wie auch von Indianern - unter 10% aus. Nach neueren Berechnungen ist deren Anteil jedoch sehr viel höher. Diese Ungereimtheit kommt vermutlich daher, dass die Mestizen früher unter einer starken Benachteiligung zu leiden hatten und sich daher als "Weiße" ausgaben.

Indianische Bevölkerung

Nur eine Minorität der Argentinier sind Nachkommen von summa summarum 30 Indianerstämmen, die vor dem Eintreffen der Spanier auf dem Landesterritorium lebten. Dies liegt zum einen daran, dass Argentinien vor der Kolonialzeit nur im Nordwesten dicht bevölkert war, zum anderen auch daran, dass die verbleibenden Indianer von den Spaniern und später von den Argentiniern weitgehend ausgerottet wurden. Vom staatlichen Indianerinstitut INADI wird die Zahl der Indianer auf etwa 1 Million, von Seiten der Indianerorganisationen wie der AIRA (Asociación de Indígenas de la República Argentina) jedoch auf über 1,5 Mio. geschätzt.

In einem Sonderzensus des INDEC, der im Jahr 2004 durchgeführt wurde, wurde ermittelt, dass etwa 2,8 % aller argentinischen Haushalte indigene Haushaltsmitglieder haben. Dieser Anteil variiert allerdings von Provinz zu Provinz stark. So ist in der Provinz Jujuy der Anteil mit 10,5 % am größten. Am niedrigsten ist der Anteil in der Provinz Corrientes mit 1,0 %, in der Ort Buenos Aires beträgt er 2,3 % (Quelle: [2]).

Bild:Araukanische haeuptlingsfamilie.jpg
Araukanische Häuptlingsfamilie Ende des 19. Jahrhunderts

Die größten Gruppen sind die Kollas in Jujuy und Salta, die Mapuche (Araukaner) in Neuquén und Río Negro sowie die Wichi und Toba im Chaco und in Formosa. Nur eine Minorität der Indianer lebt in ihren angestammten Siedlungsgebieten, zahlreiche sind in die Großstädte übergesiedelt, wo sie oft unter ärmlichen Bedingungen als schlecht bezahlte Arbeiter leben. So gibt es in Rosario und Resistencia Viertel, die nur von Toba-Indianern bewohnt werden, das selbe gilt für Kollas in San Salvador de Jujuy und San Miguel de Tucumán. Seit den 80er Jahren erstarken innerhalb dieser Stämme Bewegungen, die traditionelle Kultur gezielt zu erhalten und verbreiten, etwa über Radiostationen und an Schulen.

Ausländer, Zuwanderung und Auswanderung

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung sind Ausländer. Zuwanderung gibt es in diesen Tagen erst einmal aus den Nachbarländern Bolivien, Paraguay und Uruguay sowie aus dem südamerikanischen Staat Peru und früher zu Zeiten der Pinochetdiktatur auch aus Chile, jedoch zufolge der Redemokratisierung und mittlerweile höheren Lebensstandards des Nachbarlandes in den letzten 4 Jahren, hat sich das umgekehrt, es findet eher eine Exodus von Argentiniern nach Chile statt. Im Allgemeinen kommen etwa 68 % der Zuwanderer aus amerikanischen Staaten. Etwa zwei Prozent aller Zuwanderer kommen aus Asien (hauptsächlich Koreaner).

Seit den 1990er Jahren findet man immer mehr Person aus Europa, die hauptsächlich wegen der unberührten Natur hierher ziehen. Im Unterschied zu den anderen Einwanderern weisen sie meist schon eine gesicherte Existenz auf oder sind Rentner, versuchen also durch den Festumzug ihre Lebensqualität zu erhöhen. Sie repräsentieren etwa 28 % der Ausländer.

Seit der Argentinien-Krise zwischen 1998 und 2002 sind des Öfteren Emigrationswellen aufgetreten. Argentinier verließen das Land in Neigung Abendland und Nordamerika, und in geringeren Maßen auch nach Brasilien und Chile. Diese Emigrationswelle ist jedoch weitgehend abgeebbt, infolge der relativ schnipsen Gesundungsprozess der Argentinischen Wirtschaft.

Religion

Bild:Kirche im Kiez Recoleta von Buenos Aires Argentinien.jpg
Ehemalige Kirche im Centro Cultural des Bonarenser Stadtteils Recoleta

Reichlich 90 % der Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Im Nordwesten Argentiniens haben sich die christlichen Riten mit der Theismus der Ureinwohner gemischt (Pachamama-Kult). Bei bestehen etliche andere christliche Konfessionen, die aber meist unter 1% der Bevölkerung auf sich vereinigen. Zusätzliche bedeutende Minderheiten bilden Juden, Protestanten und Moslems (vor allem im Nordwesten).

Sprache

Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Bei existiert eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprachen, die von der indianischen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten unterhalb sind das Quechua und das Guaraní, in manchen Gegenden wird aber auch bis datoMapudungun gesprochen.

Die argentinische Aussprache des Spanischen, das die Argentinier lieber Castellano (Kastilisch) nennen, unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen Ländern üblichen. Der Letter ll wird wie das deutsche sch (also auch "Castescháno") oder wie das französische j ausgesprochen, ebenso zwischen Vokalen der Alphazeichen y. Der Charakter z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu. Außerdem herrscht in Argentinien der voseo vor, das heißt sondern des Personalpronomens für die 2. Person Einzahl wird vos verwendet. Die Verben werden dabei verschieden konjugiert (im Präsens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Mehrzahl vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Mehrzahl ustedes ersetzt, die im europäischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. Darüber aufwärts gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen.

Während ein Großteil der Nachfahren italienischer Charakter in Argentinien die Sprache ihrer Väter aufgegeben hat, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Person teils noch die Sprache ihrer Ahnen gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Germanisch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden der Graf Spee, die sich in Villa General Belgrano niederließen, wo in diesen Tagen noch zum Teil Teutonisch gesprochen wird.

Siehe auch: Río-de-la-Plata-Spanisch

Bevölkerungsentwicklung

In der Kolonialzeit lag der Kern der argentinischen Bevölkerung lange im Nordwesten, und namentlich in der Minenregion um Salta und Jujuy. Größte Ort war das am Kreuzungspunkt mehrerer Handelsrouten gelegene Córdoba. Dies änderte sich mit der Einrichtung des Vizekönigreiches Río de la Plata 1776. Der Deal ließ nun die Bevölkerungszahl des sogenannten Litoral im Orient des Landes (Buenos Aires, Santa Fe, Entre Rios) sprunghaft ansteigen, und nach der Erringung der Unabhängigkeit hatte sich die wirtschaftliche und politische Macht endgültig in dieser Region konzentriert. Das Gebiet südlich einer Linie etwa zwischen dem heutigen La Plata und Mendoza war dagegen bis zur Wüstenkampagne des General Roca in den 1870er Jahren noch von den Indianern bewohnt, es gab allerdings einige spanische und walisische Enklaven.

Die Einwanderungswelle 1880-1930 verstärkte die Übermacht des Litoral und besonders von Gemeinde und Provinz Buenos Aires zusätzlich, da sich der Großteil der Zuwanderer in dieser Gegend niederließen. Der Nordwesten wurde mehr und mehr zu einer rückständigen und wirtschaftlich schwachen Region, in dem relativ wenig Immigration stattfand, und Patagonien befand sich erst am Beginn seiner Entwicklung. Der Großraum Buenos Aires wuchs so zwischen 1850 und 1914 von 150.000 auf 1,6 Mio. Einwohner.

Nach dem Versiegen des Einwandererstroms um 1930 brachte die Industrialisierung einen Binnenwandererstrom, dessen Ziel auch Buenos Aires und - mit Abstand - Córdoba und Rosario war. Dieser Strom hielt bis in die 1970er Jahre an und führte dazu, dass sich der Großraum rund um die Kapitale weit über das eigentliche Stadtgebiet von Buenos Aires ausdehnte.

1980 überschritt der Großraum Buenos Aires im nationalen Zensus zum ersten Mal die 10-Millionen-Marke und konzentrierte damit fast 40% der Bevölkerung (damals 24 Millionen). Danach flachte das Wachstum der Städte des Litorals allerdings deutlich ab. Zwischen 1991 und 2001 verlor die Ort Buenos Aires 7% ihrer Einwohner, die Bevölkerung des Ballungsraums der Ort in der Regel stieg nur noch leicht an, auch Rosario und Santa Fe stagnierten. Zum Wachstumsmagnet wurden dagegen abgelegene Regionen wie das wirtschaftlich boomende Patagonien, gerade die südlichsten Provinzen Provinz Tierra del Fuego und Santa Cruz (44% bzw. 23% Zuwachs zwischen 1991 und 2001), aber auch die Städte des Nordwestens wie Jujuy, Salta, La Rioja und Tucumán sowie der Ballungsraum Córdoba.

In Buenos Aires und den meisten Großstädten existiert seit etwa 1980 das Phänomen der Stadtflucht: Viele, meist besserverdienende Bewohner siedeln von den Stadtzentren ins Umland um. Seit etwa 1990 hat sich dieses Phänomen durch die massenhafte Einrichtung von privaten Stadtvierteln und Country Clubs noch verstärkt. Die Anlass liegt in der als steigend empfundenen Kriminalität, trotz offizielle Blechen seit 1995 einen Niedergang der Kriminalitätsrate (mit Ausnahmefall des Krisenjahres 2002) nahelegen. Auch touristisch und szenisch interessante Orte mitmachen seit dieser Zeit einen Boom, was auch mit der steigenden Mobilität der Bevölkerung sowie der inzwischen deutlich besseren Verfügbarkeit von infrastrukturellen Dienstleistungen wie Telefon, Radio, TV und Internet selbst in weit entlegenen Benötigen zusammenhängt. So wurden aus einmal kleinen Ferienorten wie Pinamar und Villa Carlos Paz prosperierende, schnell wachsende Städte.

Soziale Situation

Die soziale Sachlage des Landes ist in mehrerer Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es auf der einen Seite ein sehr großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse. So gehören die argentinischen Top-Manager-Gehälter zu den höchsten der Welt, während die ärmsten 40 % sich mit nur zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens zufrieden geben müssen.

Aber auch die Unterschiede zwischen den Regionen Argentiniens sind groß. So liegt etwa die Armutsrate in der Ort Buenos Aires mit weniger als 25 % nur etwas über halb so hoch wie im Landesdurchschnitt (40 %), während sie in der Provinz Formosa bei etwa 65 % liegt. Eine Durchschnittsfamilie benötigte Anfang 2005 etwa 773 AR$ um nicht unter die Armutslinie zu fallen. In den meisten Haushalten ist es dafür nötig, dass verschiedene Familienmitglieder zum Einkommen beitragen. Dies zeigt auch die offizielle Statistik: So liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen knapp unter 900 AR$ und damit nur knapp über der Armutsrate, während das durchschnittliche Haushaltseinkommen bei über 1.500 AR$ liegt (s.u.).

In der Regel kann man sagen, dass die nördlichen Provinzen, besonders die Provinz Tucumán und der Nordosten (Chaco, Formosa, Santiago del Estero) am stärksten von Armut und Unterernährung betroffen sind. Verschärft wird diese Lage durch das relativ schnelle Bevölkerungswachstum in dieser Region. Als relativ reich dagegen in Kraft sein die zentralen Provinzen (Buenos Aires, Santa Fe, Córdoba, San Luis und Mendoza), aber auch der äußerste Süden (Santa Cruz und Tierra del Fuego).

Es sind benachbart den grenznahen Gegenden (beispielsweise Jujuy und Formosa) allerdings zuerst die reichen Zentralprovinzen, die am stärksten mit der städtischen Armut und damit mit der Slumbildung zu kämpfen haben. Die Immigration aus den ärmeren Nachbarländern Peru, Bolivien und Paraguay sowie die Binnenwanderung aus abgelegenen Gegenden des Landesinneren sind trotz einer Abschwächung in den 1990er Jahren weiterhin ein großes Problem in den Großstädten, die die Zahl der Slumbewohner trotz sozialer Wohnungsprogramme weiterhin anwachsen lässt. So liegt zum Beispiel in Rosario der Anteil der Slumbewohner an der Gesamtbevölkerung bei über 15 %. Außerdem kam Zuwachs für die Slums auch von den so genannten Neu-Armen, besonders in den wirtschaftlich kritischen Jahren 1989/1990, 1995 sowie zwischen 1998 und 2002.

Einige Daten zur sozialen Situation: (Quelle: [3])

  • Bruttosozialprodukt pro Kopf: 11 427 AR$ (zu aktuellen Preisen, 2004); 13.600 US$ (Kaufkraftparität, Schätzung von 2005)
  • Durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen: 878 AR$ (3. Quartal 2005)
  • Durchschnittliches Einkommen pro Haushalt: 1.537 AR$ (3. Quartal 2005)
  • Inflationsrate: 12,3  % (Dez. 2005)
  • Anstieg der Konsumentenpreise seit Dezember 2001: 61,3 % (März 2005)
  • Arbeitslosigkeit: 10,1 % (4. Drei Monate 2005)
  • Arbeitslosigkeit einschließlich Sozialhilfeempfänger: 12,7 %
  • Unterbeschäftigung: 11,9 % (4. Trimester 2005)
  • Armutsrate: 38,5 % der Personen und 28,4 % der Haushalte (1. Semester 2005)
  • Elendsrate: 13,6 % der Personen und 9,5 % der Haushalte (1. Halbjahr 2005)
  • Analphabetenrate: 2,6 % (2001)
  • HIV-Prävalenz: 0,7 %
  • Kindersterblichkeit: 15,2 pro 1000 Lebendgeburten (2005)
  • Zahl der Kinder pro Frau: 2,2 (Schätzung 2005)
  • Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung /Jahr: 0,04 % (2005)
  • Bevölkerungswachstum insgesamt /Jahr: 0,98 % (Schätzung 2005)

Anmerkung: Bei der Armuts- und Elendsrate variieren die Einkommen, nach denen sich die Rate richtet, je nach Region, daher wird nur ein ungefährer Durchschnittswert angegeben. Bei der Inflationsrate wird der Wert nur im Großraum Buenos Aires errechnet.

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Geschichte

Siehe Unterartikel Geschichte Argentiniens

Man nimmt an, dass die "Entdeckung" des heutigen Argentiniens durch den Leute etwa 15000 v.Chr. von Nordamerika aus erfolgte.

Die im Pampa-Raum des heutigen Argentinien ansässigen Stämme (Querandíes (Het), Tehuelches (Aonikenk und Gununaküna) waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft und besaßen auch keine beachtenswert entwickelte Technologie. Die Stämme im Nordwesten des Landes aber (z. B. die Quilmes) praktizierten etwa ab der Zeit des frühen Mittelalters europäisch Land- und Viehhaltung und waren vorerst auf dem Gebiet der Baukunst weit fortgeschritten.

Im 13. und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach Süden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwestens Argentiniens bis in den Norden der heutigen Provinz Mendoza.

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Argentinien und die heutigen Nachbarländer um 1600 als Teil des Vizekönigreichs Perú

Die Europäer erreichten die Region zum ersten Mal mit der Reise Amerigo Vespuccis 1502. Das heutige Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus zwei Richtungen kolonisiert: Von Peru aus nahmen sie die nordwestlichen Teile des Landes in Besitz, während andererseits vom Atlantik aus spanische Niederlassungen am Stromsystem des Río de la Plata gegründet wurden, unter Buenos Aires, wo sich die Spanier im Jahre 1580 auf Zeitraum aufbauen konnten, nachdem ein erster Versuch zur Gründung einer spanischen Niederlassung dort im Jahre 1536 am Widerstand der indigenen Bewohner der Wüste gescheitert war. Die weiter südlich gelegenen Gebiete des heutigen Argentinien wurden zwar spekulativ auch von Spanien beansprucht, blieben aber in der Kolonialzeit tatsächlich außerhalb der spanischen Herrschaftssphäre.

Administrativ war das heutige Argentinien zunächst Teil des Vizekönigreichs Peru, welches Südamerika mit Ausnahmefall der portugiesischen Einflusssphäre umfasste. Jahr 1776 wurde von diesem das Vizekönigreich des Río de la Plata mit Kapitale Buenos Aires abgespalten, welches benachbart Argentinien noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay umfasste.

Die unter dem Impression der Französischen Revolution am 25. Mai 1810 in Buenos Aires erklärte Unabhängigkeit hatte nur lokale Wirkung (Mai-Revolution). Die Unabhängigkeit erlangte das Land schließlich nach einem Befreiungskrieg gegen die Spanier am 9. Juli 1816 in San Miguel de Tucumán. Wie in erster LinieParaguay im Jahre 1811, spalteten sich dann auch 1825 Bolivien und 1828 Uruguay von den damaligen Vereinigten Provinzen des Río de la Plata ab.

Zwischen 1816 und 1880 war die Entwicklung Argentiniens von Diktaturen (etwa unter Juan Manuel de Rosas) und Bürgerkriegen geprägt. In diese Zeit fiel auch der Tripel-Allianz-Krieg 1864 bis 1870, in dem Argentinien gemeinsam mit Brasilien und Uruguay einen gewaltsamen Expansionsversuch Paraguays abwehrte. Argentinien gewann durch diesen Bewaffnete Auseinandersetzung das Gebiet der heutigen Bundesstaaten Misiones, Formosa und Chaco hinzu.

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Julio A. Roca
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Juan Domingo Perón

Die Jahre von 1880 bis 1912 waren durch die mehrere Immigration vorerst von Italienern und Spaniern gekennzeichnet, die sich in den Städten und in so genannten "Kolonien" auf dem Land ansiedelten. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen, denn die Regierung Julio Argentino Roca und die folgenden Regierungen waren oligarchisch ausgerichtet, mit großem Einfluss der Großgrundbesitzer. Dem Gros der Bevölkerung wurde durch ein ausgeklügeltes Wahlbetrugs-System die politischen Rechte vorenthalten; auch die Persönlichkeit hatten kein Stimmrecht.

Ab 1893 verschärfen sich die Grenzprobleme mit Chile, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kommt es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. kann 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland werden neu aufgeteilt, davon fallen 54000 km² an Chile und 40000 km² an Argentinien.

Zwischen 1912 und 1946 wechselten sich demokratische Regierungen und Militärdiktaturen ab. Erstens die 1930er Jahre werden in diesen Tagen als década infame, als berüchtigtes Dezennium bezeichnet, in dem die Parlamentarismus nur auf dem Papier existierte und Wahlbetrug an der Tagesordnung war. Im Laufe der ersten Hälfte der 1940er Jahre gelang es dem jungen Soldat Juan Domingo Perón, sich verräterisch an die Macht zu manövrieren. Er belegte zunächst unter den Militärs das Arbeitsministerium und wurde wegen seiner weit reichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volksheld in der Arbeiterklasse. Anno 1946 wurde er zum Präsidenten gewählt.

Im Zweiten Weltkrieg war Argentinien glaubwürdig neutral. Es sympathisierte zunächst mit den Achsenmächten, unterstützte gegen Kriegsende jedoch die Alliierten. Während des Krieges war Argentinien Zielland von Flüchtlingen aus Europa; nach dem Bewaffnete Auseinandersetzung fanden in Argentinien ebenso wie in anderen Neue Welt Lateinamerikas verschiedene Nazis Unterschlupf. Unter Perón, der mit faschistischem Gedankengut sympathisierte, verfolgte Argentinien das Ziel, in seinem Land einen Spezialdienst für den antikommunistischen Kleinkrieg aufzubauen, und konnte die Nazi-Führungskräfte dafür gut brauchen. Unter den prominentesten Nazi-Kriegsverbrechern in Argentinien waren Adolf Eichmann, der am 23. Mai 1960 vom Mossad entführt und in Israel zum Tode verurteilt wurde, Josef Mengele, Arzt des Konzentrationslagers Auschwitz, sowie Walter Rauff, der im Zweiten Weltkrieg mitverantwortlich war für den Einsatz fahrbarer Gaskammern, mit denen die Häftlinge aus Konzentrationslagern ermordet wurden. Über so genannte Schlüsselfirmen wurden auch hohe Vermögenswerte der Nazis nach Argentinien verschoben.

Ab der ersten Regierungszeit von Juan Domingo Perón (1946 - 1955) wurde das bevor von der Ackerbau geprägte Land industrialisiert; Argentinien verzeichnete in der Folgezeit wirtschaftliche Höhen und Tiefen im Wechsel. Zwischen 1955 und 1983 gab es eine Epoche der Instabilität, in der abwechselnd zivile und Militär-Regierungen das Land in der Hand hatten.

Die zweite Amtszeit Peróns von October 1973 so weit wie seinem Tod am 1. Juli 1974 brachte nur eine geringfügige Beruhigung in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Argentiniens. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau, Isabel Perón (genannt "Isabelita"), die er zur Vizepräsidentin gemacht hatte, auf Ausüben der peronistischen Partei als Präsidentin eingesetzt. Diese, eine ehemalige Nachtclubtänzerin, war mit diesem Amt völlig überfordert und diente den hinten ihr stehenden politischen Machthabern nur als Marionette. Die darauf folgende Zeit war geprägt von Unruhen, wildem Ausstand ("huelga") und von den Gewerkschaften angeordnetem Stockung des öffentlichen Lebens ("paro general" = Generalstreik), die von einer Minute auf die sonstige die Kapitale überzogen. Oppositionelle sowie Kritiker, die den Machthabern unbequem erschienen, verschwanden, partiell für immer. Kriminelle Gruppierungen machten sich das Tohuwabohu zunutze, für ihre eigenen Interessen Entführungen und zusätzliche Straftat zu begehen. Die Entführung des für Mercedes-Benz den Standort Argentinien betreuenden Produktionsleiters Heinrich Metz im Okt. 1975 (er kam später für ein Lösegeld in Höhe von mehreren Mio. US-Dollar nochmals frei), löste eine Fluchtwelle unter den für deutsche Firmen in Argentinien tätigen Immigranten aus.

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Die argentinische Militärjunta 1976: Massera, Videla und Agosti (v.l.n.r.)

Im Im Jahre1976 kam es zum Wende der Regierung und es installierte sich unter der Führung von Jorge Rafael Videla eine Militärdiktatur unter dem Namen des "Prozesses der Nationalen Reorganisation", geleitet von einer Junta aus drei Mitgliedern. Von da an verschwanden noch etwas Menschen, die genaue Zahl ist nicht bekannt und wird auf so weit wie 30.000 Opfer geschätzt. Unter den "desaparecidos" (Verschwundenen) befanden sich auch verschiedene Studenten, deren Mütter sich zusammenschlossen, um vor dem Regierungsgebäude - der "Casa Rosada" - ungeachtet ihrer Selbstgefährdung zu demonstrieren und damit in die Geschichte eingingen. Ziel der Madres de Plaza de Mayo ("Mütter der Plaza de Mayo"), war und ist es, Kenntnisstand über den Aufenthaltsort ihrer Bälger zu erhalten. Mittlerweile gibt es auch eine Organisation Abuelas de Plaza de Mayo ("Großmütter der Plaza de Mayo", [4]), deren Zweck es ist, die in der Gefangenschaft geborenen und illegal zur Adoption frei gegebenen Nachwuchs der Verschwundenen in ihre Familie zurückzuführen. In späteren Gerichtsverfahren gegen verantwortliche Militärs, die nur mit Mühe durchgesetzt werden konnten, wurde bekannt, dass sich die militärischen Subjekt zahlreicher Volk auf grausame Weise entledigt hatten: Die Opfer wurden betäubt und über dem Atlantik aus dem Fluggerät geworfen.

Im Dez. 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt. Besonders da in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Heiligen Stuhls mit einem Grenzvertrag am 16. Dezember 1988 friedlich als Anlage und die Inseln wurden Chile zugesprochen.

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Raúl Alfonsín
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Néstor Sigrist

Im Apr. 1982 trat Argentinien unter dem neuen Junta-Chef Leopoldo Galtieri mit Großbritannien in den Bewaffnete Auseinandersetzung ein. Es ging um die Argentinien vorgelagerten Falklandinseln (in Argentinien als "Islas Malvinas" bezeichnet), die nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet gehören, jedoch von Großbritannien verwaltet werden. Die Invasion argentinischer Soldaten wurde von den Streitkräften des Vereinigten Königreichs mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation siegreich revidiert. Argentinien kapitulierte am 14. Juni 1982.

1983 kehrte das Land zur Demokratie zurück. Der erste Präsident dieser Zeitabschnitt war Raúl Alfonsín (UCR), der jedoch 1989 vermöge einer schweren Starker Konjunkturrückgang zu früh zurücktrat. Die Peronistische Partei kam mit Carlos Menem wiederum an die Macht. Die neoliberale Wirtschaftspolitik Menems und die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso an den US-Dollar war während seiner ersten Amtszeit äußerst siegreich und konnte das Land stabilisieren. Während seiner zweiten Amtszeit machten sich aber immer mehr die negativen Seiten dieser Wirtschaftspolitik bemerkbar.

Zwischen 1998 und 2002 fiel daher das Land wieder in eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20 % zurückging. 1999 wurde die Regierung Menem durch eine Mitte-Links-Koalition mit dem Präsidentschaftskandidaten Fernando de la Rúa abgelöst. De la Rúa konnte aber die verfahrene wirtschaftliche Situation, die sein Vorgänger hinterließ, nicht schnell und nachhaltig verbessern. Das zögerliche Handeln des Präsidenten, Streitereien innerhalb der Union und eine starke außerparlamentarische Gegenseite durch die Gewerkschaften, die gebräuchlich den Peronisten nahe stehen, schwächten De la Rúa zunehmend. Dies gipfelte Ende 2001 nach starken Unruhen und Plünderungen im Rücktritt von Präsident Fernando de la Rúa.

In der Folge gab es zahlreiche peronistische Interimspräsidenten. Im Mai 2003 wurde nach einer sehr chaotisch verlaufenden Präsidentschaftswahl Néstor Kirchner zum neuen Staatschef gewählt. Er gehört eher dem linken Flügel der peronistischen Partei an. Trotz seines niedrigen Wahlergebnisses ist Sigrist jedoch zur Zeit in der Bevölkerung sehr beliebt, weil er fällige Reformen angeht, die die Konstellation des Landes auf allen (auch auf sozialen) Bedingen verbessern könnten. Gerade ist die Wirtschaft auf Erholungskurs: 2003 verbuchte Argentinien ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von +8,7 % gegenüber -10,9 % im Jahr 2002 (Quelle: [5]). Kritiker werfen jedoch Mesner vor, nicht gegen die omnipräsenten Gruppen von arbeitslosen Straßenblockierern ("Piqueteros") vorzugehen, die oft illegal Straßenzölle erheben und den Binnenhandel lähmen.

Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur argentinischen Abgeordnetenkammer im Oktober 2005 gingen die Anhänger Néstor Kirchners mit etwa 40% der Stimmen als Gewinner hervor. Bei der Wahl um Senatorenposten der wichtigen Provinz Buenos Aires gewann seine Frau Cristina Fernández de Mesner gegen die Frau des ehemaligen Präsidenten Eduardo Duhalde Hilda González de Duhalde, die auch der Peronistischen Politische Kraft angehört. Der Präsident wurde somit gestärkt und kann sich in beiden Kammern auf eine breite Majorität auch innerhalb seiner eigenen Politische Kraft stützen. Er wird daher kommend wahrscheinlich weniger häufig per Gesetz regieren müssen.

Siehe auch: Liste der Präsidenten von Argentinien, Argentinien-Krise

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Politik

Nach der Verfassung von 1994 ist Argentinien eine föderalistische, republikanische Präsidialdemokratie.

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Der Präsidentenpalast, die Casa Rosada auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires
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Das Kongressgebäude in Buenos Aires

Der Präsident ist das Oberhaupt des Staates und hat eine sehr starke Stellung (unter anderem die Möglichkeit per Edikt zu regieren). Er wird alle vier Jahre (früher: alle sechs Jahre) in zwei Wahlgängen direkt gewählt, wobei der siegreiche Kandidat 45 oder mehr Prozent erreichen muss, um in der ersten Runde zu gewinnen, bzw. zehn Prozentpunkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten haben muss. Dieselbe Person kann höchstens während zwei aufeinander folgenden Perioden Präsident sein, kann aber nach Ablauf von vier Jahren wiederholt für das Amt kandidieren.

Die Legislative (Überbegriff: Congreso (Kongress) existent aus Abgeordnetenkammer und Senat) wird in allen Provinzen zu anderen Zeitpunkten nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Anzahl der Abgeordneten der Abgeordnetenkammer beläuft sich auf einen Abgeordneten pro 33 000 Einwohner. Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt, allerdings jedes Mal die Hälfte der Abgeordneten alle zwei Jahre. Die Anzahl der Senatoren beträgt drei je Provinz und drei für die autonome Ort Buenos Aires. Es wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt; zwei Senatorensitze erhält die Politische Kraft mit den meisten Stimmen, einen Sitz die Politische Kraft mit den zweitmeisten Stimmen. Die Senatoren werden für einen Zeitspanne von sechs Jahren gewählt, alle zwei Jahre wird ein Drittel der Senatoren gewählt.

Wichtigste Partei ist die aus der peronistischen Bewegung hervorgegangene PJ (Partido Justicialista) (auf germanisch meist: peronistische Partei genannt), nachdem folgen mit in diesen Tagen weitem Abstand UCR (Unión Cívica Radical) und FrePaSo (Frente País Solidario) (Linkspartei) sowie die neueren Parteien ARI (sozialdemokratisch) und Recrear (liberal-konservativ). Die bekanntesten Linksparteien sind Izquierda Unida und der Partido Socialista. Das europäische Rechts-Links-Schema lässt sich in Argentinien nicht anwenden, da diverse Parteien, besonders die dominierende peronistische Partei, häufig ihre Anpassung ändern.

Seit Ende der 90er Jahre finden die hauptsächlichen Debatten zwischen den Flügeln des PJ statt, die dogmatisch sehr verschieden sind. Die Flügel werden meist mit dem Namen ihrer führenden Persönlichkeit bezeichnet. Der momentan herrschende Kirchnerismus ist sozialdemokratisch orientiert, während der in den 1990er Jahren dominierende Menemismus neoliberal eingestellt war. Ein weiterer wichtiger Flügel ist der in der Provinz Buenos Aires regierende, vor ... mit dem Kirchnerismus alliierte Duhaldismus. Allerdings nahm der Kopf dieser Bewegung, Eduardo Duhalde öffentlich Carlos Menem in Schutz, der sich einer Gerichtsvorladung entzieht und daher polizeilich gesucht wird, was zu einem offenen Streit zwischen ihm und Néstor Kirchner führte. Die beiden einmal verbündeten Flügel sind daher nun verfeindet.

Seit der Starker Konjunkturrückgang ist die Streitgespräch um eine politische Reform aufgekommen, da das heutige System zu Beginn für die Wähler sehr undurchsichtig ist und wie auchPersonenkult sowohl Bestechlichkeit begünstigt.

So werden z. B. die Wahlen zum Senat und dem Repräsentantenhaus meist gemeinsam mit Bürgermeisterwahlen ausgetragen, was auf Grund der so genannten Listas Sabanas zu Verzerrungen führt. Das liegt an der Tatsache, dass in Argentinien keine Kreuze auf Wahlzettel gemacht werden, stattdessen jede Politische Kraft ihren eigenen Wahlzettel (Lista Sabana) hat und man seine Stimme durch die richtige Auswahl des Stimmzettels abgibt. Man kann aber bei vielen gleichzeitigen Wahlen die Stimmen aufteilen (eine Stimme für den Präsidenten, eine für den Senator, eine Stimme für den Abgeordneten der Repräsentantenkammer, etc.). In diesem Fallgrube muss man, wenn man Kandidaten verschiedener Parteien wählen möchte, die Wahlzettel entzwei schneiden und nur die entsprechenden Abschnitte in die Urne werfen. Dies machen aber wenige, was dann eben bei Häufung von Wahlen am gleichen Tag zu Verzerrungen führt. Listas Sabanas (deutsch etwa: Betttuch(große)-Listen) heißen die Stimmzettel, weil sie oft sehr groß sind.

Die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse in der Gesetzgebung werden im Übrigen kaum publik gemacht, was auch daran liegt, dass die Zusammensetzung sich jährlich ändert.

Wichtige politische Persönlichkeiten

Zur Zeit (2006) haben folgende Personen ein wichtiges politisches Amt inne:

Mitgliedschaften in Internationalen Organisationen und Gruppierungen

Argentinien ist in verschiedenen internationalen Organisationen und Gruppierungen Mitglied. Zu den wichtigsten zählen die Mitgliedschaften in den Vereinten Nationen und seinen Unter- und Sonderorganisationen, im Internationalen Währungsfonds und in der Weltbank. Auf regionaler Ebene sind die Mitgliedschaften in der Rio-Gruppe, die sich dem Erhaltung der Parlamentarismus in Lateinamerika widmet sowie im Mercosur, einer Zollunion in Südamerika, am bedeutsamsten.

Siehe auch: Mitgliedschaft Argentiniens in internationalen Organisationen

Militär und Verteidigung

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Das Ehrenmal für die Gefallenen des Falklandkrieges an der Plaza San Martín in Buenos Aires
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Der argentinische Zerstörer Almirante Brown (D 10) im Okt. 2005

Das argentinische Militär hat in der Geschichte des Landes aber und abermal eine wichtige oder dominierende Rolle gespielt. Besonders in der Zeit zwischen 1955 (Putsch gegen Juan Perón) und 1973 (Rückkehr und 2. Präsidentschaft Peróns) und in der Zeit zwischen 1974 (Tod Peróns) und 1983 (Niederlage im Falklandkrieg und Redemokratisierung) war Argentinien vom Militär direkt oder über Umwege geprägt. (Siehe auch: Geschichte Argentiniens)

Unter den Präsidentschaften Raúl Alfonsíns (1983-1989) und Carlos Menems (1989-1999) wurden die Militärs kritisch geschwächt und 1994 die Dienst am Vaterland abgeschafft. 1999 betrugen die Auflage für die Verteidigung nur noch 62 % der Auflageziffern von 1983; im gleichen Zeitabstand sind die Staatsausgaben allgemein auf 152 % der Auflage von 1983 angestiegen (2004, Quelle: [6]).

Die argentinischen Streitkräfte haben in diesen Tagen eine Personalstärke (Soldaten und Verwaltung) von im Allgemeinen etwa 102.300 Personen (Heer: 50.900 Personen (41.400 Soldaten), Marine: 26.600 Personen (17.200 Soldaten), Luftwaffe: 23.600 Personen (13.200 Soldaten), Verteidigungsministerium und Generalstab: 1.200 Personen). Der Anteil der Auflageziffern für die Verteidigung am Bundeshaushalt beträgt etwa 7 %. (Quellen: [7] (2004), [8] (1998))

Bildungswesen

In Argentinien herrscht Unterrichtspflicht von neun Jahren. Es gibt anliegend den staatlichen Schulen auch eine hohe Zahl von privaten Schulen. Das Schulsystem ist in zwei Stiege eingeteilt: Primaria (Grundschule, sechs Schuljahre) und Secundaria (weiterführende Schule).

Laut der Volkszählung des Jahres 2001 sind etwa 2,6 % der Bevölkerung Analphabeten (Quelle: [9]), in Deutschland liegt dieser Wert amtlich bei etwa 0,6 %.

Von allen Argentiniern, die über 20 Jahre alt sind, haben 88 % die Schule besucht. Etwa 14 % haben die Primaria nicht abgeschlossen, vielleicht 29 % haben eine abgeschlossene Primaria, ungefähr 14 % haben die Secundaria nicht abgeschlossen, etwa 16 % haben eine abgeschlossene Secundaria, ungefähr fünf Prozent einen höheren nicht-universitären Abschluss und etwa fünf Prozent einen Universitätsabschluss. Das heißt etwa 73 % der Bevölkerung haben mindestens die Primaria abgeschlossen, ungefähr 30 % mindestens die Secundaria und nur etwa zehn Prozent haben einen weiterführenden Abschluss. (Quelle: [10])

Schulsystem

1995 wurde das Schulsystem in vielen Provinzen reformiert: die ersten neun Jahre der Schulzeit werden seither als EGB (Educación General Básica) bezeichnet, die in diverse Richtungen aufgeteilte weiterführende Schule zugunsten als Polimodal. Momentan koexistieren alle beide Schulabschlüsse noch. Es gibt eine Masse von verschiedenen Schulabschlüssen (naturwissenschaftlich, sozialwissenschaftlich, technisch und wirtschaftlich orientiert), einige sind berufsbefähigende Techniker-Titel. Zum Visite der Hochschulen befugen alle adäquat des Polimodal erlangten Abschlüsse, auch wenn der Studiengang nicht mit der Justierung des Polimodals übereinstimmt.

Dieses System wird mit geringen Abweichungen in fast allen argentinischen Provinzen eingeführt, die Bezeichnungen variieren jedoch (so heißt z. B. in der Provinz Córdoba der EGB CBU (Ciclo Básico Unitario). 2005 / 2006 wurde diese Neugestaltung in übereinkommen Provinzen, z.B. in Buenos Aires, z. T. überarbeitet und abermals ans alte System angenähert.

In der PISA-Studie schnitt Argentinien zwar verglichen mit anderen lateinamerikanischen Vereinigte Staaten von Amerika weitaus am günstigsten ab, dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ein starkes Gefälle in der Qualität der Schulbildung zwischen Großstädten und ländlichen Regionen auf der einen Seite und zwischen Privatschulen und vielen staatlichen Schulen anderseits gibt. Durch kontinuierliche interne Qualitäts-Tests seit Ende der 1990er Jahre versucht die Politik, dieses Problem in den Henkel zu bekommen. Bei diesen Tests kam eine Skala von 30% bis 80% der möglichen Spielstand heraus, wobei die schlechtesten Ergebnisse von Schulen in ländlichen Gegenden, die besten dagegen in den Privatschulen der Großstädte sowie in den so genannten Colegios Universitarios (von Universitäten abhängige Staatsschulen) erzielt wurden.

Universitäten

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Die juristische Fakultät der UBA

Argentinien hat eine Menge von staatlichen und privaten Universitäten. Die älteste Universität ist die Universität von Córdoba, die 1613 gegründet wurde. Die größte Universität ist dagegen die Universität von Buenos Aires (UBA), die 1821 gegründet wurde und etwa 200.000 Studenten hat.

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen in Argentinien ist vielgestalt. So entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten privat finanzierten Bibliotecas populares (Volksbibliotheken). Sie werden dieser Tage von der Comisión Nacional Protectora de Bibliotecas Populares (CONABIP, [11]) gefördert. Diese organisiert auch Weiterbildungsveranstaltungen für das Bibliothekspersonal. Seither 1977 gibt es die Confederación Argentina de Bibliotecas Populares. Ihre Mitglieder sind meist keine Bibliothekare, statt Politiker. Nahe da sein 19 Federaciones Provinciales.

Seitdem 1927 entstanden die bibliotecas públicas municipales (Öffentliche Stadtbibliotheken), die in diesen Tagen fast ausschließlich in Buenos Aires existieren. Seitdem 1944 untersteht diese der Secretaría de Cultura de la Municipalidad de la Ciudad de Buenos Aires. Jetzt vorliegen in Buenos Aires 23 Stadtbibliotheken und 3 Bücherbusse, deren größte Benutzergruppe Schüler sind.

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Die argentinische Nationalbibliothek

Bibliotecas universitarias (Universitätsbibliotheken): In Argentinien gibt es private und staatliche Universitäten. Die 1963 gegründete Junta de Bibliotecas Universitarias Argentinas (JUBIUA) vertritt die Interessen der staatlichen Universitätsbibliotheken gegenüber der Regierung und erarbeitet gemeinsame Zielvorgaben. Die privaten Universitätsbibliotheken verfügen nicht über eine institutionalisierte Zusammenarbeit.

Bibliotecas escolares (Schulbibliotheken): Nur manche Schulen verfügen über eigene Bibliotheken, die durch Buch- und Sachspenden sowie ehrenamtliche Tätigkeit der Erziehungsberechtigte der Schüler finanziert werden. Augenblicklich wird ein Konzept zum Aufbau eines nationalen Schulbibliothekssystems erarbeitet.

Die Biblioteca Nacional (Nationalbibliothek, [12]) wurde 1810 unter dem Namen Biblioteca pública de Buenos Aires gegründet. Seither 1884 ist sie die Nationalbibliothek. 1933 erhielt sie das Pflichtexemplarrecht. Ihr Buchbestand wird auf 800000 bis 2,5 Mio. Bände geschätzt.

Die Biblioteca del Congreso de la Nación (Parlamentsbibliothek, [13]) entstand 1859. 1933 erhielt die Bücherei das Pflichtexemplarrecht. Die Bücherei ist Depotbibliothek internationaler Organisationen und besitzt schätzungsweise 1,5 Mio. Bestandseinheiten.

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Administrative Gliederung

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Die Provinz und die Gemeinde Buenos Aires aus dem Sphäre
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Blick über Buenos Aires

Provinzen

Siehe Unterartikel Liste der Provinzen Argentiniens

Die Provinzen (spanisch provincias, Einzahl: provincia) sind die Gliedstaaten des argentinischen Bundesstaates. Sie haben jeweilig eine eigene Provinzverfassung, eine Provinzregierung unter Leitung eines direkt gewählten Gouverneurs (gobernador) und ein Parlament. Die Provinzen sind wiederum administrativ in Departamentos untergliedert. Ausnahmefall ist hier die Provinz Buenos Aires, die in Partidos untergliedert ist.

Argentinien hat 23 Provinzen. Die Gemeinde Buenos Aires bildet einen Bundesdistrikt (Distrito Federal).

Regionen

Seit Ende der 1990er Jahre haben sich die Provinzen Argentiniens mit Ausnahmefall der Provinz Buenos Aires zu Regionen zusammengeschlossen, mit dem Ziel, die Wirtschafts-, Infrastruktur- und Entwicklungspolitik untereinander abzustimmen und Gegengewichte zur dominierenden Stellung des Großraumes Buenos Aires zu bilden. Diese Regionen sind allerdings noch keine offiziellen Gliedstaaten, anstatt reine Interessengemeinschaften, sie haben also keinerlei offizielle politische Organe.

Folgende Regionen gibt es in Argentinien:

Dell verklagt Displayhersteller wegen Preisabsprachen: Dell geht juristisch gegen fünf asiatische Displayhersteller vor und fordert als Schadensersatz einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Hitachi, Toshiba, Sharp, Seiko Epson und HannStar sollen illegale Preisabsprachen getroffen haben. (Rechtsstreitigkeiten, Sharp)... Weiterlesen!

DDR3-Speicher mit 2.400 MHz bei nur 1,65 Volt: Von Kingston kommt das bisher am höchsten getaktete Speichermodul für Desktoprechner, das Intel für seine Core-i7-CPUs zertifiziert hat. Die DIMMs arbeiten mit bis zu effektiv 2.400 MHz und brauchen dabei nicht mehr als 1,65 Volt Spannung, was Intel als Maximum für den Speichercontroller seiner CPUs garantiert. (Kingston, Overclocking)... Weiterlesen!

Infrastruktur

Verkehrsnetze

Schienenverkehr

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Logo der ehem. argentinischen Eisenbahngesellschaft
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Zug Buenos Aires - Tucumán im Haltepunkt von S. M. de Tucumán

Das Eisenbahnsystem in Argentinien hat am 29. August 1857 mit der ersten Reise eines Zuges seinen Anfang genommen und wurde relativ zügig ausgebaut. Hierfür wurden hauptsächlich englische Ingenieure und Firmen beauftragt. Das Eisenbahnsystem bestand aus mehreren unabhängigen privaten Firmen die 1948 verstaatlicht wurden. Ab 1992 wurde unter der Regierung von Carlos Menem begonnen, die Eisenbahngesellschaften erneut zu privatisieren. Das argentinische Schienennetz hat eine Länge von etwa 28.300 Kilometern in drei verschiedenen Spurweiten. Zwei Eisenbahnstrecken verbinden Argentinien mit Chile, zusätzliche Strecken haben Verbindung mit Bolivien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Allerdings werden immer mehr Strecken stillgelegt, verfallen und werden nicht abermals in Stand gesetzt, bzw. nur noch für den Gütertransport verwendet. Der Personentransport per Verkehrsmittel spielt zusammenfassend nur noch im Großraum Buenos Aires für die Pendler ein Rolle. Bahnfernverbindungen gibt es noch bzw. abermals von Buenos Aires nach Córdoba, San Miguel de Tucumán, Santa Fe und nach Posadas. Die Züge benötigen für die gleiche Strecke jedoch wesentlich länger als Fernreisebusse. Darüber aufwärts gibt es einige interessante, touristische Züge, z.B. den Tren a las Nubes in der Provinz Salta, La Trochita - die einzige dampfbetriebene Schmalspurbahn Argentiniens, die zwischen Esquel und Nahuel Pan verkehrt, sowie der Tren del Fin del Mundo in der Provinz Tierra del Fuego.

Straßenverkehr

Die Rolle der Eisenbahn für den Personentransport wurde weitestgehend von modernen, klimatisierten Reisebussen übernommen. Es kann praktisch ganz Punkt des Landes mit dem Reisebus erreicht werden und so sind die Busbahnhöfe dieser Tage anliegend den Flughäfen die wichtigsten Infrastruktureinrichtungen.

Wichtigster Autobusbahnhof Argentiniens ist selbstredend Retiro in Buenos Aires. Daher gibt es Busverbindungen in das ganze Land. Die weiteste Entfernung ist dabei wahrscheinlich Río Gallegos (36-40 Stunden Reisezeit) woher aus man weiter nach Ushuaia fahren kann. Alternative bedeutende Busbahnhöfe und Drehkreuze finden sich in Córdoba (etwa 10 Stunden Reisezeit von Buenos Aires) und Mendoza (etwa 14-15 Stunden Reisezeit von Buenos Aires).

Das Straßennetz hat eine Gesamtlänge von etwa 215.000 km. Die Qualität der Straßen variiert relativ stark. Von mehrspurigen Autobahnen über gute und weniger gute Nationalstraßen kann man bis zur Schotter- oder Erdpiste was auch immer finden. Dennoch sind etwa 81% aller Straßen asphaltiert und die großen Wirtschaftszentren sind mit sehr guten Straßen verbunden, die meist durch Mautgebühren von privaten Firmen gebaut und in Stand gehalten werden.

Flugverkehr

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Boeing 747-200 von Aerolíneas Argentinas

Die einmal staatliche Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas wurde 1990 privatisiert und deckt nur noch einige internationale Strecken ab. Im Inlandsverkehr hat Aerolíneas einen relativ hohen Anteil, es gibt aber noch einige übrige Inlandsfluggesellschaften, von nun an trat seit 2005 ein größerer Konkurrent aus Chile mit LAN Argentina auf.

Auf Basis von der großen Distanzen verfügt fast jede größere Gemarkung in Argentinien über einen Flughafen. Buenos Aires besitzt selbst zwei Passagier-Flughäfen: Über den Flughafen Ezeiza (EZE) werden fast ausschließlich internationale Flüge abgewickelt. Er wird von allen großen europäischen und nordamerikanischen Fluggesellschaften angeflogen. Darüber aufwärts gibt es einen Stadtflughafen (Aeroparque Jorge Newbery, AEP), der fast ausschließlich für Inlandsflüge genutzt wird.

Schiffsverkehr

Ungefähr 3.100 km der Wasserwege sind schiffbar. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang der Río de la Plata mit seinen Oberläufen Río Paraná und Río Uruguay.

Energie

Argentinien erzeugt einen Großteil seiner Energie mithilfe von erneuerbaren Energien. Die Wasserkraft hat einen Anteil von 41% der Stromerzeugung; sonstige 7% werden von Kernkraftwerken und 52% von Wärmekraftwerken geliefert. Bei besitzt Argentinien große Vorkommen an Erdgas. Diese Energieform wird zum Kochen, Heizen aber auch gehäuft als Treibstoff für Pkw eingesetzt. Mehr und mehr spielt der Einfuhr von Erdgas, z.B. aus Bolivien, eine größere Rolle; dies zufolge der Misswirtschaft der ansässigen Energiekonzerne, der Verknappung der Erdgasreserven und des schnell steigenden Energieverbrauchs.

Telekommunikation und Post

Die staatliche Telekommunikationsgesellschaft ENTEL wurde 1990 privatisiert und an zwei ausländische Firmen (Telefónica (Spanien) und Telecom (Frankreich, in diesen Tagen in der Hand von Telecom Italia) verkauft, die sich das Land aufteilten. Seit hat die Zahl der Telefonanschlüsse je Bevölkerung rasant zugenommen, denn nach der Liberalisierung betrug die Einrichtungsgebühr für einen Telefonanschluss mit 100 US$ nur noch ein Zehntel der früheren Gebühr und auch die Wartezeit auf einen Anschluss hatte sich wesentlich verringert. In diesen Tagen gibt es etwa 21 Festanschlüsse je 100 Bevölkerung oder ca. 7,5 Mio. Anschlüsse. Darüber aufwärts gibt es etwa 3 Mio. Mobiltelefonanschlüsse.

Das Internet ist in Argentinien sehr verbreitet, wird aber dank der hohen Kosten von sehr vielen Privatleuten nur in so genannten Telecentros oder aberLocutorios und in Internetcafés genutzt. Wohlhabendere Leute und Firmen nutzen in diesen Tagen häufig Internet via DSL o. Kabel.

Auch der Postdienst wurde privatisiert. Die Bedingungen der Konzession wurde aber nicht eingehalten und so versucht man gerade den Postdienst neu zu vergeben. Benachbart der größten Betrieb Correo Argentino, die aus dem staatlichen Postdienst hervorging, gibt es noch etliche kleinere Postdienste, wie wie OCA und Andreani.

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Wirtschaft

Argentinien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren kumulativ dereguliert und privatisiert wurde. Unter Präsident Néstor Messner jedoch wurde diese Tendenz umgekehrt.

Geschichte der Wirtschaftspolitik

Die argentinische Wirtschaft ist gebräuchlich durch die Landwirtschaft geprägt. Bis in die 1950er Jahre wurden fast ausschließlich Agrargüter exportiert. Erst danach setze eine Industrialisierung nennenswerten Umfanges ein. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde jedoch von den verschiedenen Regierungen nach unterschiedlichen, partiell widersprüchlichen Vorgaben reglementiert. Es entstand, überwiegend unter dem Einfluss des Peronismus, ein breiter staatlich kontrollierter Bereich in Industrie, Geschäft und Dienstleistung. Korruption war und ist ein diesen Bereich durchziehendes Übel. Dennoch hat Argentinien das Wohlstandsniveau der 50er Jahre nie abermals erreicht.

Bild:Argentina 1000000 Peso Ley A.jpg
Peso Ley mit einem Nennwert von einer Mio. Peso

Die 1976 unter der Politik der Militärdiktatur eingeleitete massive Staatsverschuldung fügte der heimischen Wirtschaft schweren Schaden zu. Die Auslandsverschuldung stieg von unter 8 Mrd.US-Dollar im Jahre 1967 auf 160 Mrd.US-Dollar im Jahre 2001. Der Peso Ley musste mehrfach abgewertet werden. Der Falklandkrieg geht möglicherweise auch auf die wirtschaftlichen Probleme unter der Militärdiktatur zurück.

Nach der Rückkehr zur Volksherrschaft 1983 erwies sich die Hyperinflation als eines der größten wirtschaftlichen Probleme des Landes. Der 1989 gewählte Präsident Carlos Menem führte danach die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso an den US-Dollar ein. Dies führte fast wie aus heiterem Himmel zu einem Ende der Aufblähung der Geldmenge und zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf längere Sicht hatte sie aber zur Folge, dass argentinische Produkte auf dem Weltmarkt teurer und Importware im Inland billiger wurden. Etliche argentinische Produktionsbetriebe mussten schließen. Es kam zu einem schnell zunehmenden Ungleichgewicht zwischen dem (offiziellen) Wechselkurs der Währung und ihrer inneren Werthaltigkeit. Kapitalflucht setzte ein und das sowieso hoch verschuldete Land musste immer neue Kredite auswärtig aufnehmen, um alte Verbindlichkeiten Geld in die Hand nehmen zu können und Devisen für dringende Importe bereitstellen zu können. Gelegentlich wurden wenn schon Staatbedienstete nicht länger mit Geld, anstelle mit Schuldverschreibungen bezahlt und Geschäftsleute wurden legal verpflichtet, derartige Ausweis an Löhnung anstatt anzunehmen. Ursprünglich wurde dies noch durch private Kapitalzuflüsse ausländischer Anleger überlagert, die sich in argentinische Unternehmen, besonders im Zuge der von Carlos Menem eingeleiteten Privatisierung von Staatsbetrieben, einkauften. Doch schließlich hatte die Belastung soweit zugenommen und die Wirtschaftsleistung soweit abgenommen, dass Ende 2001 nach schweren Unruhen der Präsident Fernando de la Rúa zurücktrat.

Bild:Exchange rate Devisenkurs USDollar arg Peso 04 12 2001 bis 06 02 2006.png
Devisenkurs des argentinischen Peso zum US-Dollar zwischen Dez. 2001 und Feber 2006

Die folgende Regierung gab die Einstellung der Zahlungen auf Rückzahlung und Zinsen, also den Staatsbankrott, bekannt. Wegen fehlender Unterstützung der Politische Kraft trat der übergangsweise angetretene Präsident Adolfo Rodríguez Saá schon nach fünf Tagen wiederholt zurück, es folgte der Peronist Eduardo Duhalde, der im Januar 2002 den argentinischen Peso zunächst auf 1,40 arg$/US-Dollar abwertete, um ihn dann wenig später ganz frei zu geben.

Der IWF versorgte nach einer langen Besprechung Mittelpunkt 2002, mit politischer Unterstützung der wichtigsten Industrienationen, Argentinien stimmig verschiedener Interimsabkommen mit frischem Geld. Damit konnte die argentinische Wirtschaft, zuallererst weil nun Mittelabflüsse durch Kreditrückzahlungen nicht länger stattfanden und wegen des nun deutlich billigeren Peso (3,5 bis 4 Argentinische Peso je US-Dollar), schon im Im Jahre2003 ein beachtliches Wachstum verzeichnen. Allerdings wurde im März 2004 die Rückzahlung einer Rate von 3,1 Mrd. US-Dollar (etwa 2,5 Mrd. Euro) für einen geeignet der o.a. Interimsabkommen gewährten IWF-Kredite fällig. Erst unmittelbar vor dem letztmöglichen Festgesetzter Zeitpunkt wurde die Löhnung angewiesen. Vorausgegangen war ein mehrwöchiger Verhandlungspoker. Die argentinische Regierung wollte dabei erreichen, dass ein Bericht des IWF über die Bemühungen des Landes im Hinsicht auf die Wiederaufbereitung wirtschaftlicher Solidität, möglichst positiv ausfällt. Die galt als Voraussetzung für eine zusätzliche Kreditgewährung durch den IWF. Dies hat die Regierung möglicherweise geschafft, so dass nun gute Wege bestehen, dass die nun zurückgezahlten Tausend Millionen schon bald adäquat eines neuen Kreditabkommens an Argentinien zurückfließen. Über die Therapie der Forderungen von privaten Gläubigern Argentiniens wurde bis dato aber noch keine Einigung erzielt. Dies belastet weiterhin die Handelsbeziehungen des Landes.

Es war lange im IWF umstritten, ob Argentinien die Voraussetzungen für die übrige Vergabe von Kredite erfüllt. Die Auflage, in "guten Glauben" mit den privaten Gläubigern zu verhandeln, ist nach Ansicht dieser durch die argentinische Regierung nicht erfüllt worden. Sondern dessen forderte Argentinien in den Verhandlungen zwischen 2002 und 2004 einen Kapitalschnitt, der auf 75% Barwertverlust hinausläuft. Es liefen Klagen gegen Argentinien und den IWF vor dem BVG mit dem Ziel der vollständigen Rückzahlung des geliehenen Geldes, die z. T. noch nicht abgeschlossen sind. Eine deutsche Gläubigerorganisation ist die Interessengemeinschaft Argentinien e.V..

Anfang 2005 hat die Regierung Verhandlungen mit den Inhabern argentinischer Staatspapiere zur Annahme eines Umschuldungsplanes aufgenommen. Dieser Plan beinhaltet bei einem erheblichen Kapitalschnitt die zeitliche Streckung der Verbindlichkeiten sowie eine Verkleinerung des Zinses. Dabei wurde ausschließlich mit privaten Gläubigern bzw. ihren Interessenvertretungen verhandelt. In diesem Zusammenhang war noch bei inländischen Gläubigern eine deutliche Bereitschaft, das Umschuldungsangebot zu akzeptieren, erkennbar. Bei ausländischen Gläubigern stoßen die Vorschläge jedoch zunächst auf harten Widerstand.

Die Umschuldung verlief trotz aller anfänglicher Misstrauen erfolgreich; am Ende akzeptierten etwas gut 76% der privaten Gläubiger den Umschuldungsplan. Eine kurzzeitige Streitigkeit mit einem Hedge-Fonds um 7 Mrd. $ verzögerte die Ausgabe der neuen Bonds allerdings um zwei Monate bis Ende Mai 2005.

Siehe auch: Argentinien-Krise

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Anno 2003 376,2 Mrd. Arg$, dies entsprach etwa 103 Mrd. Euro. Davon entfielen etwa 43% auf die Erzeugung von Güter und etwa 51% auf die Erbringung von Dienstleistungen. Den größten Anteil am BIP hatten dabei die produzierende Industriezweig mit 22%, die Landbau mit 10%, der Groß- und Einzelhandel mit 11% sowie die Verleih von Gebäuden und Grundstücken mit gleichfalls 11%. (Quelle: [14])

BIP 1995-2004
Im Jahre   1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004
BIP (KKK) Mrd. $ 364,85 392,31 431,19 452,75 443,75 449,84 440,33 398,84 442,04 484,23
BIP zu Marktpreisen Mrd. $ 258,03 272,15 292,86 298,95 283,52 284,20 268,70 101,45 127,30 151,94
BIP zu Marktpreisen Mrd. arg. Peso 258,03 272,15 292,86 298,95 283,52 284,20 268,70 312,58 375,91 447,31
Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen $ 7421,42 7729,38 8213,20 8278,98 7753,39 7674,59 7170,02 2675,25 3316,90 3912,14
Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt zu konstanten Preisen arg. Peso 6994,59 7288,56 7781,04 7979,20 7612,44 7457,72 7044,61 6202,89 6671,18 7184,41

Quelle: World Economic Outlook Database, IMF, Apr. 2005: [15]

Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Staatsverschuldung

Während der 1990er Jahren galt Argentinien als ein positives Beispiel für finanzielle Stabilität und erfolgreiche Marktreformen. Dies änderte sich mit der Argentinien-Krise und der Interimspräsident Adolfo Rodríguez Saá erklärte den Default (Staatsbankrott). Jahr 2004 betrug die Staatsverschuldung Argentiniens 157,7 Mrd. US-Dollar (Quelle: CIA Factbook 2005: [16]).

Seither 1985 gehört Argentinien ununterbrochen zu den Top-5-Kreditnehmern des Internationalen Währungsfonds (Quelle: [17], S.5)

Inflationsrate

Argentinien war in der 1980er Jahren bekannt als ein Land mit einer sehr hohen Inflationsrate. Diese verstärkte sich ab Beginn der Redemokratisierung 1983 kumulativ zu einer Hyperinflation, deren Höhepunkt 1989 erreicht wurde. Im gleichen Jahr wurde unter der Regierung von Carlos Menem und seinem Wirtschaftsminister Domingo Cavallo die 1:1-Bindung des argentinischen Peso an den US-Dollar beschlossen. Diese Maßnahme konnte die Geldentwertungsrate in der Folge relativ rasch auf "normale" Werte drücken. Im Phase zwischen 1994 und 1998 gab es keine nennenswerte Inflationsrate. Ab 1999 drehte die beginnende Starker Konjunkturrückgang die Preissteigerungsrate wenn schon in den deflationären Bereich. Mit der Argentinien-Krise, die um den Jahreswechsel 2001/2002 ihren Höhepunkt erreichte und mit der Erklärung des Default und einer Abwertung gegenüber dem $ verbunden war, stieg die Geldentwertungsrate zunächst stark an, sank aber einstweilen erneut auf erträgliche Werte. Das Hauptproblem ist jedoch, dass das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt zu konstanten Preisen zwischen 1998 bis 2002 stetig sank und 2004 erst nochmal das Level von 1992 erreichte. Zusätzliche Probleme sind u.a. die hohe Arbeitslosigkeit und die stark gesunkene Kaufkraft.

Geldentwertungsrate 1980-2005
Anno 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989
Geldentwertungsrate (in %) 100,8 104,5 164,8 343,8 626,7 672,2 90,1 131,3 343 3079,5
Anno 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
Preissteigerungsrate (in %) 2314 171,7 24,9 10,6 4,2 3,4 0,2 0,5 0,9 -1,2
Anno 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Geldentwertungsrate (in %) -0,9 -1,1 25,9 13,4 4,4 7,7

Quelle: World Economic Outlook Database, IMF, April 2005: [18] (Daten erst ab 1980 verfügbar)

Außenhandel

Der Außenhandel war in den vergangenen Jahren stark von der Argentinien-Krise geprägt. Die Importe gingen seither 1999 zurück. Im Jahresvergleich 2001/2002 hatten sie einen unglaublichen Rückgang von 56% und konnte sich erst 2003 abermals erholen. Die Exporte blieben von der Argentinien-Krise kaum unberührt.

Die Exporte sind von landwirtschaftlichen Produkten dominiert. 31% aller Exporte sind weiterverarbeitete, landwirtschaftliche Produkte, 25% sind Rohstoffe (wobei zu diesem Punkt auch landwirtschaftliche Produkte zählen), 25% sind industrielle Produkte und 18% sind Mineralöle und weitere Energieträger.

Wichtigste Vertragspartner sind an erster Stelle die lateinamerikanischen Länder, speziell die Mercosur-Staaten, dann die Europäische Union und gefolgt von den USA.

Bild:Foreign Abschluss - Exports and Imports - Argentina 1999-2005.png
Außenhandel im Zeitabstand 1999-2005 in Mio. US-Dollar
Im Jahre Exporte Importe Wachstumsrate Handelsbilanz
Exporte % Importe %
1999 23.309 25.508     -2.200
2000 26.341 25.280 13,0% -0,9% 1.061
2001 26.543 20.320 0,8% -19,6% 6.223
2002 25.651 8.990 -3,4% -55,8% 16.661
2003 29.939 13.851 16,7% 54,1% 16.088
2004 34.550 22.445 15,4% 62,1% 12.105
2005 40.013 28.692 15,8% 27,8% 11.321

(Quelle: [19])

Windows Phone 7: Microsoft nennt Hardwareanforderungen: Mobiltelefone mit Windows Phone 7 müssen bestimmte Hardwareeigenschaften bieten. Das ist bereits seit dem Mobile World Congress im Februar 2010 bekannt, jetzt ist der Softwarekonzern auf der Mix 2010 konkreter geworden. Die Geräte müssen mindestens 8 GByte Flash-Speicher, eine bestimmte Displayauflösung und ein Multitouch-Display aufweisen. (Touchscreen, Multitouch)... Weiterlesen!

Jetzt auch Intel: SSD mit 40 GByte unter 100 Euro: Kleine SSDs, die im PC als Boot-Laufwerk dienen und nicht für alle Anwendungen und Nutzdaten gedacht sind, sind im Trend. Das hat nach Kingston und OCZ offenbar auch Intel bemerkt und bietet die "X25-V" an. Das Flash-Laufwerk ist beim Schreiben recht langsam, soll durch Unterstützung des Trim-Befehls aber weniger Probleme machen als frühere SSDs. (Storage, Solid State Drive)... Weiterlesen!

Kultur

Ein scherzhafter Urteil von Jorge Luis Borges bezeichnet die Argentinier als "Italiener, die Spanisch sprechen und gerne Engländer wären." Dadurch kommt die Mischung des Volkes aus Einwanderern verschiedener europäischer Länder zum Ausdruck, der sich in der Kultur deutlich merklich macht.

Siehe auch: Liste bedeutender Argentinier, Argentinische Küche

Musik

Bild:Tango.jpg
Tango in den Straßen von Buenos Aires
Bild:Carlos Gardel Abasto Buenos Aires.jpg
Gardel-Statue am Abasto, Buenos Aires

Argentinische Tonkunst ist durch den Tango (und die verwandten Musikformen Milonga und Vals) bekannt geworden. Bekannteste Interpreten sind Carlos Gardel, Astor Piazzolla und Osvaldo Pugliese. Tango kann jedoch nicht auf die musikalische Dimension beschränkt werden, vielmehr ist Tango ein gesamtkulturelles Phänomen mit den zusätzlichen Aspekten Textdichtung und tänzerischer Interpretation. Als solches begründet der Tango eine kulturelle Identität die sehr viel zum Selbstverständnis der Argentinier, beziehungsweise genommen der "Porteños" aus Buenos Aires, beiträgt.

Nach wie vor wichtig für die Musikszene Argentiniens sind in der traditionellen Tonkunst verwurzelte Folkore-Interpreten. Zu den auch weltumspannend beachteten Musikern zählen der als Atahualpa Yupanqui global bekannt gewordene Héctor Roberto Chavero und die aus der Provinz Tucumán stammende Mercedes Sosa (geboren 1935), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zurückkehrte.

Von jetzt an sind in Argentinien einige traditionelle Musikstile von der Popmusik her wiederbelebt worden. Zu nennen sind hier der fröhlich-leichte Tanz des Cuarteto, die urbane Klänge der Gemarkung Córdoba, sowie einige Stile der von den Spaniern übernommenen nationalen Folklore, die durch Mischung mit anderen Stilen eine völlig neue Gestalt erlangt haben. Auch Musikstile aus anderen Teilen Südamerikas, allen voran die kolumbianische Cumbia, wurden von argentinischen Interpreten weiterentwickelt. So entstand als aktueller Beitrag Argentiniens zur Popmusik in Buenos Aires die Cumbia Villera (Slum-Cumbia).

Siehe auch: Argentinische Folklore, Argentinische Rock- und Popmusik

Literatur

Bild:GauchosvonALE.jpg
Gauchos, Aufnahme zw. 1890 und 1923 veröffentlicht

Im 19. Jahrhundert löst sich mit der Unabhängigkeit des Landes die argentinische Literatur von der spanischen - ohne dieses Erbe zu verleugnen. Durch die Thematisierung des Lebens der Gauchos in der Pampa gewinnt die Literatur eine deutliche nationale Komponente. Beispiele dafür sind Fausto (1866) von Estanislao del Campo, das in Gedichtform die Geschichte eines Gauchos erzählende und oft als argentinisches Nationalepos bezeichnete El gaucho Martín Fierro (1872) von José Hernández sowie das schon 1845 entstandene Facundo von Domingo Faustino Sarmiento. In ähnlicher Traditionslinie steht auch die 1926 veröffentlichte Erzählung Don Segundo Sombra von Ricardo Güiraldes (deutsch schon 1934: Das Buch vom Gaucho Sombra).

Bekanntschaften moderne Autoren sind Eduardo Mallea, Ernesto Sabato, Humberto Costantini, Julio Cortázar, Manuel Puig und besonders Jorge Luis Borges.

Der bekannteste Cartoon Argentiniens dürfte Mafalda des Zeichners Quino sein, der u. a. Preisträger des Max-und-Moritz-Preises ist.

Theater

Bild:Buenos Aires-ColonTeatre-P3050009.jpg
Das Teatro Colón in Buenos Aires

In vielen Städten gibt es eine lebhafte Theaterszene. Man könnte pro Woche leicht über 100 verschiedene Theaterstücke von professionellen und Laiengruppen ansehen. Besonders bekannt ist Rosario für seine Theatergruppen. Augenblicklich feiert die Akrobatik-Theatergruppe De la Guarda Erfolge in der ganzen Welt. Das bekannteste Theatergebäude Argentiniens ist das Opernhaus Teatro Colón in Buenos Aires.

Film

Argentinien war eines der Pionierländer auf dem Gebiet des Stummfilms. Schon 1896 wurde der erste Film gedreht, der die argentinische Fahne bzgl. hatte. 1933 begann der Aufstieg der argentinischen Filmindustrie mit dem Bilden des Tonfilms. Damit begann die beste Zeit des argentinischen Kinos, die Filme dieses Landes wurden in der ganzen Welt gezeigt. Besonders bekannt wurden die Tangofilme aus Buenos Aires, u. a. mit dem Superstar Carlos Gardel.

Bild:Amalia (1914, Argentina) - Movie by Enrique García Velloso.jpg
einer der ersten argentinischen Spielfilme: Amalia (1914)

Ab der Zentrum der 1940er Jahre griff allerdings der Staat anhand Note und Einmischung in die Kinoszene ein. Besonders katastrophal wurde dies in den Militärregierungen (1966-1973 und 1976-1983). In den demokratischen Zwischenzeiten wurden jedoch künstlerisch sehr hochwertige Filme produziert.

1968 kam La hora de los hornos (deutsch: Die Stunde der Hochöfen) von Pino Solanas heraus, ein Film, der als einer der Höhepunkte des politischen lateinamerikanischen Kinos gilt. Ein anderer wichtiger politischer Filmemacher aus dieser Zeit ist Raymundo Gleyzer. Nach der Militärdiktatur begann das Kino, die Terrorherrschaft aufzuarbeiten. Es entstanden Filme wie La Historia Oficial (Luis Puenzo), La Noche de los Lápices (Héctor Olivera) und später Garage Olimpo (Marco Bechis), die z. T. fiktive, teilweise wahre Fälle von so genannten "Verschwundenen" auf die Leinwand brachten.

1997 leitete Pizza, Birra, Faso (Adrián Caetano) die Phase des "Nuevo Cine Argentino" ein, in dem zunächst Geschichten aus dem Milieu der einfachen Menschen und Slumbewohner verfilmt wurden.

Dieser Tage ist die argentinische Filmszene zuvor in Buenos Aires und in geringerem Maße auch in Rosario und Santa Fe sehr aktiv. Global am bekanntesten unter den Regisseuren ist gegenwärtig wohl der Berlinale-Gewinner Pino Solanas mit seinen sozialkritischen Aufnehmen wie Sur, El Viaje sowie den aktuellen Dokumentationen Memoria del Saqueo und La Dignidad de los Nadies, die den Zustand von Politik und Gesellschaft des heutigen Argentiniens beschreiben.

Medien

Fernsehen

Argentinien hat einen staatlichen Fernsehsender, Canal 7 [20]. Benachbart gibt es eine Meute von lokalen und nationalen, privaten Fernsehsendern, die über Antenne und Kabel zu empfangen sind. Ansonsten eine unglaubliche Anzahl von Sendern, die nur über Litze und Satellit üblich werden. Die bekanntesten Sender sind Telefé [21], Canal 9 [22] und Canal 13 [23], die in vielen Regionen auch lokale Programme ausstrahlen.

Einige argentinische Fernsehserien (genannt Telenovelas, wörtlich also Fernsehromane) sind wegen ihrer niedrigen Produktionskosten und der hohen Qualität zu einem Exportschlager zu Beginn nach Osteuropa geworden.

Mit dem Ziel einer stärkeren Integration Lateinamerikas ist Argentinien zusammen mit Uruguay, Venezuela und Kuba an dem Satellitensender teleSUR beteiligt, der im Jul. 2005 seinen Sendebetrieb aufgenommen hat.

Radio

Radio ist ein sehr beliebtes Medium in Argentinien. Es gibt eine riesige Fülle von staatlichen und privaten Radiosendern. Von den privaten Radiosendern sind zahlreiche in Cadenas, Radio-Ketten zusammengeschlossen und so kann man jede Menge Sender aus Buenos Aires vollkommen Land empfangen. Für die deutschstämmige Gemeinde in Argentinien wird Sonntags ein vierstündiges Radioprogramm Treffpunkt Deutschland ([24]) ausgestrahlt. Für Argentinier, die auswärtig leben, ist besonders das morgendliche Radioprogramm Radio Lagos ([25]) von Julio Lagos interessant. Dieser Radiomoderator versucht durch die Verknüpfung von herkömmlichen Radio, Internetradio, Chat und Webpräsenz die auswärtig lebenden Argentinier der Geburtsland näher zu bringen und umgekehrt.

Eine umfassende Zusammenstellung von argentinischen Radio- und Fernsehsendern findet man auf der Webpräsenz Argentina Radios ([26]).

Printmedien

Es werden in Argentinien über 200 Tageszeitungen publiziert. Die bedeutendsten Hauptstadtblätter sind Clarín, La Nación und Crónica; letztere hat etwa Bildzeitungs-Niveau, wird aber sechsmal am Tag herausgegeben. Eine linksalternative Blatt aus Buenos Aires ist Página 12 mit detailliertem Kulturteil, die von der Clarín-Gruppe hrsg. wird. Andere wichtige Zeitungen sind La Capital (Rosario), La Voz del Interior (Córdoba) und La Gaceta (Tucumán).

In jüngerer Zeit haben eine Reihe von Zeitungen in den Großstädten Bedeutung erlangt, die kostenlos, in erster Linie in Bussen und Bahnen diffus werden (zum Beispiel La Razón, El Diario del Bolsillo).

In Argentinien gibt es obendrein eine große Anzahl von Zeitschriften und Wochenblättern. Die bekanntesten Nachrichtenmagazine sind Noticias und Veintitres. Es gibt auch eine deutschsprachige Wochenzeitung, das Argentinische Tageblatt.

Siehe auch: Liste argentinischer Zeitungen

Sport

Bild:Bombonera.jpg
Die Bombonera, das Wettkampfstätte von Boca Juniors
Bild:Rugby-Argentina France.jpg
Rugbyspiel Argentinien-Frankreich

Die Argentinier sind eines der fußballbegeistertsten Völker dieser Erde. Schon 1893 wurde der argentinische Fußballverband AFA gegründet und gehört somit zu den ältesten nationalen Fußballverbänden der Erde. Das erste Länderspiel der argentinischen Nationalmannschaft wurde 1902 gegen Uruguay ausgetragen. Seitdem hat die Nationalmannschaft vierzehnmal die südamerikanische Fußballmeisterschaft, die Copa América, und zweimal die Fußballweltmeisterschaft gewonnen. Die beiden bekanntesten Fußballclubs sind River Plate und Boca Juniors, bei letzteren hat früher der bekannteste argentinische Fußballspieler, Diego Maradona, gespielt. Die Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften werden Superclásicos genannt und das öffentliche Leben steht praktisch still, wenn diese beiden Mannschaften aufeinander treffen.

Zweitbeliebtester Sportart in Argentinien ist Rugby. Die argentinische Rugby-Nationalmannschaft, die Pumas, spielt auf oberstem internationalen Niveau, kann aber nicht an die großen Mannschaften, wie die Neuseeländer, heranreichen.

Benachbart Fußball und Rugby genießt Polo ein großes Interesse in Argentinien. Die argentinische Polomannschaft, deren Mitglieder alle der Familie Heguy angehören, ist die Beste der Welt. Seitdem 1949 ist Argentinien stetig Weltmeister.

Im Gegensatz zu Polo, das eher von Mitgliedern der argentinischen Crme de la Crme gespielt wird, ist Pato ein Spiel der normalen Landbevölkerung.

Siehe auch: Copa América, Argentinische Teilnehmer an den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, Fußball in Argentinien

Feiertage

Sollte ein Festtag auf einen Sonnabend oder Tag des Herrn fallen, so ist der darauf folgenden Montag meist arbeitsfrei. Diese Regelung gilt nicht für Neujahr, Auferstehungsfest und Weihnachten, der Tag der Arbeit sowie den 24. März, 25. Mai und den 9. Juli.

Zusätzliche Feiertage, die für Angehörige der jüdischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem jüdischen Kalender):

Zusätzliche Feiertage, die für die Angehörigen der muslimischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem islamischen Kalender):

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Reiseinformationen

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Argentinien nur einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und können sich dann 90 Periode visafrei in Argentinien aufhalten. Eine Verlängerung dieser 90-Tage-Frist ist gegen eine Löhnung von 100 AR$ beim argentinischen Ausländeramt (Dirección Nacional de Migraciones) erhältlich, eine alternative Möglichkeit ist es, das Land zu verlassen und nochmals einzureisen, um eine neue Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Eine Aufenthaltserlaubnis bekommt man auch, wenn man einen Arbeitsvertrag hat, im Land informiert oder eine alternative anerkannte Bildungsinstitution besucht. Sonstige Daten wegen Einreise- und Visamodalitäten findet man unter http://www.mininterior.gov.ar/migraciones/.

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Herkunft des Staatsnamens

Der Name Argentinien bedeutet "Silberland" (lat. argentum = Silber). Argentinien bekam seinen Namen durch die Beladung der spanischen Silberflotte mit dem Edelmetall aus Potosí (Bolivien) an der Mündung des Río de la Plata.

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Literatur

  • Benson, Phillip; Möginger, Robert [Bearb.]: Polyglott Apa Guide, Argentinien, Verlag: Langenscheidt, München: 2000, ISBN 3-8268-2468-7
  • Bodemer, Klaus / Pagni, Andrea / Waldmann, Peter (Hrsg.): Argentinien heute. Politik. Wirtschaft. Kultur., Frankfurt a. M.: 2003. ISBN 3893545883
  • Jost, Christoph: Argentinien: Umfang und Ursachen der Staatsverschuldung und Probleme der Umschuldung in: Auslandsinformationen 11/2003, Konrad-Adenauer-Stiftung: Sankt Augustin, ISSN 0177-7521

    (TID 190547)

(zum Herunterladen: [27])
  • Llanos, Mariana / Nolte, Detlef: Menem wirft das Handtuch. Ein politischer Neuanfang in Argentinien unter Néstor Kirchner? in: Brennpunkt Lateinamerika 10/2003, Institut für Iberoamerika-Kunde: Hamburg, ISSN 1437-6148

    (TID 190547)

(zum Herunterladen: [28])
  • o.A.: A survey of Argentina in: The Economist vom 15. Juni 2004, Economist Group: London, ISSN 0013-0613

    (TID 190547)

  • Galeano, Eduardo: Die offenen Adern Lateinamerikas, Peter Hammer Unternehmen Wuppertal: 1973, ISBN 3-87294-162-3

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Weblinks

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(TID 646251)

Wiktionary: Argentinien – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)

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(TID 646251)

Wikibooks: Argentinien – Lern- und Lehrmaterialien

(TID 318133)

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Commons: Argentinien – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

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Koordinaten: 37° 11' S, 67° 22' W

(TID 488883)

af:Argentinië

an:Archentina ar:الأرجنتين ast:Arxentina be:Аргентына bg:Аржентина bn:আর্জেন্টিনা bs:Argentina ca:Argentina cs:Argentina cy:Ariannin da:Argentina el:Αργεντινή en:Argentina eo:Argentino es:Argentina et:Argentina eu:Argentina fi:Argentiina fiu-vro:Argentina fr:Argentine gd:Argentina gl:Arxentina - Argentina he:ארגנטינה hi:अर्जेन्टीना hr:Argentina ht:Ajantin hu:Argentína hy:ԱÖգենտինա ia:Argentina id:Argentina io:Arjentinia is:Argentína it:Argentina ja:アルゼンチン ka:არგენტინა ko:아르헨티나 ku:Arjantîn kw:Arghantina la:Argentina lb:Argentinien li:Argentinië lt:Argentina lv:ArgentÄna mk:Аргентина ms:Argentina na:Argentina nah:Arxentina nds:Argentinien nl:Argentinië nn:Argentina no:Argentina oc:Argentina pl:Argentyna ps:ارجنټاين pt:Argentina qu:Arxintina ro:Argentina ru:Аргентина sa:अर्जन्टीना simple:Argentina sk:Argentína sl:Argentina sq:Argjentina sr:Аргентина sv:Argentina ta:அர்ஜென்டினா th:ประเทศอาร์เจนตินา tl:Arhentina tr:Arjantin uk:Аргентина vi:Argentina yi:ארגענטינע zh:阿根廷

zh-min-nan:A-kun-thêng

(TID 1578)

Soundaccount: Sparkassen-Kreditkarte mit Musik: Der weltgrößte Musikkonzern, Universal, wird künftig seine Produkte in Deutschland auch in Kooperation mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) vermarkten. Das dafür geschnürte "extralaute Musikpaket" richtet sich speziell an Jugendliche.... Weiterlesen!

Übergriffe bei Jesuiten - Auch in Hamburg Schüler missbraucht : Auch an einer Hamburger Jesuiten-Schule hat es offenbar Missbrauchsfälle gegeben. Nach den in Berlin bekannt gewordenen Fällen haben sich auch dort mehrere frühere Schüler gemeldet. ... Weiterlesen!


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